Bitcoin steigt 22 %, aber Miner bleiben zurück
Canaan war die einzige Ausnahme; bei Core Scientific und TeraWulf belasteten niedrige Hashprices und schwache Fee-Einnahmen die Margen. Viele Miner suchen deshalb zusätzliche Umsätze über KI und HPC.

Wichtigste Erkenntnisse
- Bitcoin stieg seit dem 17. August um etwa 22 %, doch börsennotierte Mining-Unternehmen profitierten davon kaum.
- Von elf Mining- und miningbezogenen Unternehmen schnitt nur Canaan besser ab als Bitcoin; die übrigen zehn kamen auf eine Medianrendite von 1,8 %.
- Die Margen der Miner stehen unter Druck durch niedrige Hashprices, begrenzte Transaktionsgebühren und eine Verschiebung hin zu KI- und HPC-Diensten.
Bitcoin stieg seit dem 17. August um etwa 22 %, doch börsennotierte Mining-Unternehmen profitierten davon kaum. Aus einer Analyse von The Block geht hervor, dass von elf Mining- und miningbezogenen Unternehmen nur der Hardwarehersteller Canaan besser abschnitt als Bitcoin. Die übrigen zehn kamen auf eine Medianrendite von nur 1,8 % und lagen damit mehr als 20 Prozentpunkte hinter dem BTC-Kurs.
Nur Canaan lag vorn
The Block verglich die Kursentwicklung von elf börsennotierten Mining- und miningbezogenen Unternehmen mit Bitcoin seit dem 17. August. Dabei zeigt sich, dass Canaan als einziges Unternehmen den Anstieg von Bitcoin übertreffen konnte. Bekannte Namen wie Core Scientific und TeraWulf blieben dagegen deutlich zurück.
Nach der Berechnung von Cryptopolitan auf Basis dieser Zahlen erfasste der durchschnittliche Miner nur rund 8,2 % des Bitcoin-Anstiegs. Core Scientific und TeraWulf waren die größten Nachzügler und lagen mit rund 27 beziehungsweise 24 Prozentpunkten hinter BTC zurück. Das zeigt, dass Mining-Aktien nicht automatisch mit der Münze mitlaufen, die sie schürfen.
Margen bleiben unter Druck
Die schwache Kursentwicklung trifft auf eine schwierige wirtschaftliche Ausgangslage für Miner. Der durchschnittliche Hashprice, also der Ertrag pro Einheit Rechenleistung, lag im August bei 34,63 Dollar (30 Euro). Das sind weiterhin 32 % unter dem Monatsdurchschnitt von 2025 in Höhe von 50,68 Dollar (43 Euro). Transaktionsgebühren machten nur 0,70 % der Block Rewards aus und lagen damit den 14. Monat in Folge unter 1 %.
Auch die Aussichten sind nicht stark. Die Terminkontrakte von Luxor für September bis Februar deuten auf einen durchschnittlichen Hashprice von 36,98 Dollar (32 Euro) hin, also rund 27 % unter dem Durchschnitt von 2025. Gleichzeitig verlagern viele Miner ihren Fokus auf KI und High-Performance Computing, kurz HPC. Das ist eine Möglichkeit, bestehende Infrastruktur breiter zu nutzen, erfordert aber zunächst viel Kapital, bevor daraus zusätzliche Umsätze entstehen.
Was das für Miner bedeutet
Für europäische Krypto-Leser ist das relevant, weil es zeigt, dass Bitcoin-Exposure über Aktien ein anderes Profil hat als direktes BTC-Exposure. Miner sind immer weniger nur von Block Rewards abhängig und suchen häufiger nach zusätzlichen Einnahmen aus KI- und Rechenzentrumsdiensten. Das kann ihr Geschäftsmodell breiter aufstellen, macht die Verbindung zum Bitcoin-Kurs aber auch weniger direkt.
The Block zufolge brauchen Miner vor allem mehr Fee-Einnahmen, eine günstigere Netzwerkdifficulty oder niedrigere Strompreise, um ihre Margen zu verbessern. Ob die KI- und HPC-Strategie langfristig genug einbringt, um diesen Druck aufzufangen, bleibt vorerst offen. Fürs Erste ist die wichtigste Erkenntnis, dass Mining-Aktien kein automatischer Hebel mehr auf den Bitcoin-Kurs sind. Bereits zuvor zeigte die Verschiebung hin zu KI-Verträgen, warum Anleger manche Miner anders bewerten als reine Bitcoin-Produzenten.