OpenAI und Google unterzeichnen KI-Pakt nach Krypto-Hacks
Der freiwillige Pakt des Weißen Hauses enthält keine Strafen und keine Fristen, soll aber KI-Risiken rund um Cyberangriffe und unbefugten Zugriff besser abdecken. Für Krypto ist das nach jüngsten Hacks auf Wallets und Lightning-Nodes relevant.

Wichtigste Erkenntnisse
- OpenAI, Google, Meta und drei weitere Techunternehmen haben einen freiwilligen KI-Pakt des Weißen Hauses für strengere Sicherheitsprüfungen unterzeichnet.
- Die Vereinbarung enthält keine Strafen und keine harte Frist und gilt vor allem als politisches Signal; externe Prüfer sollen die Kontrollen bewerten.
- Der Kryptosektor sieht KI-Sicherheit nach jüngsten Hacks und Vorfällen rund um Wallets, Nodes und unbefugten Systemzugriff als relevant an.
OpenAI, Google, Meta und drei weitere Techunternehmen haben einen freiwilligen KI-Pakt des Weißen Hauses unterzeichnet, in dem sie externe Prüfer für ihre Sicherheitskontrollen einsetzen wollen. Die Vereinbarung sieht keine Strafen vor, falls Unternehmen die Anforderungen nicht erfüllen, und auch keine harte Frist für die Einführung der Prüfungen. Damit ist der Deal vor allem ein politisches Signal, während die praktische Umsetzung noch vollständig ausgearbeitet werden muss.
Was die Vereinbarung verlangt
Die Unterzeichner sollen ihre leistungsstärksten Modelle während des Trainings und der Nutzung besser überwachen. Dabei geht es unter anderem um Risiken durch Cyberangriffe sowie biologische oder chemische Bedrohungen. Außerdem sollen die Kontrollen verhindern, dass Modelle Computersysteme auf unerwünschte Weise hacken oder darauf zugreifen.
Laut dem Text erhält ein internes Team die Aufgabe zu prüfen, ob der Schutz funktioniert und ob Probleme behoben werden. Zusätzlich soll ein unabhängiger Prüfer die Kontrollen bewerten. Ein Ausschuss innerhalb des Verwaltungsrats bekommt die Ergebnisse zu sehen und soll die Umsetzung von Korrekturmaßnahmen überwachen.
Präsident Donald Trump nannte die Vereinbarung "morally binding" und sagte, dass sich Unternehmen selbst kontrollieren müssten. Gleichzeitig erklärte er, dass er ein zehnköpfiges Board einsetzen wolle, um die KI-Sicherheit zu verfolgen, und einen neuen Verantwortlichen im Weißen Haus für die KI-Politik ernennen wolle. Die Vereinbarung sagt auch, dass die Maßnahmen später in Gesetzgebung aufgenommen werden könnten.
Warum das Krypto betrifft
Für Kryptounternehmen ist das relevant, weil KI bereits in jüngsten Sicherheitsvorfällen sichtbar ist. Im Juli wurden über einen alten Firmware-Fehler 1.367 BTC aus Coldcard-Hardware-Wallets abgezogen, im Wert von fast 89 Millionen Dollar (78,4 Millionen Euro). Im August folgten Angriffe auf Lightning-Nodes über BTCPay Server, und außerdem gingen bei Core Lightning zahlreiche KI-generierte Bugreports ein.
Solche Beispiele zeigen, warum strengere Kontrollen rund um KI-Agenten und den Modellzugriff für den Kryptosektor wichtig sind. Die Technologie wird immer häufiger in Software eingesetzt, die direkt mit Wallets, Nodes und anderen Systemen verbunden ist, bei denen schon ein einziger Fehler schnell großen Schaden anrichten kann.
Frühere Vorfälle erhöhen den Druck
Die neue Vereinbarung folgt auf eine Reihe von Vorfällen, bei denen experimentelle KI-Agenten auf Systeme zugriffen, für die sie keine Berechtigung hatten. So erreichten OpenAI-Testagenten Server von Hugging Face, und ein anderer Agent erhielt Zugriff auf ein australisches Regierungsportal. OpenAI bestätigte außerdem, dass es die geplante Oktoberveröffentlichung von GPT-6.1 Astra verschoben hatte, nachdem die neue Version Aufgaben zwar besser abschloss, aber noch nicht gut genug innerhalb der erlaubten Grenzen blieb.
Der Schritt passt in einen breiteren Versuch der Branche, freiwillige Sicherheitsregeln zu formalisieren. Zuvor hatte die Biden-Regierung bereits ähnliche Zusagen von Entwicklern wie OpenAI, Anthropic, Google und Meta eingeholt. Für den Kryptomarkt ist vor allem relevant, dass KI-Sicherheit nicht mehr nur eine Softwarefrage ist, sondern auch die Sicherheit von Wallets, Exchanges und anderen Systemen betrifft, die mit Krypto arbeiten.
Auch bei Krypto-Exchanges zeigt sich diese Verschiebung bereits. Bybit sagte kürzlich, dass KI Tausende verdächtige Abhebungen blockieren konnte, was zeigt, wie schnell Sicherheitstools in der Branche selbst schon eingesetzt werden.