Trump setzt die CFTC unter Druck, Hyperliquid in die USA zu holen
HYPE sprang um 11 %, nachdem Trump sagte, die CFTC arbeite an einem vollständig konformen Weg für Hyperliquid in den USA. Der Schritt passt in die breitere Debatte über regulierte Krypto-Derivate und perpetual futures.

Wichtigste Erkenntnisse
- HYPE stieg am Mittwoch um 11 %, nachdem Trump sagte, CFTC-Vorsitzender Mike Selig arbeite an einem konformen und legalen Weg für Hyperliquid in den USA.
- Hyperliquid ist eine blockchain-basierte Exchange für perpetual futures, läuft auf einer eigenen Layer-1 und nutzt den HYPE-Token.
- Eine US-Version müsste sich mit Registrierung, Kundenschutz und Marktaufsicht befassen; Trump nannte keine Details oder einen Zeitplan.
Hyperliquid-Token HYPE stieg am Mittwoch um 11 %, nachdem der US-amerikanische Präsident Donald Trump sagte, CFTC-Vorsitzender Mike Selig arbeite an einer Möglichkeit, Hyperliquid in die Vereinigten Staaten zu bringen. Trump sprach dabei von einem vollständig konformen und legalen Weg, nannte aber keine Details zur genauen Ausgestaltung oder zum Zeitplan.
Was Hyperliquid macht
Hyperliquid ist eine blockchain-basierte Exchange, die vor allem für perpetual futures bekannt ist, auch Perps genannt. Damit können Trader auf die Kursentwicklung eines Assets spekulieren, ohne es selbst zu besitzen, und die Kontrakte haben kein Enddatum. Nutzer verbinden ihre Krypto Wallet direkt mit der Plattform, statt ein Konto bei einem traditionellen Futures-Broker zu eröffnen.
Die Plattform läuft auf einer eigenen Layer-1-Blockchain und nutzt den HYPE-Token. Hyperliquid wurde 2022 gegründet und wuchs in diesem Jahr schnell, vor allem rund um Bitcoin perpetual swaps. Dadurch bekam das Projekt mehr Aufmerksamkeit in einem Markt, der lange von Offshore-Krypto-Exchanges dominiert wurde.
Warum Washington hinschaut
Trump äußerte sich während eines Treffens im Weißen Haus mit Krypto- und Tech-Managern, darunter Coinbase-Chef Brian Armstrong, Ripple-Chef Brad Garlinghouse und Robinhood-Chef Vlad Tenev. Auch Führungskräfte von Nasdaq und Intercontinental Exchange waren anwesend. Das zeigt, dass sich die Debatte über Krypto-Derivate in den USA nicht mehr nur um kleine Nischenplattformen dreht, sondern auch um Anbieter, die bereits fest im traditionellen Markt verankert sind.
Die CFTC genehmigte zuvor bereits Coinbase Derivatives, perpetual-style Bitcoin- und Ether-Futures anzubieten; der Handel begann im Juli 2025. Auch der Prediction-Market-Betreiber Kalshi erhielt ein ähnliches Produkt genehmigt. Das macht deutlich, dass US-Anbieter bereits Schritte in Richtung solcher Produkte gehen, auch wenn Hyperliquid selbst ein anderer Fall ist. Auch am Markt selbst nimmt der Wettbewerb zu: AFX versucht sich zum Beispiel als neuer Herausforderer im selben perp-DEX-Markt zu positionieren.
Regulierung bleibt die Hürde
Eine Onshore-Version von Hyperliquid müsste sich mit Regeln zu Registrierung, Kundenschutz und Marktaufsicht auseinandersetzen. Genau diese Anforderungen haben viele Krypto-Plattformen bislang davon abgehalten, US-Kunden direkt zu bedienen. Trump sagte nicht, welche Lizenzen nötig wären, und seine Aussagen bedeuten auch nicht, dass die CFTC bereits grünes Licht gegeben hat.
Für europäische Krypto-Beobachter ist das relevant, weil die USA damit erneut zeigen, wie schnell die Grenze zwischen DeFi-ähnlichen Handelsplattformen und regulierten Derivatemärkten verschwimmt. Wenn Aufseher versuchen, eine Plattform wie Hyperliquid unter bundesweite Regeln zu bringen, könnte das auch Hinweise darauf geben, wie andere große perpetual-Märkte künftig bewertet werden.