Bitcoin über 80.000 Dollar, Solana steigt wegen Supply-Abstimmung
Die Rally folgt auf US-Bond-Buybacks, während Händler vor Überhitzung warnen. Bei Solana dreht sich der Anstieg um eine Abstimmung über niedrigere Emissionen und höhere Burns.

Wichtigste Erkenntnisse
- Bitcoin stieg am Dienstagmorgen über 80.000 Dollar, lag damit mehr als 4 % im Tagesplus und mehr als 25 % im Wochenplus.
- Solana kletterte um fast 8 % auf knapp über 101 Dollar, während Validatoren über Vorschläge abstimmen, die die SOL-Neuemission bremsen sollen.
- Trader achten diese Woche auf Makro- und Politiktermine, darunter Jackson Hole, den Clarity Act, das SEC-Treffen und die Fed-Sitzung im September.
Bitcoin stieg am Dienstagmorgen in Asien über 80.000 Dollar (68.600 Euro) und lag damit mehr als 4 % im Tagesplus und mehr als 25 % im Wochenplus. Die Rally erhielt zuvor bereits Unterstützung, nachdem das US-Finanzministerium seine Bond Buybacks ausgeweitet hatte. Gleichzeitig warnen Händler, dass der Anstieg schnell verlaufen ist und der Markt inzwischen anfälliger für eine Pause wirken dürfte.
Bitcoin wirkt überhitzt
Bitfire Research verwies auf einen häufig genutzten Momentumindikator, der zuletzt bei rund 78 für Bitcoin lag. Werte über 70 gelten oft als Hinweis darauf, dass ein Kurs zu stark gestiegen ist und eine Verschnaufpause braucht. In derselben Notiz nannte Bitfire Verkaufsdruck zwischen 78.500 Dollar (67.300 Euro) und 82.000 Dollar (70.300 Euro), während Käufer dem Unternehmen zufolge wahrscheinlich wieder aktiver werden dürften zwischen 72.400 Dollar (62.100 Euro) und 73.500 Dollar (63.000 Euro).
Die Bewegung passt in eine breitere Risk-on-Phase am Kryptomarkt. Ether stieg um mehr als 2 % auf knapp unter 2.500 Dollar (2.140 Euro) und liegt damit fast 32 % höher auf Wochensicht. BNB kletterte um mehr als 2 % auf knapp unter 714 Dollar (612 Euro), während XRP fast 2 % auf etwas über 1,50 Dollar (1,29 Euro) zulegte. Damit liegt XRP auf Wochensicht unter den großen Tokens vorn, mit einem Plus von mehr als 52 %.
Solana stimmt über das Angebot ab
Solana war der stärkste große Gewinner und legte um fast 8 % auf knapp über 101 Dollar (87 Euro) zu. Der Token liegt damit fast 35 % höher als eine Woche zuvor. Der Kurssprung fiel mit einer Abstimmung unter Validatoren über zwei Vorschläge zusammen, die die SOL-Neuemission bremsen sollen. Der eine Vorschlag senkt die neue Ausgabe, der andere erhöht die täglichen Burns auf bis zu 800.000 Dollar (685.900 Euro). Die Abstimmung endet am Donnerstag.
Diese Vorschläge passen in eine breitere Diskussion innerhalb der Solana-Community über die Inflationsstruktur und die Transaktionsgebühren. Für europäische Krypto-Beobachter ist das relevant, weil Veränderungen beim Token-Angebot und bei Burns oft direkt beeinflussen, wie Knappheit bei einem Token wahrgenommen wird, ohne dass damit eine Kursrichtung feststeht.
Mehr Fokus auf Makro und Politik
Neben den krypto-spezifischen Entwicklungen achten Trader diese Woche auch auf Makro und Politik. Fed-Vorsitzender Kevin Warsh spricht am Mittwoch in Jackson Hole, wo Zentralbanker oft Signale zum Zinskurs geben. Niedrigere Zinsen machen Kredite günstiger und lenken Kapital häufiger in risikoreichere Anlagen wie Krypto, während höhere Zinsen eher den umgekehrten Effekt haben.
Außerdem stehen die Abstimmung über den Clarity Act, das SEC-Treffen zum Krypto-Rahmenwerk, die Fed-Sitzung im September sowie neue Inflations- und Arbeitsmarktdaten auf der Agenda. Das macht die kommenden Tage wichtig für den breiteren Kryptomarkt, gerade weil die jüngste Rally bereits Anzeichen von Spannung zeigt.