Wanchain-Bridge gehackt, NIGHT fällt auf Rekordtief
Der Angriff traf vor allem Wanchains Cardano-Bridge, wodurch die Absicherung der gewrappten NIGHT-Version auf BNB Chain fast vollständig wegfiel. Wanchain hat die Bridge während der laufenden Untersuchung gestoppt.

Wichtigste Erkenntnisse
- Ein Angreifer zog rund 515 Millionen NIGHT aus Wanchains Cardano-Bridge ab, wodurch die Bridge-Reserven fast vollständig aufgebraucht wurden.
- Die Bestände sanken von etwa 527 Millionen auf nur noch rund 12 Millionen NIGHT; Wanchain hat die Bridge während der Untersuchung angehalten.
- NIGHT fiel auf etwa 0.019 $, auch weil nach dem Vorfall rund 290 Millionen Token auf decentralized exchanges gelandet waren und zusätzlichen Verkaufsdruck auslösten.
Midnight (NIGHT) ist auf ein neues Rekordtief gerutscht, nachdem ein Angreifer rund 515 Millionen Token aus Wanchains Cardano-Bridge abgezogen hatte. Nach der ersten Analyse war vor allem die Bridge-Reserve betroffen und nicht das Midnight-Netzwerk selbst. Dennoch setzte der Vorfall den Token unmittelbar unter starken Verkaufsdruck.
Bridge-Reserven fast leer
Laut On-Chain-Analyst Paul wurde die Cardano-Side-Lock-Adresse zwischen 14:46 und 14:55 UTC geleert. Über diese Adresse war das von Wanchain gewrappte NIGHT auf der BNB Chain abgesichert, weshalb der Angriff sofort Auswirkungen auf diese Token-Version hatte. Betroffen war ausschließlich NIGHT, andere bridged Assets blieben laut Analyse unangetastet.
Die Reserven fielen damit von rund 527 Millionen NIGHT auf nur noch etwa 12 Millionen. Das entspricht einem Rückgang von ungefähr 97 Prozent der Bridge-Bestände. Wanchain hat die Bridge inzwischen deaktiviert, während die Untersuchung weiterläuft.
Verkaufsdruck auf DEXs
Der Angreifer verteilte die gestohlenen Token über neu angelegte Wallets und verkaufte einen Teil davon auf Cardano-basierten Exchanges. Rund 290 Millionen NIGHT landeten auf decentralized exchanges, was den Kurs zusätzlich belastete. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wurde NIGHT bei etwa 0.019 $ (0.017 €) gehandelt, was einem Tagesminus von rund 27 Prozent entspricht.
Der Vorfall reiht sich in ein bekanntes Muster ein: Cross-Chain-Bridges gehören seit Jahren zu den bevorzugten Angriffszielen und haben seit 2021 zusammen Schäden von mehr als 4,3 $ Milliarden (3,8 € Milliarden) verursacht. Laut der Projektdokumentation setzt Wanchains WanBridge unter anderem auf Secure Multiparty Computation und das Threshold Signature Scheme, um Cross-Chain-Assets abzusichern. Trotzdem bleiben solche Systeme verwundbar, wenn eine Lock-Adresse oder die Bridge-Ebene selbst kompromittiert wird.
Folgen für europäische Leser
Für europäische Krypto-Anleger ist das vor allem deshalb relevant, weil Bridge-Risiken oft deutlich weniger sichtbar sind als der Token selbst. Der Vorfall zeigt, dass ein Token auf verschiedenen Netzwerken sehr unterschiedlich betroffen sein kann, je nachdem, wo Liquidität oder Absicherung liegen. Die Midnight Foundation betonte, dass der Kern des Netzwerks normal weiterlief, was den Unterschied zwischen Protokollrisiko und Bridge-Risiko noch einmal klar macht.