Bank of England schafft Limits für Stablecoin-Besitz ab und führt Ausgabeobergrenze ein
Die Bank of England hebt individuelle Stablecoin-Limits auf und setzt stattdessen auf eine Ausgabeobergrenze. Der Kurswechsel soll Innovationen Raum geben, ohne die finanzielle Stabilität zu gefährden.

Wichtigste Erkenntnisse
- Die Bank of England schafft Limits für den individuellen Stablecoin-Besitz ab und führt stattdessen eine Ausgabeobergrenze von 40 Milliarden Pfund ein.
- Der vorgeschriebene Anteil an Backing Assets in unverzinsten Zentralbankeinlagen sinkt von 50% auf 30%, direkte Zinszahlungen an Inhaber bleiben aber verboten.
- Die Zentralbank will mit diesen Regeln die finanzielle Stabilität schützen und gleichzeitig Raum für Wachstum und Wettbewerb im Stablecoin-Markt schaffen.
Die Bank of England hat ihren ursprünglichen Plan offiziell zurückgenommen, Limits dafür festzulegen, wie viele Stablecoins Privatpersonen und Unternehmen halten dürfen. Statt individueller Beschränkungen führt die Zentralbank jetzt eine gesamte Ausgabeobergrenze von 40 Milliarden Pfund ($50,6 Milliarden (€44,1 Milliarden)) für jeden systemrelevanten Stablecoin ein.
Anpassung des Regulierungsrahmens für Stablecoins
Die Zentralbank teilte mit, dass der frühere Vorschlag aufgegeben wird, Privatpersonen auf maximal £20.000 und Unternehmen auf £10 Millionen an Stablecoins zu begrenzen. Die Entscheidung folgt auf Kritik eines Ausschusses des britischen Oberhauses und der Krypto-Branche, die die ursprünglichen Limits als zu restriktiv und innovationshemmend bezeichnet hatten.
Außerdem wurde der vorgeschriebene Anteil an Backing Assets in unverzinsten Zentralbankeinlagen von 50% auf 30% gesenkt. Dadurch dürfen Stablecoin-Emittenten jetzt bis zu 70% ihrer Reserven in kurzfristige britische Staatsanleihen mit einer Laufzeit von weniger als sechs Monaten investieren, was ihnen die Möglichkeit gibt, mit ihren Reserven Rendite zu erzielen. Direkte Zins- oder Dividendenausschüttungen an Stablecoin-Inhaber bleiben jedoch verboten. Die Bank of England erlaubt aber, dass Nutzer über Web3-Apps Belohnungen erhalten, die an Transaktionen gekoppelt sind, etwa Cashback oder Treuepunkte.
Balance zwischen Innovation und finanzieller Stabilität
Mit der neuen makroökonomischen Ausgabeobergrenze will die Bank of England das breitere britische Kreditsystem vor plötzlichen Kapitalabflüssen schützen und gleichzeitig Raum für Wachstum und internationalen Wettbewerb im Stablecoin-Markt schaffen. Die Bank betont, dass die Obergrenze vorübergehend ist und möglicherweise wieder abgeschafft wird, sobald sich der Markt ausreichend stabilisiert hat.
Diese Anpassung folgt auch auf einen Bericht des Financial Services Regulation Committee des britischen Parlaments, in dem dazu aufgerufen wurde, die Limits wegen möglicher negativer Auswirkungen auf die Tragfähigkeit von Stablecoin-Emittenten zu überdenken. In den USA wird derweil ebenfalls an strengeren Rahmenbedingungen für Stablecoins gearbeitet, darunter neue Kundenidentifikationsregeln für Emittenten.
Relevanz für den europäischen Kryptomarkt
Diese Entwicklung im Vereinigten Königreich könnte für europäische Krypto-Investoren und Unternehmen relevant sein, weil sie zeigt, wie Zentralbanken versuchen, ein Gleichgewicht zwischen technologischer Innovation und finanzieller Stabilität zu finden. Die Entscheidung, Beschränkungen für den individuellen Besitz zu streichen und stattdessen eine Ausgabeobergrenze einzuführen, könnte auf einen pragmatischen Ansatz hindeuten, der auch in anderen Jurisdiktionen Schule machen könnte. Das könnte die Adoption und Regulierung von Stablecoins in Europa beeinflussen, vor allem mit Blick auf eine breitere Krypto-Regulierung.