Stablecoin-Kartenausgaben springen über 1 Milliarde Dollar
Mehr als 70% der Transaktionen wurden mit dollar-gestützten Stablecoins bezahlt, vor allem mit USDC und USDT. Visa baut derweil die Infrastruktur für Stablecoin-Karten weiter aus.

Wichtigste Erkenntnisse
- Die Ausgaben mit Krypto-Karten lagen im Juli bei 1,04 Milliarden Dollar und damit mehr als dreimal so hoch wie ein Jahr zuvor.
- Mehr als 70% der über 10 Millionen Transaktionen wurden mit dollar-gestützten Stablecoins finanziert, vor allem mit USDC und USDT.
- Stablecoins werden immer häufiger für alltägliche Zahlungen wie Einkäufe, Fahrten und Food Delivery genutzt.
Die Ausgaben mit Krypto-Karten sind im Juli auf 1,04 Milliarden Dollar (0,9 Milliarden Euro) gestiegen, mehr als dreimal so viel wie ein Jahr zuvor. Das Wachstum wurde vor allem von dollar-gestützten Stablecoins getragen sowie von Käufen, die immer alltäglicher werden, etwa Einkäufe, Fahrten und Food Delivery.
Stablecoins dominieren die Zahlungen
Laut Paymentscan, wie von der Venture-Capital-Firma a16z zitiert, wurden mehr als 70% der über 10 Millionen erfassten Transaktionen mit dollar-gestützten Stablecoins finanziert. USDC stand für 50,8% des Juli-Volumens und USDT für weitere 20,3%. Ein Jahr zuvor lagen diese Anteile laut denselben Daten bei rund 48% und 7%.
Die durchschnittliche Zahlung stieg auf etwa 86 Dollar (74 Euro) pro Transaktion, nach 59 Dollar (50 Euro) ein Jahr zuvor. Auch die monatlichen Volumendaten zeigten bereits zuvor Wachstum: Im Juli 2025 lag das Volumen bei 306 Millionen Dollar (262 Millionen Euro). Die Daten für August sind noch nicht vollständig.
Die Zahlen zeigen, dass Stablecoins für viele Nutzer nicht nur eine Möglichkeit sind, digitale Dollar zu halten, sondern auch Geld zu bewegen und auszugeben. Das passt zu einer breiteren Entwicklung, in der Stablecoins immer häufiger für alltägliche Zahlungen genutzt werden und nicht mehr nur für den Handel am Kryptomarkt.
Vom Guthaben zur Kasse
Krypto-Karten funktionieren über bestehende Zahlungsnetzwerke, ohne dass ein Händler Krypto selbst akzeptieren muss. Je nach Produkt zahlen Nutzer Geld beim Anbieter ein oder bewahren es in einer Krypto-Wallet auf, woraufhin das Guthaben bei der Zahlung in die lokale Währung des Händlers umgewandelt wird.
Visa sagte im Juni, dass weltweit mehr als 160 Stablecoin-gebundene Kartenprogramme live oder in Entwicklung seien. Im Juli 2026 startete das Unternehmen außerdem die Visa Stablecoin Platform, mit der Finanzinstitute und Fintechs Stablecoins innerhalb einer Visa-Umgebung minten, halten, bewegen und einlösen können. Das zeigt, dass die Infrastruktur rund um Stablecoin-Zahlungen weiter ausgebaut wird.
Auch in Ländern mit hoher Inflation spielt das eine Rolle. In Märkten wie Argentinien und Nigeria bieten Stablecoins Nutzern eine Möglichkeit, Werte zu halten, wenn die lokale Währung schnell an Kaufkraft verliert. Das erklärt teilweise, warum der Karteneinsatz in Lateinamerika laut mehreren Anbietern stark zunimmt, mit Einkäufen, Restaurants und Lieferdiensten als festen Kategorien.
Warum das relevant ist
Für europäische Krypto-Nutzer ist das relevant, weil Stablecoins immer weniger nur wie ein Handelsinstrument und immer mehr wie ein Zahlungsmittel wirken. Das kann für Anbieter wichtig sein, die an Karten, Wallets und Zahlungsinfrastruktur arbeiten, zumal auch große Player wie Visa und Krypto-Exchanges den Markt weiter ausbauen. Das Wachstum deutet außerdem darauf hin, dass es bei der Nutzung von Stablecoins nicht mehr nur um Sparen oder Verschieben geht, sondern auch um alltägliche Ausgaben.