Bitcoin bleibt trotz nachlassenden Verkaufsdrucks unter 80.000 Dollar
Der nachlassende Verkaufsdruck stützt den Markt, doch Spotkäufer und Liquidität bleiben zurück. US-Payrolls, ETF-Zuflüsse und die Fed-Erwartung halten BTC unter 80.000 Dollar in Spannung.

Wichtigste Erkenntnisse
- Bitcoin handelt um 78.257 Dollar und bleibt unter 80.000 Dollar, während Analysten sagen, dass dieses Niveau zuerst überzeugend zurückerobert werden muss.
- Der Verkaufsdruck nimmt ab: Langfristhalter verkaufen seltener, Akkumulationsadressen halten rund 2,3 Millionen BTC und Hedgefonds haben Short-Positionen zurückgefahren.
- Spotkäufer bleiben abwartend, während ETF-Zuflüsse und Makrodaten die Stimmung beeinflussen und europäische Anleger auf kommende US-Inflations- und Fed-Daten achten.
Bitcoin handelt um 78.257 Dollar (67.200 Euro), nachdem der Kurs erneut unter 80.000 Dollar (68.700 Euro) gefallen ist. Laut Analysten muss dieses Niveau erst überzeugend zurückerobert werden, bevor die Liquidität wirklich zurückkehrt. Der Verkaufsdruck nimmt zwar ab, doch neue Spotkäufer sind noch nicht klar zu sehen.
Der Verkaufsdruck nimmt ab
Anleger, die Bitcoin halten, verkaufen seltener mit Verlust. Der Net Realized Profit and Loss liegt wieder im positiven Bereich und der Long-Term Holder SOPR steht bei 1,2. Das deutet darauf hin, dass viele Langfristhalter ihre Coins vorerst liegen lassen.
XWIN Japan meldete außerdem, dass Akkumulationsadressen zusammen rund 2,3 Millionen BTC halten. Zudem scheint es wenig Eile zu geben, Coins an Krypto-Exchanges zu schicken, solange Bitcoin um 80.000 Dollar (68.700 Euro) notiert. Auch Hedgefonds haben ihre Short-Positionen zurückgefahren, während der breitere Makrodruck den Markt dennoch getestet hat.
Die US-amerikanischen Payrolls lagen im August bei 162.000, nach einer Erwartung von 53.000. Dadurch stiegen die Chancen auf eine Zinserhöhung im September auf fast 60%. Wintermute wies zugleich darauf hin, dass Bitcoin die Woche dennoch 3,45% höher beendet hat, auch wenn eine hawkishe Neubewertung Kryptomärkte oft unter Druck setzt.
Spotkäufer bleiben abwartend
Die eigentliche Bestätigung der Erholung fehlt im Spotmarkt noch. Das 90-Tage-CVD für Spot bleibt neutral, während Futures-Käufer die Erholung vor allem getragen haben. Das macht den aktuellen Anstieg weniger breit abgestützt, als Anleger es sich wünschen würden.
Auch die Liquidität bei Binance zeigt ein gemischtes Bild. Die Stablecoin-Reserven erreichten in diesem Jahr einen Höchststand von über 50 Milliarden Dollar (42,9 Milliarden Euro) und gingen danach um fast 7 Milliarden Dollar (6 Milliarden Euro) zurück. Im vergangenen Monat kamen wieder 1,6 Milliarden Dollar (1,4 Milliarden Euro) in die Reserven zurück. Die 90-Tage-Veränderung der Binance-Stablecoin-Marktkapitalisierung verbesserte sich zudem auf -1,6% von -17%, aber laut Darkfost verläuft diese Erholung noch zu langsam, um die Bewegung allein zu tragen.
Die institutionelle Nachfrage bietet vorerst mehr Unterstützung. US-amerikanische Bitcoin-ETFs zogen in der Woche bis zum 4. September 986,9 Millionen Dollar (847 Millionen Euro) an. Damit lief die Zuflussserie auf drei Wochen und die gesamte Nettozufuhr in diesem Zeitraum belief sich auf rund 3,8 Milliarden Dollar (3,3 Milliarden Euro). Dennoch schlägt sich ETF-Nachfrage nicht automatisch in direktem Kaufdruck am offenen Spotmarkt nieder, vor allem nicht, solange der Coinbase Premium negativ bleibt und die Whale-Deposit-Ratios erhöht sind. Das passt zum Bild von Verkäufen durch große Wallets, die den Kurs bereits zuvor unter Druck gesetzt hatten, als der Markt erneut unter 80.000 Dollar (68.700 Euro) fiel.
Wichtig für europäische Leser
Für europäische Kryptoinvestoren zeigt das vor allem, wie stark Bitcoin weiterhin mit US-Makrodaten und ETF-Strömen mitläuft. Die CPI-Daten vom 11. September und die Fed-Sitzung am 15. und 16. September könnten deshalb auch außerhalb der USA für die Stimmung rund um BTC relevant sein. Solange 80.000 Dollar (68.700 Euro) keine klare Unterstützung werden, bleibt diese Kombination aus Makro und Marktliquidität kurzfristig wichtig.