OFAC trifft Hamas-Netzwerk mit Krypto und Scheincharities
Washington sagt, dass über Scheincharities und Krypto Millionen an Hamas weitergeleitet wurden. Der Fall unterstreicht, wie Sanktionen und Blockchain-Analysen zusammenkommen.

Wichtigste Erkenntnisse
- OFAC verhängte Sanktionen gegen drei Personen und zwei Charities wegen der mutmaßlichen Weiterleitung von 2 Millionen Dollar an Hamas über Krypto und Scheinstrukturen.
- Das US-Justizministerium erhob Anklage gegen Saleem al-Zaq und meldete sechs Festnahmen im Zusammenhang mit den Ermittlungen.
- Treasury sagt, dass das Netzwerk Money Services Businesses und Krypto-Wallets genutzt habe; Wallet-Adressen wurden nicht veröffentlicht.
Die US-amerikanische Treasury hat OFAC-Sanktionen gegen drei Personen und zwei Charities verhängt, weil sie nach Angaben Washingtons 2 Millionen Dollar (1,8 Millionen Euro) über Krypto und Scheinstrukturen an Hamas weitergeleitet haben sollen. Betroffen sind Association Baraka und Ensemble C Mieux sowie Saleem al-Zaq, Faouzi Barika und Amel Oualid. Das US-Justizministerium machte außerdem eine Anklage gegen al-Zaq bekannt und meldete sechs Festnahmen.
Wie das Netzwerk funktionierte
Treasury erklärt, dass al-Zaq in Gaza als stellvertretender Kommandeur im bewaffneten Arm von Hamas aktiv gewesen sei. Sein Netzwerk nutzte Money Services Businesses und Krypto-Wallets, um Geld an die Al-Qassam-Brigaden zu verschieben. Barika und Oualid betrieben nach Angaben Washingtons die beiden Charities, die sich als Hilfsorganisationen für Zivilisten in Gaza darstellten, das Geld aber anschließend an al-Zaq weitergegeben haben sollen.
Laut Treasury ist nicht bekannt, welcher Teil der Gesamtsumme über Krypto lief. Das Ministerium sagt jedoch, dass Barika und Oualid Hunderttausende Dollar in digitalen Assets an al-Zaq geschickt haben. Auf der Sanktionsliste stehen keine Wallet-Adressen. Der Fall passt zu einem breiteren Muster, in dem Hamas nach Angaben US-Behörden Krypto häufiger einsetzt, um Geldflüsse schwerer nachvollziehbar zu machen.
Frühere Maßnahmen gegen Hamas-Finanzierung
Die US-Regierung ist bereits früher gegen ähnliche Netzwerke vorgegangen. Treasury sanktionierte im Oktober 2023 zum Beispiel die in Gaza ansässige Krypto-Exchange Buy Cash, die Washington zufolge bei finanziellen Aktivitäten von Hamas geholfen haben soll. Auch internationale Fundraising-Netzwerke, die Scheincharities nutzten, um Geld für die Gruppe zu sammeln, wurden bereits ins Visier genommen.
Im weiteren Kontext zeigt der Fall, warum Aufsichtsbehörden und Ermittler Krypto bei Sanktionen und Terrorismusfinanzierung weiter beobachten. Blockchain-Analysten und Ermittlungsbehörden können Geldflüsse manchmal im Nachhinein rekonstruieren, doch die verwendete Mischung aus Charities, Bankkonten und Krypto-Wallets macht die Sache für die Behörden weiterhin komplex.
Was das für Krypto-Follower bedeutet
Für europäische Krypto-Follower ist vor allem relevant, dass dieser Fall erneut zeigt, wie schnell sich die Aufsicht von einzelnen Wallets auf komplette Geldflüsse verlagert. Nicht nur die Krypto selbst, sondern auch die Akteure darum herum, etwa Exchanges, Zahlungswege und Zwischenhändler, geraten dann in den Fokus. Das kann wichtig sein für die Art und Weise, wie Sanktionen, Compliance und Blockchain-Analysen in der Praxis zusammenkommen.