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Altcoins erleben stärksten Verkaufsdruck seit 2020, trotz Signalen für eine mögliche Erholung

CryptoQuant sieht den stärksten Altcoin-Verkaufsdruck seit 2020, während ein anderer Indikator auf eine mögliche Wende hindeutet. Der Markt wirkt gespalten zwischen anhaltenden Abflüssen und selektiver Rotation.

Altcoins erleben stärksten Verkaufsdruck seit 2020, trotz Signalen für eine mögliche Erholung

Wichtigste Erkenntnisse

  • Der Altcoinmarkt erlebt auf Spotbörsen den stärksten Verkaufsdruck seit 2020, mit fünfzehn Monaten Nettoverkäufen außerhalb von Bitcoin und Ethereum.
  • Gleichzeitig sieht CryptoQuant den 180-Tage-Altcoin-Season-Index auf 18,48 steigen, nah am historischen Signal für eine mögliche Altcoin-Phase.
  • Analysten sind sich uneinig: Einige erwarten eine selektive Kapitalrotation, andere erst eine echte Altcoin-Phase nach einer lockereren Geldpolitik.

Der Altcoinmarkt steht auf Spotbörsen unter dem stärksten Verkaufsdruck seit 2020, mit einer durchgehenden Phase von fünfzehn Monaten, in der Nettoverkäufe dominieren, ohne Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH). Das deutet auf anhaltenden Abwärtsdruck bei Altcoins hin, obwohl ein anderes Messinstrument eher auf eine mögliche Wende hindeutet.

Gegensätzliche Signale von CryptoQuant

CryptoQuant, eine Plattform für Kryptomarktdaten, meldet zwei wichtige Indikatoren, die ein widersprüchliches Bild zeichnen. Der erste misst den kumulierten Nettoverkauf von Altcoins auf Spotbörsen und zeigt, dass dieser Verkaufsdruck seit 2020 nicht mehr so stark war. Laut einem Analysten von CryptoQuant handelt es sich dabei nicht um einen kurzen Rücksetzer, sondern um einen länger anhaltenden Trend mit Nettoverkäufen.

Gleichzeitig nähert sich der 180-Tage-Altcoin-Season-Index von CryptoQuant einem Wert, der historisch den Beginn einer Altcoin-Phase markiert. Dieser Index misst die relative Entwicklung von Altcoins im Vergleich zu Bitcoin über einen längeren Zeitraum. Ein Wert über 20 gilt als Signal dafür, dass eine Altcoin-Phase bevorstehen könnte, während der aktuelle Stand bei 18,48 liegt. Das spricht dafür, dass sich der Markt möglicherweise dreht und Kapital selektiv umgeschichtet wird.

Unterschiedliche Einschätzungen zu den Altcoin-Aussichten

Marktanalysten sind sich uneinig, was diese Signale für die Zukunft von Altcoins bedeuten. Joao Wedson, Gründer von Alphractal, sagt, dass viele Altcoins, die 2025 und Anfang 2026 deutliche Verluste erlitten haben, möglicherweise keine neuen Tiefs mehr erreichen werden. Er verweist auf eine Phase, in der viele Anleger den Markt verlassen, während große Halter weiter akkumulieren. Seiner Ansicht nach wird der Anstieg der Bitcoin-Dominanz vor allem von den Top-20-Altcoins und Stablecoins kommen, was eher für eine selektive Kapitalrotation als für einen allgemeinen Abwärtstrend spricht.

Auf der anderen Seite gibt es eine vorsichtigere Sicht von Trader Crypto Kid, der meint, dass eine echte Altcoin-Phase von einer lockereren Geldpolitik abhängt, ähnlich wie 2020 und 2021. Er erwartet, dass so eine Situation möglicherweise erst um 2028 oder 2029 entsteht.

Relevanz für europäische Kryptoanleger

Für europäische Anleger könnte das aktuelle widersprüchliche Bild auf eine Phase der Unsicherheit und selektiver Chancen im Altcoinmarkt hindeuten. Während der Verkaufsdruck hoch bleibt, könnte der näher rückende Altcoin-Season-Index auf eine mögliche Wende hinweisen, je nachdem, wie sich Kapital im Markt bewegt. Deshalb lohnt es sich, die Entwicklungen genau im Blick zu behalten, vor allem angesichts der Bedeutung von Bitcoin und Ethereum als Marktführer und ihres Einflusses auf breitere Markttrends.


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