Strategy-STRC könnte laut Khing Oei um 13 % zu niedrig bewertet sein
Khing Oei sieht die perpetual preferred stock von Strategy, die an Bitcoin in der Bilanz gekoppelt ist, unter ihrem inneren Wert. Im Fokus stehen die Laufzeit der Dividende, die Cashflows und das Risiko bei einem Rückgang von BTC.

Wichtigste Erkenntnisse
- Khing Oei hält Strategy’s STRC preferred stock für falsch bepreist und beziffert den fairen Wert nach seiner Rechnung auf rund 96,30 $.
- STRC notiert bei etwa 85 $; die scheinbare Rendite von mehr als 14 % bezeichnet Oei wegen der perpetual Struktur als irreführend.
- Die Bewertung hängt eng mit Bitcoin in der Bilanz zusammen. Anleger sollten daher vor allem auf Cashflows, Dividendenlaufzeit und Risiko achten.
Khing Oei, ehemaliger Credit-Investor bei Goldman Sachs, ist der Ansicht, dass der Markt Strategy’s STRC preferred stock zu niedrig bewertet. Nach seiner Berechnung liegt der faire Wert bei rund 96 $ (84 €), während das Papier derzeit bei etwa 85 $ (74 €) gehandelt wird. Im Mittelpunkt der Diskussion steht eine auf den ersten Blick hohe Yield von mehr als 14 %. Oei zufolge sagt diese Kennzahl jedoch wenig aus, wenn man die Struktur des Instruments genauer betrachtet.
Warum die Yield irreführend ist
STRC zahlt eine Dividende von 12 %. Wer diesen Satz auf den aktuellen Kurs bezieht, kommt auf eine Rendite von mehr als 14 %, und genau diese Rechnung kursiert derzeit in der Marktöffentlichkeit. Oei hält das für irreführend, weil STRC keine klassische Anleihe ist und auch nicht einfach eine feste Couponzahlung bis zur Rückzahlung des Nominals bietet.
Stattdessen handelt es sich um eine perpetual preferred stock von Strategy, dem Unternehmen, das früher MicroStrategy hieß. Die Serie hat kein Laufzeitende und schüttet nur so lange aus, wie das Unternehmen die Zahlungen tragen kann. Nach Oeis Einschätzung sollte deshalb nicht ein einmaliger Coupon ins Verhältnis zum Kurs gesetzt werden, sondern vor allem auf die tatsächlichen Cashflows geachtet werden, die das Instrument voraussichtlich generiert.
Die Rolle von Bitcoin in der Bilanz
Strategy verwendet die Erlöse aus STRC-Emissionen vor allem dafür, zusätzlich Bitcoin zu kaufen. Dadurch bewegt sich die Bilanz des Unternehmens direkt mit dem Kryptomarkt. Genau das macht die Bewertung des Instruments besonders anfällig für die Entwicklung von BTC. Zugleich ist STRC Teil einer breiteren Reihe von Preferred Securities von Strategy, neben unter anderem STRF, STRK und STRD, die jeweils ein eigenes Risiko- und Renditeprofil mitbringen.
Oeis Modell geht davon aus, dass der Wert hinter den Preferred Shares ausreicht, um die Dividendenzahlungen über einen langen Zeitraum aufrechtzuerhalten. Er kalkuliert mit 29 Jahren an Dividendenzahlungen bei einem Diskontsatz von 12 %. Daraus leitet er einen Wert von 96,30 $ (84 €) pro Aktie ab. Der Marktpreis von rund 85 $ (74 €) würde in diesem Modell nur 17 Jahre an Ausschüttungen widerspiegeln.
Warum das relevant bleibt
Für europäische Krypto-Anleger ist das vor allem deshalb relevant, weil sich daran zeigt, wie stark Bitcoin-nahe Anlageinstrumente von ihrem inneren Wert abweichen können. Der Fall rund um STRC macht außerdem deutlich, dass nicht nur der BTC-Kurs zählt, sondern auch die Einschätzung der Struktur, des Dividendenstroms und der Bilanz eines Krypto-Unternehmens. Solche Produkte sind damit deutlich komplexer als eine einfache Bitcoin-Exposure.
Oei weist allerdings selbst darauf hin, dass seine Position nicht neutral ist: Er leitet Treasury, ein europäisches Bitcoin-Treasury-Unternehmen. Gleichzeitig bleiben Skeptiker bei der Frage, wie tragfähig die Ausschüttungen wären, falls Bitcoin deutlich zurückfallen sollte. Damit bleibt der Kern der Debatte unverändert: Ist der aktuelle Abschlag eine Chance, oder signalisiert er eher ein Risiko, das der Markt noch nicht vollständig eingepreist hat?