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Bitcoin-Unternehmen fordern von KI-Labs besseren Zugang für Security-Forschung

Coinbase, Block und BitGo wollen, dass KI-Labs Open-Source-Sicherheitsforschern früher Zugang zu leistungsstarken Modellen geben. Der Appell folgt auf jüngste Bitcoin- und Lightning-Schwachstellen.

Bitcoin-Unternehmen fordern von KI-Labs besseren Zugang für Security-Forschung

Wichtigste Erkenntnisse

  • Mehr als drei Dutzend Bitcoin- und Kryptounternehmen fordern KI-Labs auf, Open-Source-Sicherheitsforschern früher Zugang zu leistungsstarken Modellen zu geben.
  • Die Unterzeichner sind der Ansicht, dass Bitcoin-Core-Entwickler derzeit über schwächere Tools verfügen als Angreifer, und wollen außerdem mehr Rechenleistung, sichere Umgebungen und direkte Meldekanäle.
  • Der Brief folgt auf jüngste Bitcoin-Sicherheitsvorfälle und auf den wachsenden Einsatz von KI, um Schwachstellen schneller in Codebasen zu finden.

Mehr als drei Dutzend Bitcoin- und Kryptounternehmen fordern die größten KI-Labs auf, Open-Source-Sicherheitsforschern früher Zugang zu ihren leistungsstärksten Modellen zu geben. Nach Ansicht der Unterzeichner arbeiten die Menschen, die eine Infrastruktur im Wert von Billionen Dollar verteidigen müssen, mit schwächeren Tools als die Angreifer, die es auf sie abgesehen haben.

Der Brief, organisiert vom Bitcoin Policy Institute und Anfang dieser Woche veröffentlicht, wurde unter anderem von Coinbase, Block, BitGo, Blockstream, Anchorage Digital, ARK Invest, Bitwise, Foundry, Casa und Exodus unterzeichnet. Auch gemeinnützige Entwicklungsfonds wie Brink, Chaincode und Btrust stehen auf der Liste. Der Kern ihres Einwands ist, dass Bitcoin-Core-Entwickler, also die kleine Gruppe, die die Software pflegt, auf der das Netzwerk läuft, keinen Zugang zu den Programmen haben, die Labs zwar für vertrauenswürdige Security-Partner öffnen.

Sicherheitstools hinken hinterher

Wer stattdessen auf öffentlich verfügbare Modelle ausweicht, stößt laut dem Brief auf Sicherheitsfilter, die dazu dienen, Malware zu blockieren. Genau diese Filter machen es schwieriger, Schwachstellen zu finden, bevor Kriminelle es tun. Dadurch sind Forscher oft auf Open-Weight-Modelle angewiesen, die frei heruntergeladen werden können, aber in der Regel weniger leistungsfähig sind.

Die Unterzeichner wollen deshalb fünf Dinge: frühzeitigen Zugang zu den stärksten cyberfähigen Modellen, auch vor der öffentlichen Veröffentlichung, ausreichend Rechenleistung für ernsthafte Prüfungen, sichere Umgebungen zur Sichtung privater Codebasen, Zugang für kleine und unabhängige Maintainer sowie eine direkte Verbindung zu den Security-Teams der Labs, um Erkenntnisse zu melden.

Angreifer haben keine Bremse

Laut dem Brief sehen Labs und eine Handvoll Partner neue offensive Möglichkeiten Monate früher als der Rest des Marktes, während sich diese Fähigkeiten dennoch über öffentliche Modelle, gestohlene Zugänge zu Unternehmensumgebungen und speziell gebaute Hacking-Tools breit verbreiten. Das verweist auf eine breitere Realität in der Cybersicherheit: Dieselbe KI, die Verteidiger unterstützt, kann auch eingesetzt werden, um Angriffe schneller und skalierbarer zu machen.

Diese Spannung zeigt sich auch im Kryptosektor selbst. Im Juni startete OpenAI beispielsweise seine Daybreak-Cybersicherheitsinitiative mit zwei Zugangsebenen für defensive und fortgeschrittenere Aufgaben, während andere Labs Modelle auf Missbrauch und Widerstandsfähigkeit testen. Gleichzeitig zeigen jüngste Untersuchungen, dass Frontier-Modelle mitunter eigenständig schwere Zero-Days finden können, was die Messlatte für Verteidiger weiter anhebt.

Bedeutung für Bitcoin

Das Timing des Briefes ist auffällig, weil zwei Unterzeichner in den vergangenen Wochen bereits die praktische Seite dieser Debatte erlebt haben. BTCPay Server meldete vergangene Woche einen kritischen Fehler, der bereits ausgenutzt worden war, um Lightning-Nodes von Händlern leerzuräumen. Foundation, der Hersteller von Hardware-Wallets, verlor bei diesem Angriff ebenfalls seinen eigenen Node.

BTCPay schrieb danach, dass KI das Gleichgewicht zwischen Angreifern und Verteidigern verändert, weil Modelle es schneller und günstiger machen, große Codebasen nach Schwachstellen zu durchsuchen. Eine freiwillige Gruppe, das Bitcoin Red Team, hat in diesem Monat bereits KI-Modelle auf Bitcoin-Codebasen angesetzt und Tausende Meldungen bei Hunderten Projekten eingereicht. Die Forderung der Unternehmen ist damit nicht nur theoretisch, sondern betrifft direkt, wie Bitcoin-Software und die dazugehörigen Wallets in der Praxis abgesichert werden.

Die jüngste BTCPay-Schwachstelle zeigt, wie schnell sich eine Lücke in der Zahlungsinfrastruktur auf echte Verluste auswirken kann. Für viele Bitcoin-Unternehmen ist der Appell an KI-Labs deshalb vor allem eine praktische Sicherheitsfrage.


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