OKXICE meldet Tokenisierungsplan für Aktien bei der SEC
Die Plattform soll tokenisierte US-Aktien on-chain handeln, auch außerhalb der Börsenzeiten. Die SEC-Regelung und die Rolle von ICE machen den US-Weg für Tokenisierung konkreter.

Wichtigste Erkenntnisse
- OKXICE hat bei der US-SEC eine Handelsplattform für tokenisierte Aktien gemeldet.
- Der Plan richtet sich auf mehr als 60 US-börsennotierte Unternehmen und soll Handel außerhalb der Börsenzeiten ermöglichen.
- Die SEC-Regelung schafft Spielraum für tokenisierte Aktien, der Start hängt aber noch von Einspruchs- und Genehmigungsschritten ab.
OKXICE, das Joint Venture der Krypto-Exchange OKX und ICE, hat bei der US-SEC gemeldet, dass es eine Handelsplattform für tokenisierte Aktien starten will. Der Plan richtet sich auf mehr als 60 Unternehmen, die an US-Börsen notiert sind, und soll den Handel mit diesen Aktien auch außerhalb der regulären Börsenzeiten ermöglichen.
SEC öffnet neuen Weg
Der Schritt folgt auf die Innovation Exemption, die die SEC am 17. September eingeführt hat. Diese befristete Regelung läuft fünf Jahre und gibt qualifizierten Plattformen Spielraum, tokenisierte US-Aktien on-chain mit permissioned automated market makers und liquidity pools zu handeln. Laut der Aufsichtsbehörde sind daran jedoch klare Bedingungen geknüpft, damit Anleger besser geschützt bleiben und die marktintegre Funktionsweise nicht verloren geht.
Tokenisierte Aktien sind digitale Versionen gewöhnlicher Aktien, die auf einer Blockchain leben. In der Praxis bedeutet das, dass sie schneller abgewickelt werden können als traditionelle Aktien und der Handel nicht mehr an die Öffnungszeiten der Börse gebunden ist. Die Aktien müssen jedoch dieselben Rechte behalten wie gewöhnliche Stücke, darunter Dividende und Stimmrecht.
Warum das auffällt
Die Beteiligung von ICE, der Muttergesellschaft der New York Stock Exchange, zeigt, dass Tokenisierung weiter in Richtung des traditionellen Markts rückt. Krypto-Exchanges bieten tokenisierte US-Aktien schon länger an, allerdings meist nur für Kunden außerhalb der Vereinigten Staaten. OKX selbst hat laut der Quelle bereits mehr als 70 solcher Ticker, diese fallen jedoch unter Offshore-Regeln und sind für US-Anleger nicht verfügbar.
Für europäische Kryptonutzer ist vor allem relevant, dass ein regulierter US-Weg nun konkreter wird. Das kann zeigen, wie weit die Branche bereits bei der Verknüpfung von Blockchain und klassischem Aktienhandel ist, auch wenn der eigentliche Start noch von der 30-tägigen Einspruchsfrist und weiteren Schritten der Aufsichtsbehörde abhängt.
Der neue Weg baut auf dem SEC-Weg für tokenisierte Aktien auf, der bereits zuvor eine fünfjährige Ausnahme für Blockchain-Venues geöffnet hat. Auch andere Akteure versuchen, davon zu profitieren: Robinhood drängt auf Regeln für tokenisierte Aktien in den USA und will damit 24/7-Handel und schnellere Abwicklung ermöglichen.
Timing bleibt offen
OKX und ICE gründeten ihr Joint Venture im Juni, um Infrastruktur für tokenisierte Finanzprodukte aufzubauen. Wann die neue Handelsplattform genau live gehen kann, ist noch nicht bekannt. Die SEC muss das Verfahren zunächst weiter bearbeiten, und Unternehmen, deren Aktien tokenisiert werden, haben noch 30 Tage Zeit für einen Einspruch.