XRP Ledger bringt zurückgezogene Features erneut zur Abstimmung
xrpld 3.3.0 enthält auch Batch und Permission Delegation erneut, nachdem frühere Versionen wegen kritischer Sicherheitslücken zurückgezogen worden waren. Die Abstimmung unter den Validatoren entscheidet darüber, ob die XRP Ledger diese Funktionen nächste Woche aktiviert.

Wichtigste Erkenntnisse
- xrpld 3.3.0 der XRP Ledger bringt fünf neue Features für Validatoren mit, darunter Confidential MPT, Batch, Permission Delegation, Sponsored Fees and Reserves und Dynamic MPT.
- Batch und Permission Delegation kehren in überarbeiteter Form zurück, nachdem frühere Versionen wegen schwerer Sicherheitsprobleme zurückgezogen worden waren.
- Amendments auf der XRP Ledger werden erst aktiviert, wenn mindestens 80 Prozent der vertrauenswürdigen Validatoren zwei Wochen in Folge zustimmen.
Das nächste Software-Update der XRP Ledger stellt fünf neue Funktionen für Validatoren zur Abstimmung, darunter zwei überarbeitete Vorschläge, die nach schweren Sicherheitsproblemen zuvor wieder vom Tisch genommen worden waren. Laut RippleX-Chefin Jazzi Cooper ist xrpld 3.3.0 für nächste Woche vorgesehen und umfasst die Release-Versionen Confidential MPT, Batch, Permission Delegation, Sponsored Fees and Reserves sowie Dynamic MPT.
Überarbeitung nach kritischen Bugs
Besonders im Fokus stehen in diesem Release Batch und Permission Delegation. Beide Amendments waren bereits einmal Teil einer Abstimmungsrunde, wurden anschließend aber gestoppt, nachdem Security Researcher Schwachstellen entdeckt hatten. Im einen Fall hätten sie unbefugte Transaktionen ermöglichen können, im anderen Fall wäre es möglich gewesen, Transaktionsgebühren auf ein anderes Konto umzuleiten oder ein Guthaben leerzulaufen zu lassen.
Bei Batch geht es um eine Funktion, mit der bis zu acht Transaktionen aus unterschiedlichen Konten als eine gemeinsame Einheit ausgeführt werden können. Entweder werden dann alle Transaktionen verarbeitet oder keine. Nachdem Forscher von Pranamya Keshkamat und Cantina einen Fehler in der Signaturprüfung gefunden hatten, wurden die Validatoren aufgefordert, die Änderung abzulehnen. Das Feature wurde daraufhin per Notfall-Release als nicht unterstützt markiert. Verluste sind dabei nicht entstanden, weil die Änderung das Main Network nie erreicht hat.
Permission Delegation sollte es einer Organisation ermöglichen, einem anderen Konto begrenzte Rechte zu übertragen, ohne die vollständige Signing Power weiterzugeben. Die Funktion wurde im September 2025 als verwundbar gemeldet und anschließend deaktiviert. Die Dokumentation des Netzwerks führt beide Amendments inzwischen als obsolet, auch wenn sie nun in angepasster Form erneut zur Abstimmung stehen.
Was die neuen Features machen
Die drei übrigen Vorschläge sind neu. Confidential MPT verbindet Zero-Knowledge-Proofs mit elliptischer Kurvenverschlüsselung, damit Salden und Transferbeträge bei Multi-Purpose Tokens privat bleiben, während Auditoren oder Aufsichtsbehörden sie bei Bedarf dennoch prüfen können.
Sponsored Fees and Reserves soll es einer Bank oder Plattform ermöglichen, die XRP-Gebühren und die Reserveanforderung eines anderen Kontos zu übernehmen. Nutzer müssten XRP dann nicht erst selbst kaufen, um eine Transaktion auszuführen. Dynamic MPT gibt einem Emittenten bei der Erstellung eines Tokens die Möglichkeit festzulegen, welche Eigenschaften später noch angepasst werden dürfen. So lässt sich eine vollständige Migration zu einem neuen Token vermeiden, wenn sich Gebühren oder Metadaten ändern.
Die XRP Ledger arbeitet mit einem Federated-Byzantine-Agreement-Konsensmechanismus. Dadurch können Transaktionen schnell endgültig werden, ohne Mining oder energieintensive Berechnungen. In der Praxis schließen Ledgers meist innerhalb von 3 bis 5 Sekunden, was für Anwendungen rund um tokenisierte Assets, Handel und Settlement relevant ist. Das fügt sich in Ripples breitere Ausrichtung auf tokenisierte Märkte ein, wo das Unternehmen im Vereinigten Königreich bereits eine Rolle in einem Plan für blockchain-basierte Finanzmärkte erhalten hat.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Interessierte zeigt dieses Update, wie die XRP Ledger weiter an tokenisierten Assets arbeitet, während Governance und Security zugleich enger überwacht werden. Amendments werden erst aktiviert, wenn mindestens 80 Prozent der vertrauenswürdigen Validatoren zwei Wochen in Folge zustimmen. Damit entscheidet das Netzwerk selbst, welche Funktionen live gehen. Die Abstimmung rund um xrpld 3.3.0 ist deshalb nicht nur wegen der neuen Features relevant, sondern auch, weil zuvor abgelehnte Funktionen erst jetzt nach der Behebung der Schwachstellen zurückkehren.