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Vitalik Buterin: KI könnte Bitcoin-Miner aus teuren Standorten verdrängen

Buterin verweist auf den Kostenunterschied zwischen Bitcoin-Mining und KI-Inferenz: Miner reagieren stärker auf Strompreise, während KI vor allem auf teure Chips setzt.

Vitalik Buterin: KI könnte Bitcoin-Miner aus teuren Standorten verdrängen

Wichtigste Erkenntnisse

  • Vitalik Buterin sagt, dass Bitcoin-Mining ungefähr zur Hälfte aus Hardwarekosten und zur Hälfte aus Stromkosten besteht.
  • KI-Inferenz hängt laut Buterin viel stärker von teuren Chips als von Strom ab, wodurch höhere Strompreise weniger ins Gewicht fallen.
  • Das Wachstum von KI-Rechenzentren verschärft den Wettbewerb um Strom und Netzkapazität, was Miner und KI-Unternehmen an dieselben Standorte drängt.

Vitalik Buterin hat auf X erklärt, dass Bitcoin-Mining und KI auf unterschiedliche Weise mit Energie umgehen. Laut dem Ethereum-Mitgründer besteht die Kostenstruktur von Bitcoin-Mining grob zur Hälfte aus Hardware und zur Hälfte aus Strom. KI-Inferenz ist seiner Ansicht nach dagegen fast vollständig eine Hardwarerechnung. Dieser Unterschied wird wichtiger, da beide Sektoren immer häufiger auf dieselben Stromstandorte schauen.

Was Bitcoin-Mining kostet

Buterin teilte eine Kostenübersicht, aus der hervorgeht, dass die Gesamtkosten pro Bitcoin bei etwa 93.700 Dollar (83.300 Euro) liegen. Der größte Posten ist Strom: Elektrizität, die direkt in die Maschinen fließt, kostet laut seiner Tabelle 40.600 Dollar (36.100 Euro) pro Coin und macht 43,3 % des Gesamtbetrags aus. Hinzu kommen weitere Stromkosten in Höhe von 2.400 Dollar (2.130 Euro).

Auch die Hardwareseite schlägt deutlich zu Buche. Compute Capex, also unter anderem Geräte, Kühlung, Stromversorgung und Finanzierung, liegt bei rund 37.600 Dollar (33.400 Euro) pro Coin, also bei fast 40 %. Arbeit, Standortmiete, Wartung, Versicherung, Steuern und Bandbreite ergänzen den Rest. Dadurch liegen Strom und Hardware als Kostenblöcke dicht beieinander.

Buterin wies außerdem darauf hin, dass diese Berechnung über einer jüngsten Schätzung von JPMorgan liegt, die die Produktionskosten von Bitcoin auf 85.000 Dollar (75.500 Euro) bezifferte. Die Tabelle liegt zudem über dem aktuellen Bitcoin-Kurs, was bedeutet, dass ein durchschnittlicher Miner seine gesamten Kosten nicht zurückverdient.

Warum KI anders funktioniert

Bei KI-Inferenz liegt der Schwerpunkt laut Buterin viel stärker auf teuren Chips als auf Strom. Dadurch kann ein KI-Unternehmen höhere Strompreise wahrscheinlich leichter verkraften als ein Miner. Für Bitcoin-Miner bleibt günstiger Strom dagegen ein deutlich größerer Teil des Vorteils.

Dieser Gegensatz steht vor einem breiteren Hintergrund. Bitcoin-Mining verbraucht weltweit bereits eine beträchtliche Menge Strom, während das schnelle Wachstum von KI-Rechenzentren die Stromnachfrage weiter nach oben treibt. Gartner erwartet, dass der Stromverbrauch von Rechenzentren im Jahr 2026 um 26 % auf 565 TWh steigt, vor allem wegen KI-Workloads. Auch KI-Server selbst übernehmen einen immer größeren Teil dieser Nachfrage.

Folgen für Energie-Standorte

Für europäische Krypto-Leser ist vor allem relevant, dass der Wettbewerb um Strom und Netzkapazität schärfer werden könnte. In einigen Regionen verzögern sich Rechenzentrumsprojekte bereits wegen Stromengpässen und knapper Ausrüstung. Das macht deutlich, warum Miner und KI-Unternehmen immer häufiger auf dieselben Standorte schauen, auch wenn sie ihr Kapital auf ganz unterschiedliche Weise einsetzen.

Buterin sagte, dass einige Miner bereits genehmigte Netzkapazität besitzen, die KI-Unternehmen nicht schnell genug aufbauen können. Gleichzeitig suchen andere Akteure nach Wegen, beide Modelle zu kombinieren. BitMEX-Mitgründer Arthur Hayes arbeitet zum Beispiel an einem Bitcoin-ähnlichen KI-Mining-Netzwerk, das GPU-Besitzer bezahlt. Welche Seite am Ende stärker dasteht, hängt laut Buterin weniger von Bitcoin selbst ab als davon, wer Hardware am schnellsten finanzieren kann.


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