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Bernstein sieht M&A-Welle durch Konsolidierung bei Prediction Markets

Bernstein beobachtet, dass Akteure wie Kalshi, Polymarket und DraftKings zunehmend ihre eigene Exchange-Infrastruktur aufbauen, während sich die CFTC und US-Bundesstaaten weiter um die Aufsicht streiten.

Bernstein sieht M&A-Welle durch Konsolidierung bei Prediction Markets

Wichtigste Erkenntnisse

  • Bernstein hält es für möglich, dass die Konsolidierung bei Prediction Markets eine neue M&A-Welle in Sports Betting und den Finanzmärkten auslöst.
  • Größere Anbieter wollen immer häufiger sowohl die Distribution als auch die Exchange-Infrastruktur selbst kontrollieren, was sich in Deals und Kooperationen zeigt.
  • Die regulatorische Unsicherheit bleibt hoch, während Robinhood und Coinbase laut Bernstein am besten positioniert sind.

Die rasche Konsolidierung der Technologie hinter Prediction Markets könnte nach Einschätzung der Wall-Street-Bank Bernstein eine neue Welle von Fusionen und Übernahmen in Sports Betting und den Finanzmärkten anstoßen. In dem Bericht heißt es, dass die Grenzen zwischen Exchanges, Brokerages und Sportsbooks immer weiter verschwimmen, während große Anbieter zugleich versuchen, Distribution und Infrastruktur unter eigener Kontrolle zu halten.

Die Stack wird immer enger verzahnt

Bernstein verweist darauf, dass in den vergangenen acht Monaten nahezu jeder größere verbrauchernahe Anbieter von Prediction Markets versucht habe, sowohl die Kundenbeziehung als auch die Exchange-Infrastruktur selbst aufzubauen. Aus Sicht der Analysten werden Unternehmen wie Kalshi und Polymarket dadurch zugleich zu möglichen Übernahmezielen und potenziellen Käufern, weil sie zwar die Stack besitzen, bei der Distribution aber noch hinterherhinken.

Als Beleg für diesen Trend nennt die Bank mehrere jüngere Deals und Partnerschaften. DraftKings übernahm Railbird, um seine DKeX-Exchange zu starten, Robinhood arbeitete mit Susquehanna an Rothera, Coinbase kaufte The Clearing Company kurz nach dem Start von Event Contracts und Flutter führte eine Dual-FCM-Struktur ein, um den Zugang zu mehreren Exchanges zu sichern.

Regulierung bleibt der Bremsfaktor

Trotz des schnellen Wachstums bleibt die rechtliche und regulatorische Lage unübersichtlich. Bundesstaaten und Gaming-Aufsichtsbehörden argumentieren, dass Sports Event Contracts faktisch nicht lizenziertes Wetten seien, während die CFTC zugleich eine exklusive bundesweite Zuständigkeit für sich beansprucht. Parallel arbeitet die Behörde an neuen bundesweiten Regeln für Prediction Markets, um mehr Klarheit zu schaffen und legale Innovation in dem schnell wachsenden Markt zu unterstützen.

Gerade diese Mischung aus Wachstum und regulatorischer Unsicherheit macht Konsolidierung für Investoren und Unternehmen besonders relevant, zumal sich auch große Sportwettenanbieter positionieren. FanDuel will Berichten zufolge bis zu 300 Millionen US-Dollar, also 263 Millionen Euro, für eine eigene Prediction-Market-Plattform bereitstellen, während DraftKings inzwischen neben dem klassischen Sportsbook auch DraftKings Predictions gestartet hat.

Warum das für Europa wichtig ist

Für europäische Krypto-Leser ist das Thema relevant, weil Prediction Markets zunehmend wie eine Mischung aus Krypto-naher Handelsinfrastruktur, Online-Glücksspiel und Retail Trading wirken. Sollte sich der US-Markt weiter professionalisieren, könnte das auch beeinflussen, wie Plattformen ihre Produkte strukturieren, welche Anbieter Zugang zu Nutzern erhalten und wie Aufseher solche Anlageinstrumente künftig einordnen.

Bernstein sieht bereits, dass sich die wirtschaftlichen Anreize verschieben. Unternehmen, die ihre eigene Exchange besitzen, behalten Einnahmen, die zuvor an Dritte geflossen wären. Robinhood wickelte seine volumenstärksten World-Cup-Kontrakte über Rothera statt über Kalshi ab, während DraftKings Ende Juni den Handel mit Prediction Markets von der Infrastruktur von CME und Crypto.com auf DKeX verlagert hat.

Nach Einschätzung der Analysten sind Robinhood und Coinbase derzeit am stärksten aufgestellt, weil sie große Nutzerzahlen mit vollständig eigener regulierter Infrastruktur verbinden. DraftKings hat mit Railbird an Boden gewonnen, während Kalshi und Polymarket weiterhin als naheliegende Übernahmekandidaten gelten, da sie zwar über Exchange-Technologie verfügen, aber nicht über dieselbe Distribution wie die größten Plattformen.


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