BitGo erhält erste VASP-Lizenz in Südkorea
Die Genehmigung der KoFIU verschafft BitGo Zugang zu institutionellen Custody- und Transferdiensten in einem streng regulierten Markt. Südkorea hat die VASP-Regeln und Anti-Geldwäsche-Kontrollen in den vergangenen Jahren weiter verschärft.

Wichtigste Erkenntnisse
- BitGo erhielt als erstes globales Kryptounternehmen eine VASP-Lizenz in Südkorea.
- Die Genehmigung ermöglicht Custody- und Transferdienste für institutionelle und gewerbliche Kunden über BitGo Korea.
- Südkorea hat die Aufsicht über Krypto-Dienstleister in den vergangenen Jahren weiter verschärft.
BitGo hat als erstes globales Kryptounternehmen eine VASP-Lizenz in Südkorea erhalten. Damit bekommt der börsennotierte Custody-Anbieter Zugang zu institutionellen Kunden in einem der aktivsten Kryptomärkte der Welt.
Neue koreanische Einheit
Die Genehmigung kam über die Korea Financial Intelligence Unit, die BitGo die Erlaubnis für Custody- und Transferdienste für institutionelle und gewerbliche Kunden erteilte. Statt einer lokalen Übernahme entschied sich das Unternehmen für eine neue Einheit, BitGo Korea, die von Grund auf aufgebaut wurde.
BitGo sagte, dass es dafür lokale Sicherheits-, Anti-Geldwäsche- und interne Kontrollrahmen eingerichtet habe. Das Unternehmen verfügt bereits über regulierte Einheiten in den Vereinigten Staaten, Singapur, Deutschland und Dubai. BitGo ging Anfang dieses Jahres an die New York Stock Exchange mit einer Bewertung von 2 Milliarden Dollar (1,7 Milliarden Euro).
Südkorea verschärft die Aufsicht
Der Schritt passt in einen Markt, in dem die Regeln für Krypto-Dienstleister in den vergangenen Jahren strenger geworden sind. Südkorea verlangt von VASPs die Registrierung bei KoFIU sowie die Einhaltung von Anti-Geldwäsche- und Terrorismusfinanzierungsregeln. Seit Juli 2024 gilt außerdem der Virtual Asset User Protection Act, der Anbieter verpflichtet, Kundengelder zu trennen und einen großen Teil der Einlagen in Cold Storage zu halten.
Auch die breitere Aufsicht wurde verschärft. Im Jahr 2025 genehmigte die Financial Services Commission nur zwei neue VASP-Registrierungen, was zeigt, wie begrenzt der Spielraum für neue Marktteilnehmer ist. Zudem wurde die Meldegrenze von 1 Million Won für Krypto-Überweisungen im Jahr 2026 gestrichen, wodurch Transaktionen stärker unter Aufsicht fallen.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Investoren zeigt diese Lizenz, wie wichtig lokale Regulierung für den Zugang zu institutionellen Kunden ist. Südkorea verbindet einen großen Retail-Markt mit strengeren Anforderungen an Custody, Compliance und Reporting, wodurch genehmigte Anbieter einen klareren Weg zu gewerblichen Diensten erhalten. Das macht den Markt zu einem interessanten Beispiel dafür, wie Aufsicht und Wachstum im Krypto-Bereich immer enger miteinander verknüpft sind.
BitGo-Aktien stiegen am Mittwoch um 16 %, während die Kryptokurse anzogen. Im vorbörslichen Handel lag die Aktie noch 3,2 % höher.