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Ravencoin fällt um 17 % nach Angriff auf die Blockchain und Miner

Wegen eines kritischen Softwarefehlers und einer laufenden Chain-Splittung pausieren Bitvavo und Upbit RVN-Transaktionen; zwei Mining-Pools bauen eine Replacement Chain auf.

Ravencoin fällt um 17 % nach Angriff auf die Blockchain und Miner

Wichtigste Erkenntnisse

  • Ravencoin meldete einen kritischen Softwarefehler, durch den Angreifer die Blockchain missbrauchen konnten und mehrere Tage an Transaktionen verloren gehen könnten.
  • Zwei Mining-Pools bauen ab Block 4.487.775 eine Replacement Chain auf, während Exchanges wie Bitvavo und Upbit RVN-Einzahlungen und -Auszahlungen pausierten.
  • RVN fiel innerhalb von 24 Stunden um 17 % auf rund 0,0029 Dollar; das Projekt hatte bereits 2020 eine schwere Schwachstelle mit zusätzlichen Tokens erlebt.

Ravencoin steht unter starkem Druck, nachdem das Projekt am Dienstag meldete, dass Angreifer einen kritischen Fehler in der Software ausgenutzt haben. Dadurch kann die Blockchain mehrere Tage an Transaktionen verlieren, während zwei Mining-Pools eine Replacement Chain ab dem ersten fehlerhaften Block am Freitag aufbauen.

Wie der Angriff funktionierte

Eine Blockchain ist ein fortlaufendes Transaktionsregister, das von Minern in Blöcken festgehalten wird. Bei Ravencoin handelt es sich um ein Proof-of-Work-Netzwerk, bei dem Miner oft in Pools zusammenarbeiten und die Version mit der meisten Rechenleistung am Ende als gültig gilt. Als der Fehler einmal im Live-Netzwerk nachgewiesen war, tauchten laut dem Projekt weitere ungültige Blöcke auf, weil andere den Angriff offenbar kopierten.

Der erste fehlerhafte Block erschien am 7. August um 15:44 UTC auf Höhe 4.487.776. Ravencoin hat inzwischen einen Fix veröffentlicht, doch der macht frühere Einträge in der Chain nicht rückgängig. Die beiden Pools, 2Miners und RavenMiner, bauen ihre Version ab Block 4.487.775 auf, dem letzten Block vor dem Exploit.

Folgen für Nutzer und Exchanges

Für Nutzer ist das Risiko konkret: Eine Zahlung, die am Wochenende als abgeschlossen galt, kann aus der akzeptierten Historie von Ravencoin verschwinden. Das Projekt warnte Exchanges und andere Dienste deshalb davor, Einzahlungen und Auszahlungen vorübergehend zu pausieren, bis die Netzwerkhistorie wieder auf eine Version zusammengeführt ist.

Dieser Rat wurde schnell umgesetzt. Bitvavo setzte RVN-Einzahlungen und -Auszahlungen vorsorglich aus und verwies dabei auf die ausgenutzte Schwachstelle. Auch Upbit setzte in seinen Won-, Bitcoin- und Tether-Märkten eine Investment-Warnung für RVN und stoppte Einzahlungen.

Warum das breiter relevant ist

Ravencoin ist eine vergleichsweise kleine Altcoin mit einer Marktkapitalisierung von rund 48 Millionen Dollar (41,5 Millionen Euro) und einem 24-Stunden-Volumen von 10 Millionen Dollar (8,7 Millionen Euro). Gerade bei Netzwerken mit begrenzter Rechenleistung kann eine kleine Zahl von Minern großen Einfluss darauf haben, welche Version der Historie am Ende gewinnt. Für europäische Krypto-Anleger zeigt das, wie anfällig manche Proof-of-Work-Netzwerke sein können, wenn sich ein Exploit direkt auf Einzahlungen, Auszahlungen und Settlement auswirkt.

RVN fiel innerhalb von 24 Stunden um 17 % auf rund 0,0029 Dollar (0,0025 Euro) und liegt auf Jahressicht 77 % im Minus. Der Vorfall ist nicht das erste Mal, dass Ravencoin mit einer schweren Sicherheitslücke zu tun hat: 2020 wurden bereits einmal rund 31 Millionen zusätzliche Tokens durch eine andere Schwachstelle erzeugt. Das passt zu einer breiteren Welle von Angriffen, bei denen Audits allein nicht ausreichen, um operative und Protokollrisiken abzudecken.


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