Bank of Japan erhöht Leitzins auf 1,25 % und BTC/JPY steigt
Die zweite Zinserhöhung in drei Monaten setzt den Yen weiter unter Druck, während BTC/JPY auf bitFlyer steigt und der Carry Trade wieder in den Fokus rückt.

Wichtigste Erkenntnisse
- Die Bank of Japan hat den Leitzins um 25 Basispunkte auf 1,25 % angehoben, den höchsten Stand seit 31 Jahren.
- Gleichzeitig schwächte sich der Yen weiter ab und BTC/JPY stieg auf bitFlyer um 0,5 % auf 12,06 Millionen Yen.
- Die BOJ hält die monatlichen Anleihekäufe bei rund 2 Billionen Yen, um die langfristigen Zinsen zu dämpfen.
Die Bank of Japan hat den Leitzins am Freitag um 25 Basispunkte auf 1,25 % angehoben, den höchsten Stand seit 31 Jahren. Der Schritt fiel mit einer weiteren Schwäche des Yen und einem Anstieg von BTC/JPY auf der japanischen Krypto-Börse bitFlyer zusammen.
Yen unter Druck
Die japanische Währung gab gegenüber dem Dollar nach, wodurch USD/JPY auf 156,70 von 156,20 stieg. Gleichzeitig legte die Bitcoin-Yen-Kombination um 0,5 % auf 12,06 Millionen Yen zu. Der Dollarpreis von Bitcoin blieb dabei laut CoinDesk weitgehend stabil bei rund 76.900 Dollar (67.000 Euro).
Die Zinserhöhung ist die zweite in drei Monaten. Die Zentralbank versucht, hartnäckige Inflation und den schwachen Yen anzugehen, während Japan über Jahre gerade für extrem niedrige Zinsen bekannt war. Das machte Yen-Kredite günstig und befeuerte weltweit die sogenannte Carry Trade, bei der Anleger Geld in Yen für höhere Renditen anderswo einsetzten.
Mehr Fokus auf globale Flows
Für europäische Krypto-Beobachter ist vor allem relevant, dass japanische Zinsentscheidungen oft über den lokalen Anleihemarkt hinausreichen. Wenn sich die Zinsen in Japan weiter normalisieren, könnte das Einfluss auf Kapitalströme und auf die Nachfrage nach ausländischen Anlagen haben. Damit werden der Yen und die Politik der BOJ auch für Bitcoin-Anleger außerhalb Japans zu einem Faktor, den sie im Blick behalten sollten.
Auch der breitere Zinsmarkt spielt eine Rolle: globale Anleiherenditen waren zuvor bereits auf Mehrjahreshochs gestiegen, was den Druck auf risikoreiche Anlagen erhöhte.
Was Anleger zuvor gesehen haben
Die BOJ hält zugleich die monatlichen Käufe japanischer Staatsanleihen bei rund 2 Billionen Yen, womit die Zentralbank die langfristigen Zinsen bremsen und den Markt ruhiger halten will. Diese Kombination aus Zinserhöhung und Unterstützung für den Anleihemarkt macht die Politik weniger einseitig als eine harte Straffung.
Historisch gingen frühere Zinserhöhungen der BOJ häufiger mit stärkeren Schwankungen bei risikoreichen Anlagen einher, darunter auch Krypto. Im August 2024 zeigte eine scharfe Bewegung bei Aktien und Bitcoin bereits, wie empfindlich Märkte auf Veränderungen in der japanischen Zinspolitik reagieren können.