Jay Clayton möglicherweise neuer KI-Zar unter Trump
Clayton leitete früher das Vorgehen der SEC gegen ICOs und XRP; nun soll er im Weißen Haus die AI Force anführen, getrennt vom Krypto-Dossier.

Wichtigste Erkenntnisse
- Jay Clayton, ehemaliger SEC-Vorsitzender, wird als möglicher neuer KI-Zar in der Trump-Regierung genannt.
- Clayton soll sich auf die AI Force des Weißen Hauses konzentrieren und nicht auf das Krypto-Dossier.
- Seine SEC-Zeit ist bekannt für harte Durchsetzung gegen Krypto, darunter 57 Verfahren und den Ripple-Fall.
Jay Clayton, der ehemalige Vorsitzende der amerikanischen Aufsichtsbehörde SEC, wird als möglicher neuer KI-Zar in der Trump-Regierung genannt. Damit rückt ein früheres Aushängeschild der Finanzdurchsetzung wieder in den Fokus, während seine Vergangenheit in der Krypto-Welt bei der Bewertung seiner Rolle weiterhin eine Rolle spielt.
Von Krypto zu KI
Clayton soll den aktuellen Plänen zufolge kein Krypto-Dossier erhalten, sondern sich auf die AI Force des Weißen Hauses konzentrieren. Das ist eine andere Aufgabe als die von David Sacks, der zuvor sowohl Krypto als auch KI unter sich hatte. Seit Sacks im März seine Krypto-Rolle abgegeben hat, liegt die Arbeit rund um Krypto im Weißen Haus vor allem bei Berater Patrick Witt.
Clayton hat bereits gezeigt, wie er auf neue Technologie blickt. Als SEC-Vorsitzender gründete er 2017 die Cyber Unit, eine spezielle Abteilung innerhalb der Durchsetzung, die sich auf Cyber-Verstöße und Betrug rund um Krypto konzentrierte. Unter seiner Leitung begann die Behörde außerdem mit einer Reihe von Maßnahmen gegen ICOs und andere digitale Aktivitäten.
Vermächtnis bei der SEC
Für den Kryptomarkt ist Clayton vor allem wegen des Vorgehens bekannt, das später oft als regulation by enforcement beschrieben wurde. Während seiner Amtszeit leitete die SEC laut einer eigenen Übersicht 57 Verfahren gegen digitale Assets, Blockchain-Unternehmen und ICOs ein. Einer der bekanntesten Fälle war die Klage gegen Ripple Labs, in der die Behörde erklärte, dass rund $1,3 Milliarden (€1,2 Milliarden) an XRP-Tokens ohne Registrierung als Wertpapiere verkauft worden seien.
Der Fall wurde später unter SEC-Vorsitzendem Paul Atkins gestoppt, der das Verfahren im vergangenen Jahr fallen ließ. Trotzdem bleibt Clayton für viele Marktteilnehmer mit dem Beginn dieser harten Linie verbunden. Sein Nachfolger Gary Gensler setzte diesen Kurs später mit neuen Verfahren unter anderem gegen Gemini, Genesis, Kraken und Terraform Labs fort.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Beobachter ist Clayton vor allem deshalb relevant, weil sein Name zeigt, wie eng KI und Krypto in Washington weiterhin miteinander verflochten sind. Wenn er eine zentrale Rolle in der KI-Politik bekommt, könnte das auch etwas darüber aussagen, wie die Trump-Regierung auf neue Technologie und Aufsicht blickt. Damit ist sein Hintergrund für die Krypto-Branche breiter interessant als nur die Frage, wer das KI-Portfolio bekommt.
Auch im Markt selbst verschwimmen diese beiden Welten immer häufiger. So beschreiben einige Akteure KI-Agenten inzwischen als neue Nutzer von Stablecoins und Bitcoin, was die Debatte über Aufsicht und Infrastruktur weiter anheizt.