AUSTRAC legt Cryptolink still und nimmt 96 Krypto-ATMs offline
AUSTRAC verweist auf mangelhafte Meldungen und AML-Kontrollen; Australien verschärft die Aufsicht über Krypto-ATMs weiter mit Cash-Limits und strengeren Kundenprüfungen.

Wichtigste Erkenntnisse
- AUSTRAC setzte Cryptolink Pty Ltd für drei Monate aus und nahm 96 Krypto-ATMs in Australien offline.
- Die Aufsichtsbehörde stellte fest, dass Cryptolink verpflichtende Meldungen nicht mehr einreichte und nicht auf eine Informationsanfrage reagierte.
- AUSTRAC verschärft die Aufsicht über Krypto-ATMs mit zusätzlichen Anforderungen an Cash-Limits, Kundenprüfungen und Transaktionsüberwachung.
Australien hat 96 Krypto-ATMs offline genommen, nachdem die Aufsichtsbehörde AUSTRAC den Betreiber Cryptolink Pty Ltd für drei Monate ausgesetzt hatte. Das Unternehmen darf in diesem Zeitraum keine Virtual-Asset-Services anbieten, nachdem die Behörde mitteilte, dass es wichtigen Melde- und Informationspflichten nicht mehr nachkomme.
Warum AUSTRAC eingegriffen hat
Laut AUSTRAC kam es zu Problemen, nachdem Cryptolink zunächst einer verbindlichen Vereinbarung aus Oktober 2025 nachgekommen war, später aber keine verpflichtenden Threshold Transaction Reports mehr einreichte und auch nicht auf eine Informationsanfrage reagierte. Die Aufsichtsbehörde sagte außerdem, sie habe Bedenken hinsichtlich der Art und Weise, wie das Unternehmen Transaktionen verwaltet, die ein höheres Risiko für Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung haben könnten.
Brendan Thomas, CEO von AUSTRAC, nannte diese Mängel einen Grund, das Unternehmen derzeit als „too high risk to continue operating at present“ einzustufen. Cryptolink erhielt zuvor bereits eine Geldstrafe von 56.340 Australischen Dollar, umgerechnet 36.600 Dollar (31.700 Euro), die das Unternehmen bezahlt hat.
Strengere Aufsicht über Krypto-ATMs
Der Fall passt in eine breitere Verschärfung der Aufsicht über Krypto-ATMs in Australien. AUSTRAC warnte Anbieter bereits im März 2025 davor, dass einige Parteien möglicherweise nicht über die erforderlichen Anti-Geldwäsche-Kontrollen verfügten. Im Juni folgten zusätzliche Anforderungen, darunter ein Limit von 5.000 Australischen Dollar für Bareinzahlungen und -abhebungen sowie strengere Kundenprüfungen, Scam-Warnungen und Transaktionsüberwachung.
Krypto-ATMs sind beliebt, weil Nutzer dort mit Bargeld Krypto kaufen können. Genau diese Verbindung zwischen Cash und Krypto macht sie für Aufsichtsbehörden jedoch sensibel. AUSTRAC hat früher bereits darauf hingewiesen, dass ältere Australier, vor allem zwischen 60 und 70 Jahren, oft Opfer von Scams rund um diese Maschinen sind. Das erklärt, warum die Branche in Australien unter besonderer Beobachtung steht.
Was das für den Markt bedeutet
Für europäische Krypto-Leser zeigt diese Maßnahme, wie schnell nationale Aufsichtsbehörden bei Diensten eingreifen können, die als hohes Risiko gelten. Das könnte für Anbieter relevant sein, die mit Cash, Onboarding und Transaktionsmonitoring arbeiten, weil ähnliche Anforderungen auch anderswo im Kryptomarkt immer häufiger auftauchen. AUSTRAC sagte außerdem, dass es Cryptolink während der Aussetzung überwacht und auch andere Krypto-ATM-Unternehmen angehen werde, wenn es ernsthafte Risiken oder Non-Compliance sieht.