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Australien führt Travel Rule für Krypto-Transfers ein

AUSTRAC verpflichtet Exchanges ab dem 1. Juli, bei Transfers Absender- und Empfängerdaten mitzusenden. Auch Self-Custody-Wallets werden stärker geprüft – im Einklang mit FATF-Standards und MiCA.

Australien führt Travel Rule für Krypto-Transfers ein

Wichtigste Erkenntnisse

  • Australien führt am 1. Juli eine Travel Rule für Krypto ein. Regulierte Exchanges müssen bei jedem Transfer Identitätsdaten mitübermitteln.
  • Einen Mindestbetrag gibt es nicht. Deshalb fallen auch kleinere Transaktionen und Transfers zu Self-Custody-Wallets unter zusätzliche Kontrollen.
  • Mit dem Schritt orientiert sich Australien an der europäischen Linie und an den breiteren FATF-Standards für nachvollziehbare Krypto-Transaktionen.

Australien setzt ab dem 1. Juli eine neue Travel Rule für Krypto um. Regulierte Exchanges müssen dann bei ein- und ausgehenden Transfers die Identitätsdaten von Absender und Empfänger mitübermitteln. Eine Untergrenze gibt es nicht, sodass auch kleinere Transaktionen erfasst werden.

Strengere Prüfungen bei Exchanges

Die neue Vorgabe ist der letzte Schritt einer umfassenderen AML/CTF-Reform, die Australien bereits im November 2024 beschlossen hat. Ein Großteil der Änderungen ist seit März in Kraft. Zuständig für die Durchsetzung ist die Aufsichtsbehörde AUSTRAC, die Finanzermittlungsstelle des Landes. Sie stuft den Sektor als besonders anfällig für Geldwäsche ein.

Für Nutzer bedeutet das vor allem mehr Abfragen beim Senden oder Empfangen von Krypto. Die Plattformen werden unter anderem nach dem Namen der Gegenpartei und nach der beteiligten Exchange fragen. Sobald diese Angaben einmal übermittelt wurden, dürfen die Anbieter sie speichern. Dadurch könnten wiederholte Rückfragen seltener werden.

Auch Transfers zu Self-Custody-Wallets werden strenger geprüft. Nutzer müssen dann bestätigen, dass sie die empfangende Adresse tatsächlich selbst kontrollieren. Das fügt sich in die breitere Debatte über Datenschutz und Compliance im Kryptomarkt ein, in dem Identitätsdaten zunehmend zum Standard bei Transaktionen werden.

Australien folgt der europäischen Linie

Auffällig ist das Timing: Am selben Tag endet in Europa die MiCA-Übergangsfrist. Damit erreichen zwei große Märkte fast zeitgleich einen strengeren Compliance-Standard, auch wenn unterschiedliche Regelwerke gelten. In der EU schreibt die Transfer of Funds Regulation bereits seit Dezember 2024 vor, dass Krypto-Transfers jeder Größe vollständige Absender- und Empfängerdaten enthalten müssen.

Die Travel Rule selbst geht auf die FATF Recommendation 16 zurück, die 2019 auch auf Krypto ausgeweitet wurde, um Transaktionen besser nachvollziehbar zu machen. Australien reiht sich damit in einen internationalen Standard ein, der inzwischen in vielen Jurisdiktionen umgesetzt wurde oder sich noch in der Einführung befindet.

AUSTRAC hat die Aufsicht in den vergangenen Monaten bereits bei 27 lokalen Krypto-Exchanges verschärft. Laut einer Branchenumfrage hielten im Jahr 2025 rund 31 Prozent der australischen Erwachsenen Krypto. Kraken hat zudem bereits am 31. März mit zusätzlicher Verifizierung für Transfers zu privaten Wallets für australische Kunden begonnen.

Was das bedeuten kann

Für Krypto-Nutzer in Europa ist vor allem relevant, dass Australien und die EU nun nahezu gleichzeitig strengere Vorgaben für Transaktionsdaten einführen. Das dürfte die Erwartung stärken, dass Identitätsprüfungen bei Krypto-Transfers auch außerhalb des klassischen Finanzsystems immer normaler werden. AUSTRAC hat das formelle Melden zu nicht verifizierten Self-Hosted-Wallets allerdings auf März 2029 verschoben. Die strengste Phase beginnt dort also nicht sofort.


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