$130 Millionen von Hardware-Wallets gestohlen, Bitcoin-ETF im Fokus
Der Coldcard-Hack betrifft mehr als 5.200 Adressen und rückt die Wahl zwischen Selbstverwahrung und einem Spot-Bitcoin-ETF wie BlackRock’s IBIT erneut in den Fokus.

Wichtigste Erkenntnisse
- Hacker stahlen über $130 Millionen durch einen Fehler in alter Coldcard-Firmware, wodurch einige Hardware-Wallets deutlich schwächere Schlüssel erzeugten.
- Der Hack entfacht die Debatte zwischen der eigenen Verwahrung von Bitcoin und dem Investment über einen Bitcoin-ETF neu, mit unterschiedlichen Risiken und Verantwortlichkeiten.
- US-amerikanische Spot-Bitcoin-ETFs zogen in derselben Woche mehr als $853 Millionen an, davon entfielen auf BlackRock’s IBIT rund $693 Millionen.
Hacker haben mehr als $130 Millionen (€112 Millionen) bei Nutzern von Hardware-Wallets erbeutet, und das rückt die alte Debatte um Selbstverwahrung versus einen Bitcoin-ETF erneut in den Mittelpunkt. Während die eine Gruppe maximale Kontrolle will, setzt die andere bewusst auf die Auslagerung an einen Anbieter wie BlackRock. Das Timing ist auffällig: Im selben Zeitraum flossen gerade Hunderte Millionen in US-amerikanische Spot-Bitcoin-ETFs.
Was schiefgelaufen ist
Der Hack betraf mehr als 5.200 Adressen. Bei alter Firmware von Coldcard-Wallets zeigte sich, dass einige Geräte viel zu schwache Schlüssel erzeugten, weil statt der vorgesehenen 128 Bits Zufall manchmal nur 40 Bits übrig blieben. Für Nutzer ist so ein Fehler kaum sichtbar, gerade weil das Problem tief in der Firmware steckt.
Der Hersteller Coinkite bestätigte das Problem und brachte schnell neue Firmware heraus, doch für die Betroffenen kam dieses Update zu spät. Das macht sofort klar, warum Hardware-Wallets trotz ihres Offline-Charakters nicht automatisch wasserdicht sind. Auch physische Angriffe und gefälschte Geräte bleiben in diesem Marktsegment ein Risiko.
ETF oder eigene Wallet
Selbst verwahren gibt dir die volle Kontrolle. Niemand kann deine Coins einfrieren oder eine Überweisung stoppen, und genau das bleibt für viele Bitcoin-Besitzer das stärkste Argument. Dem steht gegenüber, dass du selbst für Technik, Back-ups, Zugriff und Erbfolge verantwortlich bist.
Ein Bitcoin-ETF dreht dieses Modell um. Du kaufst über ein normales Wertpapierdepot ein Engagement im Bitcoin-Kurs, während die Verwahrung bei professionellen Anbietern liegt. In der Praxis bedeutet das weniger Aufwand mit Schlüsseln, aber auch keinen direkten Zugriff auf echte Coins.
Die Risiken sind also andere. Bei Selbstverwahrung geht es um Firmware, Seed Phrases, Brand oder Diebstahl. Bei einem ETF spielen vor allem Gegenparteirisiko, feste Handelszeiten und Kosten eine Rolle. Der größte Spot-Bitcoin-ETF, BlackRock’s IBIT, verlangt 0,25 Prozent pro Jahr.
Warum das zählt
Für europäische Krypto-Anleger ist diese Debatte relevant, weil sie zeigt, wie unterschiedlich der Zugang zu Bitcoin organisiert werden kann. Eine Hardware-Wallet bietet maximale Autonomie, verlangt aber auch mehr Disziplin und technische Sorgfalt. Ein ETF ist einfacher in der Nutzung, verlagert aber einen Teil des Risikos auf den Verwahrer und die Fondsstruktur.
Die Zuflüsse unterstreichen dieses Spannungsfeld. In der Woche nach dem Hack nahmen die US-amerikanischen Spot-Bitcoin-ETFs mehr als $853 Millionen (€737 Millionen) ein, die stärkste Woche seit April. Auf BlackRock entfielen davon rund $693 Millionen (€599 Millionen), also 81 Prozent. Das zeigt, dass Sicherheit, Komfort und Vertrauen für viele Anleger mindestens genauso wichtig sind wie die Idee der vollständigen Selbstbestimmung.