ARK warnt vor mehr Krypto-Insolvenzen
ARK kauft zwar weiter Tesla, SpaceX und einen Solana-Staking-ETF nach, sieht aber zugleich mehr Krypto-Insolvenzen und Übernahmen, weil Kapital zu profitablen Playern abfließt.

Wichtigste Erkenntnisse
- ARK kaufte diese Woche erneut Aktien von Tesla, SpaceX, NVIDIA und BitMine, während der Fonds gleichzeitig einen Teil von Robinhood verkaufte.
- ARK rechnet mit mehr Krypto-Insolvenzen, Chapter-11-Anträgen, Shutdowns und Acqui-hires, weil Kapital selektiver wird und schwächere Teams unter Druck geraten.
- Laut ARK dominiert eine kleine Gruppe von Krypto-Apps den Umsatz, was die Überlebenschancen kleinerer Projekte weiter verringert.
Cathie Woods ARK hat in dieser Woche erneut zugekauft, während der Fonds zugleich davor warnt, dass Krypto-Insolvenzen und Shutdowns eher zunehmen könnten. Auf den ersten Blick wirkt das widersprüchlich, folgt laut ARK aber derselben Logik: Kapital fließt verstärkt in Unternehmen und Projekte mit Umsatz, während schwächere Krypto-Teams zunehmend unter Druck geraten.
ARK kauft erneut nach
In der Einreichung vom 27. Juli meldete ARK vier Käufe. Tesla erhielt weitere 28.705 Aktien, SpaceX 38.727, NVIDIA 8.332 und BitMine, das auf eine Ethereum-Treasury setzt, 97.383 Aktien. Prozentual fiel der Zukauf bei BitMine damit am stärksten aus.
Am darauffolgenden Tag stockte ARK auch Tesla und SpaceX erneut auf. Die Tesla-Position wuchs um weitere 23.943 Aktien und ist inzwischen rund 860,6 Millionen $ (757 Millionen €) wert. Bei SpaceX kamen 118.709 Aktien hinzu, womit der Bestand auf etwa 498,6 Millionen $ (439 Millionen €) steigt. Den verfügbaren Informationen zufolge baut ARK die SpaceX-Position schon seit Längerem aus, obwohl der Kurs zeitweise unter dem IPO-Preis lag.
Eine Rolle dürften auch die Mittelzuflüsse in die Fonds spielen. Die meisten Käufe vom 27. Juli lagen bei ungefähr 1 Prozent, was häufig eher auf frisches Kapital in den Fonds hindeutet als auf einzelne, isolierte Stock Picks. Eine Ausnahme war Robinhood: Dort verkaufte ARK 32.021 Aktien.
Warum ARK bei Krypto vorsichtig ist
Lorenzo Valente, der bei ARK das Research zu digitalen Assets verantwortet, sagt, dass der Krypto-Markt derzeit die bislang tiefste Bereinigung durchläuft. Nach seiner Einschätzung werden die Kapitalströme selektiver, und Teams ohne echte Kunden dürften schneller vom Markt verschwinden. Entsprechend rechnet er in den kommenden Monaten mit mehr M&A, Chapter-11-Anträgen, Shutdowns und Acqui-hires.
Valente verweist dabei auf die starke Umsatzkonzentration in der Branche. Hyperliquid und Pump.fun erwirtschaften zusammen 67 Prozent des gesamten Umsatzes, den Krypto-Apps erzielen; mit Ethena steigt der Anteil der drei größten Anbieter auf fast 80 Prozent. Das zeigt, wie eng der Spielraum für viele kleinere Anbieter inzwischen geworden ist.
Was das für europäische Leser bedeutet
Für europäische Krypto-Anleger ist vor allem relevant, dass ARK die Trennlinie zwischen profitablen Unternehmen und anfälligen Krypto-Projekten sehr klar zieht. In einem Markt, in dem Kapital selektiver wird, kann das auch außerhalb der USA Folgen für DeFi-Teams, Token-Projekte und Fonds haben, die auf anhaltendes Wachstum angewiesen sind. ARK kaufte am 27. Juli zwar 26.203 Einheiten des 3iQ Solana Staking ETF im Wert von rund 158.000 $ (139.000 €), doch dieser Betrag fällt im Vergleich zu den Millionen, die in Tesla und SpaceX flossen, kaum ins Gewicht.
Der Druck auf DeFi ist nicht nur finanzieller, sondern auch regulatorischer Natur. So warnte die SEC kürzlich, dass einige DeFi-Vaults unter das Wertpapierrecht fallen könnten, was die Hürden für neue Projekte zusätzlich erhöhen dürfte.