Bybit sagt, dass KI 700 Millionen Dollar an Auszahlungen blockiert hat
Bybit sagt, dass KI im ersten Halbjahr mehr als 30.000 verdächtige Auszahlungen blockiert und mögliche Verluste von über 700 Millionen Dollar verhindert hat. Die Exchange führt den Einsatz auf schnellere Erkennung nach dem Hack von 2025 zurück.

Wichtigste Erkenntnisse
- Bybit sagt, dass KI-gestützte Kontrollen in der ersten Hälfte dieses Jahres mehr als 30.000 verdächtige Auszahlungsanträge gestoppt haben.
- Nach Angaben des Unternehmens wurden damit fast 20.000 Nutzer vor möglichen Verlusten von mehr als 700 Millionen Dollar geschützt, wobei eine erste Prüfung im Schnitt 4,7 Minuten dauerte.
- Bybit meldete außerdem, dass KI rund 212 Millionen Dollar an Betrugsfonds markierte und mehr als 10.000 Adressen auf eine Blacklist setzte.
Die Krypto-Exchange Bybit sagt, dass KI-gestützte Kontrollen in der ersten Hälfte dieses Jahres mehr als 30.000 verdächtige Auszahlungsanträge gestoppt haben. Nach Angaben des Unternehmens wurden damit fast 20.000 Nutzer vor möglichen Verlusten von mehr als 700 Millionen Dollar (605 Millionen Euro) geschützt, während die erste Prüfung einer markierten Auszahlung im Schnitt 4,7 Minuten dauerte.
Schneller als manuelle Kontrollen
Bybit teilte mit, dass KI-Audits High-Severity-Schwachstellen bis zu fünfmal häufiger fanden als manuelle Reviews. Außerdem soll sich die Zeit zwischen der Bewertung eines Systems und dem Testen davon von etwa zwei Wochen auf zwei Stunden verkürzt haben. Im selben Zeitraum scannte das automatisierte Red-Team 1.489 öffentlich zugängliche Assets und fand mehr als 100 High-Severity-Fehler.
Die Exchange sagt außerdem, dass KI rund 212 Millionen Dollar (183 Millionen Euro) an Mitteln markiert hat, die mit Betrug in Verbindung standen, und mehr als 10.000 Adressen auf eine Blacklist gesetzt hat. Mehr als 100.000 Security-Alerts wurden laut Bybit mit KI-Unterstützung verarbeitet. Die Zahlen stammen vom Unternehmen selbst und lassen sich nicht unabhängig verifizieren.
Schatten des Hacks von 2025
Die Veröffentlichung dieser Zahlen steht nicht losgelöst von Bybits eigener Geschichte. Im Februar 2025 verlor die Exchange rund 1,46 Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro) beim größten Diebstahl in der Kryptogeschichte, der der nordkoreanischen Lazarus Group zugeschrieben wurde. Das Unternehmen führt dazu weiterhin rechtliche Schritte gegen den Staat und die Gruppe.
Bybit ist nicht die einzige Partei, die KI inzwischen für Security einsetzt. Auch kleinere Teams und unabhängige Entwickler nutzen dieselben Tools, um Schwachstellen zu finden, bevor Angreifer das tun. In der Branche wächst damit der Fokus auf schnellere Erkennung, auch wenn menschliche Prüfung nach Angaben von Bybit selbst bei kritischen Entscheidungen zentral bleibt.
Auch andere Parteien suchen nach Wegen, KI direkt in Security-Prozesse einzubinden. So schloss sich Payward einem Anthropic-Projekt an, um Systeme automatisch auf Software-Schwachstellen zu scannen.
Bedeutung für Europa
Für europäische Kryptoleiter zeigt das, wie schnell sich Security in der Branche von periodischen Kontrollen hin zu kontinuierlichem, automatisiertem Screening verschiebt. Das kann vor allem für Krypto-Exchanges und andere Plattformen relevant sein, die große Mengen an Kundengeldern verwalten, weil die Zeit zwischen Erkennung und Eingreifen immer kürzer wird.
Das Beispiel von Bybit passt auch in einen breiteren Trend, in dem Angreifer und Verteidiger dieselben KI-Tools nutzen, aber nicht immer mit denselben Mitteln. Damit wird Security nicht nur zu einer technischen Frage, sondern auch zu einem operativen Rennen darum, schneller auf verdächtige Aktivitäten reagieren zu können.