Stripe erweitert Stablecoin-Karten auf 100 Länder
Stripe skaliert Stablecoin-Karten schnell hoch, mit Kraken und Ramp als Kunden. Der Rollout passt zum Wachstum digitaler Dollar und neuer Zahlungsinfrastruktur jenseits des Tradings.

Wichtigste Erkenntnisse
- Stripe will seine Stablecoin-Karten bis Ende dieses Jahres in mehr als 100 Ländern anbieten.
- Kunden wie Kraken, Ramp und Morse nutzen den Stablecoin-Dienst bereits, den Stripe an seine bestehende Karteninfrastruktur anbindet.
- Stripe prüft neben Stablecoins auch tokenisierte Einlagen, DeFi-Anwendungen und weitere digitale Assets als Zahlungsmittel.
Stripe setzt stark auf Stablecoin-Zahlungen und will seine Stablecoin-Karten bis Ende dieses Jahres in mehr als 100 Ländern anbieten. Damit gibt das Zahlungsunternehmen digitalen Dollar einen deutlich größeren Platz neben traditionellen Währungen, während es zugleich neue Anwendungen rund um Krypto und Zahlungen auslotet.
Schnelles Wachstum bei Stablecoin-Karten
Henri Stern, der als CEO und Mitgründer des Krypto-Wallet-Infrastrukturunternehmens Privy nun auch innerhalb von Stripe für Stablecoins und Krypto verantwortlich ist, sagte gegenüber CoinDesk, dass der Rollout schnell hochgefahren werde. Zu den aktuellen Kunden zählen die Krypto-Exchange Kraken, das Fintech-Unternehmen Ramp und die Zahlungs-App Morse.
Das Timing passt zu einem Markt, der deutlich größer wird. Der Stablecoin-Markt ist inzwischen mehr als 315 Milliarden Dollar (281 Milliarden Euro) wert, und an Stablecoins gekoppelte Zahlungskarten gewinnen schnell an Bedeutung. Im April lag die jährliche Run Rate von Visas Stablecoin-Kartenprogrammen bereits bei 7 Milliarden Dollar (6,2 Milliarden Euro), während das Kartenvolumen im Mai mit 828 Millionen Dollar (738 Millionen Euro) einen Rekord erreichte, wie aus den bereitgestellten Marktdaten hervorgeht.
Stripe baut auf bestehender Infrastruktur auf
Stripe versucht nicht, Stablecoins als eigenständiges Produkt zu positionieren, sondern als Teil der Infrastruktur, die das Unternehmen bereits hat. Seit 2018 hat das Unternehmen mehr als 400 Millionen Karten ausgegeben und Hunderte Milliarden Dollar an Kartenvolumen verarbeitet. Der Stablecoin-Dienst kombiniert dieses Kartennetzwerk mit Bridge, dem Stablecoin-Infrastrukturunternehmen, das Stripe 2024 für 1,1 Milliarden Dollar (1 Milliarde Euro) gekauft hat.
Laut Stern kann das für Kunden wie Ramp bedeuten, dass sie eine Geschäftskarte schneller in neuen Ländern ausrollen können, ohne pro Markt erneut Bank- und Zahlungsanbindungen aufzubauen. Kraken hat derweil nach Möglichkeiten gesucht, wie Kunden von Konten aus bezahlen können, auf denen sie ihre digitalen Assets bereits halten.
Stripe hält den Aufbau bewusst breit. Viele Programme nutzen derzeit noch Circle’s USDC, aber das Unternehmen will laut Stern vollständig stablecoin-agnostisch und blockchain-agnostisch bleiben. Stripe prüft außerdem tokenisierte Einlagen, DeFi-Anwendungen und die Akzeptanz weiterer digitaler Assets als Zahlungsmittel, auch wenn die Arbeit rund um Stablecoins vorerst im Mittelpunkt bleibt.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Beobachter zeigt diese Erweiterung, dass Stablecoins immer häufiger außerhalb von Trading und grenzüberschreitenden Transfers genutzt werden. Das ist relevant, weil Zahlungsunternehmen, Krypto-Exchanges und Wallets nach Wegen suchen, digitale Dollar in bestehende Zahlungsströme einzubinden. Das Wachstum von Stablecoin-Karten kann auch zeigen, wie schnell die Infrastruktur rund um Krypto-Zahlungen reift, ohne dass dafür sofort ein neues Verbraucherprodukt nötig ist.
Auch andere Zahlungsunternehmen gehen diesen Schritt. MoneyGram hat bereits eine Visa-Karte eingeführt, mit der Kunden einen Dollar-Stablecoin halten und ausgeben können, zunächst in Kolumbien und später in anderen Märkten.