Payward schließt sich Anthropic-Sicherheitsprojekt an
Die Kraken-Mutter Payward erhält über Anthropic Zugang zu Claude Mythos 5, um Softwarelücken schneller zu finden. Das Programm konzentriert sich auf defensive Security für kritische Infrastruktur und Open-Source-Code.

Wichtigste Erkenntnisse
- Payward, die Muttergesellschaft von Kraken, schließt sich Anthropic's Project Glasswing an und erhält Zugang zu Claude Mythos 5.
- Mythos 5 wird in den kommenden Wochen bei Payward ausgerollt, um Softwarelücken und Schwachstellen in kritischen Systemen schneller aufzuspüren.
- Payward will gefundene Schwachstellen in Open-Source-Software mit Maintainers teilen und sieht Krypto-Infrastruktur als attraktives Ziel für Angreifer.
Payward, die Muttergesellschaft der Krypto-Exchange Kraken, schließt sich Anthropic's Project Glasswing an und erhält damit Zugang zu Claude Mythos 5. Die KI-Modellreihe soll dabei helfen, Softwarelücken schneller aufzuspüren und Schwachstellen in kritischen Systemen zu schließen.
KI für defensive Security
Project Glasswing ist eine Initiative von Anthropic, bei der ausgewählte Unternehmen eingeschränkte Frontier-KI-Modelle einsetzen dürfen, um kritische Software und Infrastruktur besser vor Cyberbedrohungen zu schützen. Zu dem Programm gehören bereits große Namen wie Amazon Web Services, Apple, Google und Microsoft sowie Finanzunternehmen wie JPMorganChase.
Laut Payward will das Unternehmen Mythos 5 in den kommenden Wochen in seiner eigenen Umgebung ausrollen. Die Erkenntnisse sollen anschließend in das bestehende Securityprogramm des Kryptounternehmens einfließen. Außerdem will Payward Schwachstellen, die es in Open-Source-Software findet, mit den jeweiligen Maintainers teilen, damit diese Projekte die Fehler beheben können.
Anthropic positioniert Claude Mythos 5 als sein fortschrittlichstes Modell für defensive Cybersicherheit. Das Modell ist darauf ausgelegt, Code in großem Umfang zu analysieren, Schwachstellen zu identifizieren und Entwickler dabei zu unterstützen, diese schneller zu beheben. Der Zugang ist vorerst auf Organisationen beschränkt, die kritische Infrastruktur betreiben oder absichern, während Anthropic an zusätzlichen Schutzmechanismen für eine breitere Ausrollung arbeitet.
Warum das relevant ist
Für europäische Krypto-Leser zeigt dieser Schritt, wie groß der Druck auf Exchanges und Custody-Infrastruktur bleibt. KI wird nicht nur von Angreifern eingesetzt, sondern auch immer häufiger von Akteuren, die ihre Systeme besser gegen Phishing, Social Engineering und Softwarefehler absichern wollen. Das macht Security zu einem immer wichtigeren Teil des Wettbewerbs zwischen Kryptounternehmen.
Payward sagte, dass Krypto-Plattformen ähnliche Security-Herausforderungen haben wie andere Formen kritischer Finanzinfrastruktur. Exchanges, Custody-Systeme und Settlement-Rails laufen rund um die Uhr und bleiben dadurch ein attraktives Ziel für Angreifer. Co-CEO Arjun Sethi fasste das in der Mitteilung als Asymmetrie zusammen, bei der ein Angreifer nur einen Fehler finden muss, während ein Verteidiger sie alle aufspüren muss.
In dieselbe Sicherheitsrichtung passt auch, dass Bitcoin- und Krypto-Unternehmen KI-Labs um breiteren Security-Zugang baten, weil defensive Forscher ihrer Ansicht nach schneller Zugang zu leistungsstarken Modellen brauchen als Angreifer ihn bereits haben.