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Optimism genehmigt 49,7 Millionen Dollar schweren OP-Fonds nach entscheidender Stimme

Die Abstimmung verschiebt 546,9 Millionen OP in einen Strategic Ecosystem Fund unter Verwaltung der Optimism Foundation. Kritiker warnen vor mehr zentraler Kontrolle und weniger Transparenz bei Enterprise-Deals.

Optimism genehmigt 49,7 Millionen Dollar schweren OP-Fonds nach entscheidender Stimme

Wichtigste Erkenntnisse

  • Optimism hat einen Plan genehmigt, rund 49,7 Millionen Dollar an OP-Token in einen Strategic Ecosystem Fund zu verschieben.
  • Die entscheidende Stimme kam spät von delegate.testinprod-io.eth, wodurch die Zustimmung auf 61,84% stieg.
  • Der Vorschlag verlagert 546,9 Millionen OP aus der User-Airdrop-Allokation in einen von der Foundation verwalteten Fonds, trotz Kritik an Kontrolle und Transparenz.

Optimism hat einen Plan genehmigt, rund 49,7 Millionen Dollar (42,8 Millionen Euro) an OP-Token aus der User-Airdrop-Allokation in einen von der Foundation verwalteten Strategic Ecosystem Fund zu verschieben. Den Ausschlag gab eine Stimme über 8,486 Millionen OP durch ein von Optimism finanziertes Core-Development-Team, wodurch sich das Ergebnis in den letzten Minuten drehte.

Abstimmung kippt in letzter Minute

Die Abstimmung endete mit 17,974 Millionen OP dafür und 10,931 Millionen dagegen. Bei noch 16 Minuten und 52 Sekunden Restzeit stimmte delegate.testinprod-io.eth, auch bekannt als Test in Prod, für den Vorschlag. Dadurch stieg die Zustimmung von 45,77% auf 61,84%.

Ohne diesen Block wäre die Zustimmung bei 46,47% gelandet. Der Vorschlag hätte dann zwar weiterhin das Quorum erreicht, die Token wären aber in der User-Allokation geblieben.

Test in Prod wird im Agora-Profil als Core-Development-Team des Optimism Collective beschrieben. In einer Security-Council-Nominierung aus dem Jahr 2025 sagte das Team, dass es vollständig vom Collective finanziert werde. Im Juni erhielt es außerdem eine neue 12-monatige Amtszeit im Optimism Security Council.

Von Airdrops zum Ecosystem-Fonds

Der Vorschlag ordnet 546,9 Millionen OP, also 12,7% des gesamten Angebots, von der User-Airdrop-Allokation einem Strategic Ecosystem Fund unter Verwaltung der Optimism Foundation neu zu. Laut der Foundation passt eine breite Verteilung über Airdrops nicht mehr zur Strategie rund um die institutionelle Adoption. Die frei werdenden Token sollen dann für Partnerschaften, Anreize und Enterprise-Deals eingesetzt werden können.

Die Foundation will die gesamte Mittelverwendung des Fonds künftig im jährlichen Budgetbericht ausweisen. Das gibt Tokeninhabern später mehr Einblick, wie die Mittel verwendet werden, auch wenn der Spielraum für den Einsatz weiterhin breit bleibt.

Kritik am neuen Ansatz

Die Ethereum-Scaling-Research-Platform L2BEAT äußerte Einwände gegen die weit gefasste Befugnis, den unklaren Zusammenhang mit dem Wert für Tokeninhaber und das Fehlen einer Bewertung früherer Ausgaben für Partner. Auch der pseudonyme Rollup-Forscher Polynya und andere fanden, dass der Vorschlag die User-Allokation ohne klare Kontrolle pro Deal neu schreibt.

Für europäische Krypto-Beobachter ist das relevant, weil Optimism zeigt, wie Governance bei einer großen Layer-2 nicht nur um Technik geht, sondern auch darum, wer die Kontrolle über große Token-Reserven erhält. Das Ergebnis könnte außerdem für andere Projekte interessant sein, die ihre Airdrop-Politik durch einen stärker zentral gesteuerten Ecosystem-Fonds ersetzen wollen.

Das passt zu einer breiteren Verschiebung innerhalb der Branche, in der Tokenisierung und Onchain-Infrastruktur immer häufiger für institutionelle Anwendungen eingesetzt werden. Auch große Finanzakteure bewegen sich in diese Richtung, wie in Wall Street macht Tokenisierung zur strategischen Priorität.

Test in Prod verteidigte den Vorschlag mit dem Hinweis, dass Enterprise-Deals Vertraulichkeit erfordern und Optimism eine Kriegskasse brauche, um mithalten zu können. Das Team bat die Foundation allerdings darum, im Nachhinein aggregierte Ausgaben und Ergebnisse zu teilen. In sozialen Medien verwiesen Nutzer außerdem auf andere Optimism-Team-Adresscluster, was ihrer Ansicht nach auf ein stärker koordiniertes Abstimmungsverhalten hindeuten könnte.


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