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Clarity-Act-Streit bremst Krypto-Deals in den USA nicht direkt

Die Niederlage im Senat verzögert feste US-Regeln, doch SEC und CFTC halten den M&A-Markt für Krypto und Tokenisierung vorerst in Bewegung.

Clarity-Act-Streit bremst Krypto-Deals in den USA nicht direkt

Wichtigste Erkenntnisse

  • Der Senat lehnte den Clarity Act mit 49 zu 50 Stimmen ab, wodurch eine feste US-Kryptoregulierung erneut verzögert wird.
  • Banken und Investoren erwarten keinen breiten Stillstand; Deals in klarer regulierten Sektoren können weiterlaufen, während unklare Token-Aktivitäten schwieriger bleiben.
  • SEC und CFTC ergreifen bereits Zwischenmaßnahmen, während der gemeldete Dealwert in der ersten Hälfte von 2026 auf $9,7 Milliarden stieg.

Die gescheiterte Abstimmung über den Clarity Act hat die Hoffnung auf feste US-amerikanische Kryptoregeln erneut verzögert. Trotzdem erwarten Banken und Investoren nicht, dass Krypto-Übernahmen dadurch sofort zum Stillstand kommen. Sie sehen vor allem, dass Deals in Sektoren mit klareren Regeln weiterlaufen können, während Transaktionen rund um unklare Token-Aktivitäten schwieriger bleiben.

Niederlage im Senat setzt den Ton

Der Clarity Act erreichte am 15. September keine Mehrheit im Senat. Das Gesetz bekam 49 Stimmen dafür und 50 dagegen, während 60 Stimmen nötig gewesen wären, um weiterzukommen. Die Verhandlungen scheiterten an ethischen Beschränkungen für Spitzenfunktionäre mit Krypto-Interessen, darunter die von Präsident Donald Trump, sowie an Sorgen um Anlegerschutz und illegale Finanzierung.

Für die Branche stand viel auf dem Spiel. Seit Jahren gab es Hoffnung auf einen festen US-Regelkatalog, der klar macht, welche Krypto unter die SEC fallen und welche unter die CFTC. Da dieser Durchbruch ausbleibt, müssen die Aufseher vorerst selbst den Rahmen füllen.

M&A läuft selektiv weiter

Trotzdem erwarten Marktteilnehmer keinen breiten Stillstand. Paul McCaffery von der Investmentbank KBW sagte, dass das Scheitern des Clarity Act den Trend nicht verändert. Seiner Einschätzung nach bewegen sich SEC und CFTC bereits aktiv, um mehr Klarheit zu schaffen, und das stützt eine neue Welle von Deals in Krypto, traditionellen Finanzdienstleistungen und Fintech.

Diese Linie passt zu den jüngsten Schritten der Aufseher. Die SEC genehmigte kurz nach der Abstimmung eine vorübergehende Innovation Exemption für den begrenzten Handel mit tokenisierten US-Aktien auf bestimmten Onchain-Venues. Am 1. Oktober folgte ein Vorschlag dazu, wie Anlageberater und Fonds Krypto von Kunden verwahren dürfen. Die CFTC hat inzwischen ebenfalls einige Hürden gesenkt, unter anderem bei Softwareanbietern und Leitlinien für tokenisierte Anlagen und Blockchain-Registrierung.

Die Zahlen zeigen, dass der Markt bereits kräftig läuft. In der ersten Hälfte von 2026 lag der gemeldete Dealwert in der Branche bei $9,7 Milliarden (€8,6 Milliarden), ein Anstieg von 44% im Jahresvergleich, wie CryptoRank Research berichtet. Die Zahl der angekündigten Übernahmen sank allerdings um 8% auf 87, was darauf hindeutet, dass vor allem einige große Transaktionen das Bild prägen.

Die Kraken-Mutter Payward zeigt, wo dieses Interesse liegt. Das Unternehmen stimmte der Übernahme des Zahlungsunternehmens Reap für $600 Millionen (€535 Millionen) und der Derivateplattform Bitnomial für bis zu $550 Millionen (€490 Millionen) zu. Nasdaq kündigte außerdem eine Investition von $100 Millionen (€89,1 Millionen) in Payward an, zusammen mit einer erweiterten kommerziellen Zusammenarbeit.

Bedeutung für Europa

Für europäische Krypto-Leser zeigt das, dass Regulierung in den USA weiterhin eine große Rolle dabei spielt, wie Kapital und Übernahmen in der Branche fließen. Gleichzeitig macht die Kombination aus SEC- und CFTC-Schritten deutlich, dass Unternehmen nicht nur auf den Kongress schauen, sondern auch auf Aufseher, die bereits konkrete Regeln und Ausnahmen ausarbeiten. Das könnte besonders für Akteure relevant sein, die in Tokenisierung, Verwahrung und anderen Diensten aktiv sind, bei denen rechtliche Klarheit direkt zählt.


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