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Warum DeFi-Projekte ihre eigenen Stablecoins erstellen

Eine neue Marktentwicklung im Decentralised Finance (DeFi) will die Stablecoin-Industrie aufmischen – so funktioniert sie.

Warum DeFi-Projekte ihre eigenen Stablecoins erstellen

Eine neue Marktentwicklung im Decentralised Finance (DeFi) will die Stablecoin-Industrie aufmischen – so funktioniert sie.

Zentralisierte Stablecoin-Projekte, ausgegeben von bestimmten Unternehmen, dominieren seit Jahren den Handel mit Kryptowährungen im DeFi-Bereich. Ob du Token auf Uniswap austauschst, eine Kreditaufnahme mit Aave tätigst oder einen gehebelten Trade über dYdX durchführst – fast nichts funktioniert in DeFi ohne Stablecoins wie Tether (USDT) oder USD Coin (USDC).

Seit dem 1. Januar 2021 hat sich die Marktkapitalisierung von Stablecoins in DeFi-Protokollen von etwa 20 Milliarden Dollar auf über 90 Milliarden Dollar erhöht (+360 Prozent). Der Großteil dieses Wachstums lässt sich den Stablecoins USDT, USDC und Binance USD (BUSD) zuschreiben. Zusammen sind sie verantwortlich für fast 90 Prozent der gesamten Stablecoin-Marktkapitalisierung in DeFi.

  1. USD Coin (USDC) – 36,88 Milliarden US-Dollar.

  2. Tether (USDT) – 28,21 Milliarden US-Dollar.

  3. Binance USD (BUSD) – 14,89 Milliarden US-Dollar.

Was sind protocol-owned stablecoins?

In den vergangenen Jahren wurde das Risiko einer solchen Zentralisierung oft unterschätzt. Wie dezentral ist das DeFi-Ökosystem wirklich, wenn die wichtigsten Stablecoins in den Händen weniger großer Unternehmen liegen?

Das Verbot der Krypto-Mixer Tornado Cash zeigte kürzlich, wie mächtig Stablecoin-Unternehmen in DeFi sein können. Kurz nachdem die USA Tornado Cash verboten hatten, sperrte Circle, das Unternehmen hinter USDC, alle USDC, die jemals mit Tornado Cash interagiert hatten. Das führte dazu, dass Tausende von Nutzern, meist unschuldig, ihre USDC-Token nicht transferieren konnten, ohne eine Warnung zu erhalten.

Insbesondere bei DeFi-Protokollen oder sogenannten dezentralisierten Stablecoins, die stark von zentralisierten Stablecoins abhängen, fragt man sich, wie dezentralisiert sie wirklich sind. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen haben in den letzten Monaten immer mehr DeFi-Projekte darüber nachgedacht, wie sie ihre Abhängigkeit von Stablecoins wie USDC oder USDT verringern können. Das hat zur Entstehung sogenannter protocol-owned stablecoins geführt. Das sind Stablecoins, die von DeFi-Projekten geschaffen werden, die normalerweise andere Produkte oder Dienstleistungen im DeFi anbieten (Token-Swaps, Verleihungen ...).

Aave und Curve führen Stablecoins ein

Ein gutes Beispiel für protocol-owned stablecoins sind GHO und crvUSD von den beiden DeFi-Standards Aave und Curve. Beide dezentralen autonomen Organisationen (DAOs) der DeFi-Projekte haben erst kürzlich angekündigt, dass sie protocol-owned stablecoins einführen möchten. Beide Projekte sind üblicherweise anderen Aufgaben im DeFi-Ökosystem gewidmet. Curve ist eine dezentrale Börse (DEX) und Aave ein DeFi-Verleihprotokoll. Die Veröffentlichung einer protocol-eigenen Stablecoin ist daher Neuland für beide Protokolle. Sowohl die Stablecoin von Aave (GHO) als auch die Stablecoin von Curve (crvUSD) werden überkollateralisiert sein, vergleichbar mit MakerDAs DAI. Was bedeutet das?

Im Gegensatz zu zentralisierten Stablecoins wie Circle's USDC oder Tether's USDT, die durch echtes Geld und Vermögenswerte gedeckt sind, wird der Wert von crvUSD und GHO durch hinterlegte Kryptowährungen gedeckt. Diese Art von Stablecoins werden als überkollateralisiert bezeichnet. Das liegt daran, dass ihr Gesamtwert deutlich höher ist als der Wert der im Umlauf befindlichen crvUSD- bzw. GHO-Token. Wann genau die beiden protocol-owned Stablecoins auf den Markt kommen und wie sie letztendlich die Tokenomics von AAVE und CRV beeinflussen werden, ist derzeit unklar.

Warum DeFi-Projekte ihre eigenen Stablecoins wollen

Auf der einen Seite wollen DeFi-Projekte mit eigenen Stablecoins ihre Abhängigkeit von zentralisierten Stablecoin-Anbietern verringern. Auf der anderen Seite können DeFi-Protokolle durch die Ausgabe eigener Stablecoins an einem Marktteilnehmen, der in den letzten Jahren stark gewachsen ist.

Nachteile von USDT, USDC und Co. für DeFi

Die Abhängigkeit von zentralisierten Stablecoins wie USDT oder BUSD ist extrem riskant für DeFi, da sie eingefroren werden können. Zentrale Stablecoin-Anbieter wie Binance oder Circle verfügen über immense Macht und könnten theoretisch ganze DeFi-Protokolle kippen. Die Abhängigkeit von diesen Stablecoins macht daher einen Großteil der DeFi-Welt anfällig für Zensur. Wenn Circle beispielsweise Probleme mit den Behörden bekommt oder bestimmte Reserven für USDC beschlagnahmt oder gestohlen werden, könnte dies zu einem Zusammenbruch ganzer DeFi-Ökosysteme führen, weil plötzlich keine Reserven mehr für die Smart Contracts der DeFi-Protokolle vorhanden sind.

Vorteile von Stablecoins wie crvUSD und GHO

Durch den Ausstieg aus zentralisierten Stablecoins können Protokolle ein höheres Maß an Sicherheit und Dezentralisierung erreichen. Je nachdem, wie ein DeFi-Protokoll seine eigene Stablecoin gestaltet, kann sich auch die Tokenomics des Projekts verbessern. Curve könnte crvUSD beispielsweise nutzen, um mehr Liquidität auf seine Plattform zu bringen, indem Nutzer ihre bestehenden Liquiditätspositionen bei Curve als Reserve nutzen, um crvUSD zu generieren, was direkt dem CRV-Token zugutekommt.

Fazit

Letztendlich können DeFi-Projekte mit ihren eigenen Stablecoins also nicht nur die Zensurbeständigkeit ihrer Protokolle erhöhen, sondern sie auch sinnvoll in ihre Protokolle integrieren. Stablecoins machen derzeit rund 14 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung von Kryptowährungen aus. Es ist wahrscheinlich, dass die Stablecoin-Industrie weiter wächst, während sowohl die Digitalisierung unseres Finanzsystems als auch die Krypto- und DeFi-Industrie an Momentum gewinnen. Für DeFi-Projekte kann eine protocol-owner Stablecoin daher sinnvoll sein – nicht nur aus Gründen der Dezentralisierung, sondern auch für die weitere Entwicklung eigener Plattformen.


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