Bitcoin fällt auf 78.000 Dollar, während Memecoins stark nachgeben
Der Rückgang trifft vor allem Memecoins und Small Caps, während Derivatehändler mehr Absicherung suchen. Später in dieser Woche könnten US-Inflationsdaten die Stimmung weiter prägen.

Wichtigste Erkenntnisse
- Bitcoin notiert bei rund 78.000 Dollar, 2% niedriger als vor 24 Stunden und 5,1% unter dem Höchststand von 82.284 Dollar aus der vergangenen Woche.
- Der breitere Kryptomarkt färbte sich rot, mit einem Rückgang von 10% bei Memecoins und 5,1% beim CoinDesk 80.
- Derivate zeigen Vorsicht, während Put-Optionen auf Bitcoin und Ether am stärksten gehandelt werden.
Bitcoin hält sich um 78.000 Dollar (66.900 Euro), liegt aber auf 24-Stunden-Sicht 2% im Minus und hat damit die Gewinne vom Mittwoch wieder ausgelöscht. Die größte Krypto liegt damit auch 5,1% unter dem Höchststand von 82.284 Dollar (70.600 Euro), der in der vergangenen Woche erreicht wurde. Der breitere Kryptomarkt färbt sich rot, wobei vor allem Memecoins und Small Caps deutlich nachgeben.
Breites rotes Bild
Laut CoinDesk Indices fiel der CoinDesk 100 innerhalb von 24 Stunden um 3,7%, während nur fünf der hundert Bestandteile höher notierten. Die Verluste konzentrierten sich vor allem auf den spekulativen Bereich: Der CoinDesk Memecoin Index verlor 10% und der CoinDesk 80 sank um 5,1%, verglichen mit einem Rückgang von 2,3% beim CoinDesk 5.
Ether entwickelte sich ebenfalls schwach. Die Münze notierte bei rund 2.470 Dollar (2.120 Euro), im Tagesvergleich leicht höher, lag über 24 Stunden aber weiterhin 1,9% im Minus. Damit war Ether in diesem Zeitraum die schwächste große Krypto mit einem Rückgang von 5,1%.
Seit Mitternacht verlief der Handel ruhiger. Damals lagen noch 86 der 100 CoinDesk-Bestandteile im Minus, doch der Index fiel zu diesem Zeitpunkt nur noch um 0,54%. Das deutet darauf hin, dass der größte Teil der Verkaufswelle in der Nacht stattfand.
Derivate bleiben vorsichtig
Auch am Derivatemarkt bleibt der Ton vorsichtig. Das Taker-Long/Short-Volume-Verhältnis bei Krypto-Futures ist erneut bärisch geworden, während das gesamte Open Interest um 2% auf 139 Milliarden Dollar (119 Milliarden Euro) sank und das Volumen um 5% stieg. Das spricht für mehr Handel bei gleichzeitig begrenztem Kapitalabfluss.
Bei Bitcoin ist eine auffällige Kombination zu sehen: Der Kurs fiel innerhalb von 24 Stunden um 1,5%, während das Open Interest laut Velo leicht stieg. Das wird oft als Zeichen dafür gewertet, dass Händler Short-Positionen aufbauen. Das kumulative 24-Stunden-Volume-Delta ist negativ, was bedeutet, dass Verkäufer aggressiver mit Marktorders auftreten.
Warum dieser Moment besonders sensibel ist
Der Kryptomarkt bekommt derzeit auch von außen wenig Unterstützung. US-amerikanische Futures notieren leicht höher oder unverändert, Gold bewegt sich kaum und der Dollarindex ist unverändert. Später heute kommen die US-Erzeugerpreise für August, gefolgt vom CPI am Freitag. Das könnte für europäische Krypto-Beobachter relevant sein, weil solche Daten oft in die breitere Risikostimmung am Markt einfließen.
Im Derivatehandel bleibt die Nachfrage nach Absicherung sichtbar. Auf Deribit ist die am stärksten gehandelte BTC-Option derzeit die Put-Option auf 70.000 Dollar (60.100 Euro) mit Laufzeit bis 18. September, gefolgt von der Put-Option auf 76.000 Dollar (65.200 Euro) mit Laufzeit bis 11. September. Bei Ether liegt die Put-Option auf 2.400 Dollar (2.060 Euro) mit Laufzeit bis 11. September an der Spitze der Liste.
Auch die breitere Marktstruktur bleibt fragil. Whales, die verkaufen, und aufgebaute Short-Positionen machen es für Bitcoin schwer, schnell wieder in Richtung des jüngsten Höchststands zurückzukehren.