Bitcoin fällt unter Rainbow Chart und landet in der „Bitcoin is dead“-Zone
Der Rückgang folgt auf den Rekordhöchststand von 126.000 $ im Oktober 2025 und befeuert die Debatte über die Relevanz des Modells, da ETF’s und institutionelle Anleger inzwischen stärker ins Gewicht fallen.

Wichtigste Erkenntnisse
- Bitcoin ist zum ersten Mal unter die unterste Bandbreite der Rainbow Chart gefallen und notiert bei rund $62.500.
- Der Kurs ist seit dem Höchststand von $126.000 im Oktober 2025 um etwa 50% gefallen und landete in der „Bitcoin is Dead“-Zone.
- Analysten sehen die Rainbow Chart vor allem als Sentimentindikator, während institutionelle Anleger und ETF's die Marktstruktur verändern.
Bitcoin ist zum ersten Mal seit langer Zeit unter die unterste Bandbreite der bekannten Bitcoin Rainbow Chart gefallen, ein Modell, das seit mehr als zehn Jahren die langfristigen Preiszyklen von Bitcoin verfolgt. Der Bitcoin-Kurs ist zuletzt um etwa 50% gegenüber dem Höchststand von Oktober 2025 gefallen, als er ein Rekordhoch von $126.000 (€111.100) erreicht hatte. Aktuell notiert Bitcoin bei rund $62.500 (€55.100) und ist damit unter die unterste Bandbreite der Rainbow Chart gerutscht und in die sogenannte "Bitcoin is Dead"-Zone gekommen. Historisch wird diese Zone mit extremem Pessimismus verbunden, sie ist aber keine Vorhersage über das tatsächliche Schicksal von Bitcoin.
Bedeutung des Durchbruchs unter die Rainbow Chart
Die Rainbow Chart, 2014 von einem Reddit-Nutzer namens Azop entwickelt, nutzt eine logarithmische Regression, um die langfristige Preisentwicklung von Bitcoin abzubilden. Die farbigen Bänder der Chart stehen für verschiedene Phasen des Marktsentiments, von Unterbewertung bis Überbewertung. Dass Bitcoin jetzt unter die unterste Bandbreite gefallen ist, hat unter Analysten zu unterschiedlichen Einschätzungen geführt. Einige Experten sehen darin ein Zeichen, dass das Modell selbst sich wegen des Wachstums und der Reifung des Marktes verändern müsste. Markus Levin, Mitgründer von XYO, sagt, dieser Durchbruch bedeute nicht, dass Bitcoin tot sei, sondern dass die Rainbow Chart möglicherweise an Vorhersagekraft verliert, weil institutionelle Anleger und ETF's eine größere Rolle spielen.
Die Rolle institutioneller Anleger und die veränderte Marktstruktur
Mit der stärkeren Beteiligung institutioneller Anleger und dem Aufkommen von Bitcoin ETF's verändert sich die Art und Weise, wie der Bitcoin-Preis zustande kommt. Laut Ryan Lee, Chefanalyst bei Bitget, bleibt die Rainbow Chart ein nützliches visuelles Hilfsmittel, um langfristige Zyklen zu verstehen, ist aber als Prognosemodell weniger geeignet, weil sie fundamentale und makroökonomische Faktoren nicht berücksichtigt, die heute einen größeren Einfluss haben. Auch Emad Shahin von Ethra betont, dass die Chart besser als Indikator für das Marktsentiment funktioniert als als verlässlicher Vorhersagewert für Kursbewegungen.
Die aktuelle Lage unterscheidet sich von früheren Zyklen, in denen Bitcoin nach einer Halbierung oft einen starken Kursanstieg gezeigt hat. Der Bitcoin-Preis liegt jetzt nahe am Niveau der Halbierung im April 2024, was darauf hindeutet, dass sich der Markt anders verhält als in der Vergangenheit. Mark Zalan, CEO von GoMining, betont, dass die "Bitcoin is Dead"-Zone vor allem extreme Angst und Unterbewertung anzeigt, aber nicht bedeutet, dass Bitcoin tatsächlich scheitert. Er nennt sie ein Sentiment-Signal, auf das in der Vergangenheit oft eine Erholung folgte.
Die schwache Kursentwicklung fällt mit einem breiteren Rückgang am Markt zusammen. In einer anderen Analyse wurde bereits auf geringere Liquidität und ausbleibende neue ETF-Zuflüsse hingewiesen, Faktoren, die den Kurs kurzfristig zusätzlich unter Druck setzen könnten.
Was das für Anleger und die Zukunft der Rainbow Chart bedeutet
Die Diskussion über die Relevanz der Rainbow Chart ist noch nicht vorbei. Während einige Analysten die Chart wegen der veränderten Marktstruktur als veraltet ansehen, bleibt sie für andere ein nützlicher Referenzpunkt. Die kommende Zeit wird zeigen, ob Bitcoin in die historischen Bänder der Chart zurückkehrt oder ob das Modell an die neue Realität eines Marktes mit stärkerem institutionellen Einfluss und ETF-Strömen angepasst werden muss. Für europäische und andere Anleger kann es wichtig sein zu verstehen, dass traditionelle Bewertungsmodelle möglicherweise weniger genau geworden sind und dass Sentimentindikatoren wie die Rainbow Chart mit Vorsicht interpretiert werden sollten.