Bitcoin-ETF-Abflüsse setzen BlackRock und Fidelity unter Druck
Glassnode sieht den Handel mit US-Spot-Bitcoin-ETFs auf das niedrigste Niveau dieses Zyklus zurückfallen, wobei FBTC und IBIT die größten Abflussquellen sind.

Wichtigste Erkenntnisse
- US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten am 13. Juli Nettoabflüsse von rund 430 Millionen Dollar, wobei vor allem Fidelitys FBTC und BlackRocks IBIT auf der Verkaufsseite auffielen.
- Das 30-Tage-Durchschnittsvolumen sank auf etwa 1,25 Milliarden Dollar und lag damit 78 % unter dem Hoch sowie unter dem Niveau von 2024.
- Bitcoin notierte bei rund 64.681 Dollar; Glassnode nennt 58.000 Dollar als wichtige Unterstützung und 68.000 Dollar als Marke für eine erneute institutionelle Beteiligung.
Die US-Spot-Bitcoin-ETFs standen am 13. Juli erneut unter deutlichem Abgabedruck. Gleichzeitig fiel der Handel mit diesen Produkten auf den niedrigsten Stand dieses Zyklus zurück. Nach Angaben von Glassnode belief sich der Nettoabfluss auf rund 430 Millionen Dollar. Auf der Verkaufsseite ragten dabei vor allem Fidelitys FBTC und BlackRocks IBIT heraus.
Handel fällt zurück
Glassnode berichtet, dass das 30-Tage-Durchschnittsvolumen der täglichen Umsätze in US-Spot-Bitcoin-ETFs inzwischen bei rund 1,25 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro) liegt. Das entspricht einem Rückgang von 78 % gegenüber dem Hoch von 5,8 Milliarden Dollar (5,1 Milliarden Euro), das Ende 2025 erreicht wurde, und liegt auch unter dem Niveau von 2024. Aus Sicht der Analysten spricht das nicht nur für eine kurze Pause, sondern für einen Markt, in dem sich die Aufmerksamkeit spürbar auf andere Anlageklassen verlagert hat, darunter etwa KI.
IBIT stellt weiterhin den größten Teil des verbliebenen Handelsvolumens, doch auch dort hat die Aktivität in den vergangenen Monaten nachgelassen. Das fügt sich in einen breiteren Trend ein: Im Juni verzeichnete Bitcoin seinen schwächsten Monat seit dem FTX-Crash 2022. Dazu beigetragen haben laut Marktbeobachtern unter anderem hohe ETF-Rücknahmen, eine schwächere institutionelle Nachfrage sowie ein makroökonomisches Umfeld mit hartnäckiger Inflation und Erwartungen höherer Zinsen in den USA. Der Zuflussanstieg zu Monatsbeginn erwies sich zudem als vorübergehend; am 10. Juli drehte der Markt nach acht Wochen mit schwachen Fondsströmen wieder nach oben.
Abflüsse bei großen Fonds
Die Tagesdaten zeichnen ein klar einseitiges Bild. FBTC verzeichnete Abflüsse von 246,3 Millionen Dollar (216 Millionen Euro), während bei IBIT 186,1 Millionen Dollar (163 Millionen Euro) abgezogen wurden. VanEcks HODL bewegte sich mit einem Zufluss von 3,5 Millionen Dollar (3,1 Millionen Euro) gegen den Trend. Grayscales GBTC und Franklin Templetons EZBC meldeten kleinere Abgaben, sodass sich der gesamte Nettoabfluss auf rund 430 Millionen Dollar (377 Millionen Euro) summierte.
Bemerkenswert ist diese Entwicklung auch deshalb, weil Bitcoin-Fonds in der Woche bis zum 10. Juli noch Nettozuflüsse von 197,4 Millionen Dollar (173 Millionen Euro) verbucht hatten, nachdem es zuvor acht Verlustwochen in Folge gegeben hatte. Über die erste Hälfte von 2026 lagen Spot-Bitcoin-ETFs per saldo jedoch 5,4 Milliarden Dollar (4,7 Milliarden Euro) im Minus. Das war das erste negative Halbjahr seit dem Start Anfang 2024. Gleichzeitig haben die US-Spot-Bitcoin-ETFs seit ihrer Einführung weiterhin rund 50,85 Milliarden Dollar (44,6 Milliarden Euro) an Nettozuflüssen eingesammelt, was zeigt, dass die institutionelle Basis nicht verschwunden ist.
Was das für BTC bedeutet
BTC handelte zuletzt bei rund 64.681 Dollar (56.700 Euro) und legte binnen 24 Stunden um 4,4 % zu. Glassnode verknüpft die aktuelle Schwäche bei den Fondsströmen mit dem Rückgang von etwa 78.000 Dollar (68.400 Euro) Mitte Mai auf ein Tief bei rund 58.000 Dollar (50.900 Euro) am 30. Juni. Dieses Niveau gilt weiterhin als wichtige Unterstützung. Ein Anstieg zurück über 68.000 Dollar (59.600 Euro) könnte dagegen auf eine erneute institutionelle Beteiligung hindeuten.
Für europäische Kryptonutzer ist vor allem relevant, dass der US-Spot-Bitcoin-ETF-Markt weiterhin als wichtiger Gradmesser für den breiteren Kryptomarkt gilt. Bleiben Volumen und Zuflüsse dort niedrig, spricht das dafür, dass Kapital und Aufmerksamkeit vorerst anderswo gebunden sind, auch wenn die gesamte ETF-Basis weiterhin groß bleibt.