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SEC warnt: DeFi-Vaults könnten unter das Wertpapierrecht fallen

Die SEC betont, dass der rechtliche Status vom Aufbau abhängt: Vor allem kuratierte Vaults und Onchain Lending können Investmentfonds oder Vermögensverwaltung ähneln.

SEC warnt: DeFi-Vaults könnten unter das Wertpapierrecht fallen

Wichtigste Erkenntnisse

  • Die SEC warnt, dass DeFi-Vaults und Onchain Lending je nach Struktur unter das bundesweite Wertpapierrecht fallen können.
  • Kommissarin Hester Peirce betont, dass tokenisierte Wertpapiere Wertpapiere bleiben und Vaults in manchen Fällen an Investmentfonds oder Vermögensverwalter erinnern.
  • Laut Vaults.fyi verwalten 788 kuratierte Vaults inzwischen 8,6 $ Milliarden an Assets, während die SEC Entwickler zu einem Austausch mit der Aufsicht auffordert.

Die amerikanische Aufsichtsbehörde SEC richtet ihren Blick erneut auf DeFi-Vaults und Onchain Lending. Kommissarin Hester Peirce erklärte am Mittwoch, dass diese Produkte je nach Ausgestaltung und Verwaltung unter die bundesweite Wertpapiergesetzgebung fallen können. Aus Sicht der SEC bedeutet die Verlagerung auf Blockchain-Infrastruktur also nicht automatisch, dass sich auch die rechtliche Einordnung ändert.

Der Aufbau bestimmt die Aufsicht

Peirce sagte, tokenisierte Wertpapiere blieben Wertpapiere, und dieser Grundsatz gelte ihrer Einschätzung nach auch für Vaults. Bestimmte Konstruktionen könnten daher wie Investmentfonds oder Vermögensverwalter wirken, vor allem dann, wenn nicht nur Smart Contracts, sondern auch Curators oder Manager festlegen, wie Kapital eingesetzt wird.

In den vergangenen Jahren haben sich Vaults zu einem der am schnellsten wachsenden DeFi-Produkte entwickelt. Nutzer zahlen Krypto in Smart Contracts ein, die das Kapital automatisch auf Kreditmärkte und andere Yield-Strategien verteilen, während die Regeln des Vaults oder ein professioneller Curator steuern, wohin die Mittel fließen. Inzwischen sind diese Strukturen auch außerhalb von DeFi sichtbar, etwa bei großen Krypto-Exchange-Plattformen und Brokern, die Rendite auf Stablecoin-Guthaben anbieten wollen. Das zeigt sich auch bei Anbietern, die Onchain-Rendite für professionelle Kunden produktisieren, wie Galaxys Onchain-Yield-Vaults für Institutionen.

Laut Vaults.fyi beliefen sich die verwalteten Assets im Juli auf 8,6 $ Milliarden (7,5 € Milliarden), verteilt auf 788 kuratierte Vaults und 1,4 Millionen Nutzer. Genau deshalb rückt die SEC dieses Segment nun stärker in den Vordergrund: Die Produkte sind längst kein Nischenmarkt mehr, sondern erreichen eine wachsende Zahl von Retail- und professionellen Nutzern.

Mehr Druck auf DeFi

Die Warnung von Peirce fügt sich in einen breiteren Trend ein, bei dem US-Aufsichtsbehörden DeFi-Produkte zunehmend an bestehenden Regeln messen. Zuvor ging die SEC bereits gegen Unternehmen wie ConsenSys und Rari Capital vor, während die CFTC ihre Kontrolle über DeFi ebenfalls verschärft hat, unter anderem mit Anordnungen gegen Betreiber von drei DeFi-Protokollen wegen illegalen Handels mit digitalen Derivaten.

Für europäische Krypto-Beobachter ist das relevant, weil die Debatte zeigt, wie schnell DeFi-Produkte vom Innovationsprojekt zum Compliance-Thema werden können. Auch in Europa, wo Regeln rund um Krypto und Anlageinstrumente strenger ausgelegt werden, kann die konkrete Struktur von Vaults und Lending-Strategien entscheidend dafür sein, welche Aufsicht zuständig ist.

Signal für Entwickler

Peirce forderte Entwickler dazu auf, den Dialog mit der SEC zu suchen, statt einfach davon auszugehen, dass Blockchain-Technologie sie außerhalb der Reichweite der Aufsicht stellt. Ihre Botschaft: Neue Wege, Assets einzusetzen, haben zwar Potenzial, doch dieses Potenzial lässt sich aus ihrer Sicht nur dann voll ausschöpfen, wenn die Branche die Schnittstelle zwischen diesen Produkten und dem Wertpapierrecht frühzeitig mitdenkt.


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