Armstrong: Krypto gewinnt bei Abstimmung über den Clarity Act so oder so
Der Clarity Act soll die Rolle von SEC und CFTC für Krypto, Exchanges und Stablecoins abgrenzen. Armstrong sieht selbst bei einer Ablehnung schnell neue Regeln und mehr Klarheit.

Wichtigste Erkenntnisse
- Brian Armstrong erwartet, dass der Kryptosektor von der Senatsabstimmung über den Clarity Act profitiert, unabhängig davon, ob das Gesetz angenommen oder abgelehnt wird.
- Laut Armstrong sorgt eine Annahme für einen klaren gesetzlichen Rahmen, während eine Ablehnung schnell neue Regeln von SEC und CFTC nach sich ziehen könnte.
- Armstrong nennt agentic finance eine Wachstumsrichtung und bekräftigt seine Erwartung, dass Bitcoin im Jahr 2030 auf $400.000 steigen kann.
Coinbase-Chef Brian Armstrong sagt, dass der Kryptosektor so oder so von der Abstimmung im US-Senat über den Clarity Act am 15. September profitiert. Seiner Ansicht nach sorgt sowohl eine Annahme als auch eine Ablehnung am Ende für mehr Klarheit bei Krypto, weil die Aufsichtsbehörden dann schnell mit neuen Regeln kommen könnten.
Abstimmung im Senat
Armstrong sagte in einem Interview mit CNBC, dass er bei einem angenommenen Gesetz einen klaren gesetzlichen Rahmen erwartet, eine Niederlage aber nicht zwangsläufig negativ ausfällt. In diesem Fall würden die SEC und die CFTC seiner Einschätzung nach bereitstehen, um selbst Regeln zu veröffentlichen, wodurch rund um den 15. September oder kurz danach dennoch Klarheit entstünde.
Der Digital Asset Market Clarity Act soll die US-Aufsichtsstruktur für Krypto enger abgrenzen. Der Vorschlag verteilt die Rolle von SEC und CFTC neu und soll auch mehr Orientierung für Krypto Exchanges, Broker und Stablecoins bieten. Für den Kryptomarkt ist das wichtig, weil unklare Regeln in den USA seit Jahren ein Bremsklotz dafür sind, wie Unternehmen und institutionelle Akteure Krypto angehen.
Armstrong sagte außerdem, dass hinter dem Gesetz breite Unterstützung steht. Seiner Aussage nach gab es viel parteiübergreifende Abstimmung und die wichtigsten Einwände von Coinbase seien inzwischen ausgeräumt. Er nannte auch Unterstützung unter anderem von Strafverfolgern, Banken und Kryptounternehmen.
Ethik bleibt ein sensibler Punkt
Ein Punkt, der noch nicht ganz geklärt ist, sind die Ethikregeln für gewählte Politiker, die digitale Assets besitzen. Armstrong sagte, die Details würden noch ausgearbeitet und über mögliche Interessenkonflikte werde weiter verhandelt.
Er wies darauf hin, dass das Weiße Haus bereits einen Vorschlag mit einer strengen Ethikregel vorgelegt habe, während Demokraten seiner Aussage nach weiter gehen und auch eine Veräußerung von Positionen einbeziehen wollen. Laut Armstrong scheinen beide Seiten einer Lösung nahe zu sein.
Coinbase blickt auf agentic finance
Neben der Gesetzgebung ging Armstrong auf die Kritik von JPMorgan-Chef Jamie Dimon ein, der Coinbase vorgeworfen hat, die Stablecoin-Bestimmungen im Gesetz für regulatorische Arbitrage gegen Banken zu nutzen. Armstrong reagierte, ohne Dimon beim Namen zu nennen, dass Parteien mit großen Zahlungsaktivitäten vor allem ihre eigenen Interessen verteidigen. Er sagte, dass auch Goldman Sachs, BNY Mellon und Fidelity das Gesetz unterstützen.
Armstrong bezeichnete außerdem agentic finance als wichtige Wachstumsrichtung. Dabei geht es um Zahlungen und Finanzdienstleistungen, bei denen KI und Blockchain gemeinsam eingesetzt werden. Seiner Ansicht nach steckt das noch in einem frühen Stadium, aber Coinbase habe dort bereits eine führende Position, auch über Base, x402 und USDC. Er sagte zudem, dass der größte Teil der bislang verarbeiteten agentic payments auf Base stattgefunden habe.
Zum Schluss bekräftigte Armstrong seine langfristige Sicht auf Bitcoin. Gegenüber CNBC sagte er, dass $400.000 (€343.300) im Jahr 2030 ein vernünftiges Ziel seien und dass der Boden in diesem jüngsten Zyklus seiner Meinung nach bereits erreicht worden sei.