US-Anleihewarnung setzt Bitcoin und Aktien unter Druck
Bassmans Warnung vor 20-jährigen Treasuries rückt höhere Renditen in den Fokus, mit möglichem Druck auf risikoreiche Assets wie Bitcoin und Wachstumsaktien.

Wichtigste Erkenntnisse
- Harley Bassman warnt, dass eine 20-jährige Rendite von 6% eine Verkaufswelle von rund 110 Milliarden Dollar an Anleihen auslösen könnte.
- Höhere Renditen könnten Aktien und Bitcoin unter Druck setzen, weil Anleger dann schneller in sicherere US-Staatsanleihen umschichten.
- Bitcoin handelte am Dienstag bei rund 83.014 Dollar, während der S&P 500 nahe seinem Rekord blieb.
Wall Street blickt erneut auf den Anleihemarkt, nachdem der erfahrene Stratege Harley Bassman gewarnt hat, dass eine 20-jährige Rendite von 6% eine Verkaufswelle auslösen könnte, die 110 Milliarden Dollar (98,3 Milliarden Euro) an Anleihen entspricht. Seiner Einschätzung nach könnten Aktien und Bitcoin darunter leiden, weil Anleger dann schneller in sicherere US-Staatsanleihen umschichten.
Warum 6% so sensibel sind
Die 20-jährige Rendite lag in Bassmans Bericht vom 13. Oktober bei rund 5,68% und damit nur 0,32 Prozentpunkte unter seinem Warnniveau. Das Risiko liegt seiner Ansicht nach in etwa 200 Milliarden Dollar (179 Milliarden Euro) an Treasury-Futures. Diese Kontrakte geben Verkäufern die Wahl, welche Anleihen sie liefern, und bei steigenden Renditen werden längere Anleihen oft zur günstigsten Option.
Das kann eine Kettenreaktion auslösen. Manager, die ihr Risiko absichern wollen, könnten dann zusätzlich Anleihen verkaufen oder hedgen. Bassman sagte, eine solche Verschiebung entspräche einer Treasury, die innerhalb von vier Monaten 20-jährige Anleihen im Umfang von 110 Milliarden Dollar (98,3 Milliarden Euro) versteigert.
Folgen für Aktien und Bitcoin
Höhere Renditen machen Staatsanleihen attraktiver und Kredite für Unternehmen teurer. Das könnte vor allem Wachstumsaktien treffen, weil ihre Bewertungen oft empfindlicher auf höhere Diskontsätze reagieren. Bank of America verwies außerdem auf eine weitere Schwelle: Eine 10-jährige Rendite von 5,9% könnte Vermögensverwalter bereits stärker in Richtung Anleihen als Aktien lenken.
Für Bitcoin ist das Bild ähnlich, auch wenn die Reaktion oft volatiler ausfällt. Die Kryptowährung handelte am Dienstag bei rund 83.014 Dollar (74.200 Euro) und fiel zuvor kurz unter 83.000 Dollar (74.200 Euro), bevor sie sich wieder bei rund 84.500 Dollar (75.500 Euro) stabilisierte. Gleichzeitig blieb der S&P 500 nahe seinem Rekord, was zeigt, dass Aktien bislang nicht im gleichen Ausmaß reagieren wie der Anleihemarkt.
Auch die breiteren Zinserwartungen spielen eine Rolle. In der Diskussion über die Fed wurde bereits deutlich, wie sensibel die Märkte auf Signale zu einem möglichen höheren Zinskurs reagieren.
Warum das für Krypto relevant ist
Für europäische Krypto-Anleger ist das vor allem relevant, weil Bitcoin immer häufiger mit dem breiteren Risikosentiment mitläuft. Wenn die US-Renditen weiter steigen, könnte das die Aufmerksamkeit der Anleger vorübergehend von Krypto hin zu Staatsanleihen verschieben. Die jüngsten Protokolle der Federal Reserve zeigten zudem, dass höhere Treasury-Renditen bereits deutlich auf dem Radar stehen, auch wegen Inflationserwartungen und Verschiebungen bei den Realrenditen.