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Bitcoin fällt trotz Erholung bei Tech-Aktien unter 60.000 Dollar

Der Rückgang hängt mit Abflüssen aus US-Spot-Bitcoin-ETFs, einem starken Dollar und der Fed-Politik zusammen. Auch Ethereum, XRP und Solana gaben nach.

Bitcoin fällt trotz Erholung bei Tech-Aktien unter 60.000 Dollar

Wichtigste Erkenntnisse

  • Bitcoin fiel am Mittwoch unter 60.000 Dollar und erholte sich am Donnerstag auf rund 60.700 Dollar, liegt aber auf Tages- und Wochensicht weiter im Minus.
  • Auch Ethereum, XRP, Solana, Dogecoin und HYPE gaben deutlich nach, während Tron als einzige große Coin diese Woche im Plus schloss.
  • Der Druck auf den Kryptomarkt kommt laut FxPro vor allem von ETF-Abflüssen, einem starken Dollar und der Politik der Federal Reserve.

Der Kryptomarkt hat diese Woche einen deutlichen Rückschlag erlebt, wobei Bitcoin trotz einer Erholung bei Technologieaktien, die zuvor für Druck gesorgt hatte, unter die Marke von 60.000 Dollar (€52.900) gefallen ist. Bitcoin rutschte am Mittwochabend auf etwa 59.200 Dollar (€52.200), konnte sich am Donnerstag aber wieder auf rund 60.700 Dollar (€53.500) erholen. In den vergangenen 24 Stunden fiel der Kurs um 2,9 %, auf Wochensicht um 5,4 %.

Rückgänge bei großen Kryptowährungen

Die Verluste waren bei den großen Kryptowährungen breit angelegt. Ethereum fiel um 2,8 % auf 1.616 Dollar (€1.430) und lag damit fast 8 % im Wochenminus. XRP sank auf 1,07 Dollar (€0,94) und verlor in der Woche 9,2 %, während Solana auf 68 Dollar (€60) zurückging. Die größten Verluste gab es bei Dogecoin und Hyperliquid's HYPE, die um 11,9 % beziehungsweise 11,7 % nachgaben. Tron war die einzige große Coin, die diese Woche ein Plus verbuchte, mit einem Anstieg von 1,9 %.

Gleichzeitig erholte sich der KI-bezogene Aktienhandel, der den Kryptomarkt Anfang der Woche unter Druck gesetzt hatte, deutlich. Micron, der größte US-amerikanische Hersteller von Speicherchips, legte nach einer deutlich besser als erwarteten Umsatzprognose um rund 15 % zu, was das Vertrauen in KI-Investitionen stärkte. Das trieb die Futures auf den Nasdaq 100 um 1,8 % nach oben und sorgte für eine kräftige Erholung des südkoreanischen Kospi-Index um 6 %. Gleichzeitig fiel Brent-Öl unter 73 Dollar (€64) pro Barrel, nachdem der Durchfluss durch die Straße von Hormus wieder angelaufen war.

Einfluss von Dollarstärke und Spot-ETFs

Der Druck auf den Kryptomarkt scheint vor allem von Abflüssen bei US-Spot-Bitcoin-ETFs, dem restriktiven Kurs der Federal Reserve und einem starken US-Dollar zu kommen, sagte Alex Kuptsikevich, Chefmarktanalyst bei FxPro. Ein stärkerer Dollar macht auf Dollar lautende Assets wie Bitcoin für Käufer außerhalb der USA teurer, was die Nachfrage belasten kann.

Außerdem liegt Bitcoin nahe an seinem 200-Wochen-Moving-Average, einem wichtigen langfristigen Trendindikator. Historisch markierte diese Linie oft den Tiefpunkt früherer Bärenmärkte, wobei die Schwäche teils länger anhielt. FxPro warnt, dass das auf einen anhaltenden Krypto-Winter hindeuten könnte, also auf eine längere Phase niedriger Preise statt auf eine schnelle Erholung.

Der nächste wichtige Test liegt im Bereich von 61.800 Dollar (€54.500) bis 62.000 Dollar (€54.700), einer Zone mit vielen offenen Orders, die den Kursverlauf mitbestimmen könnte. Ein Bruch nach unten könnte zu einem Rückgang in Richtung 55.000 Dollar (€48.500) führen, was als möglicher Zyklusboden gilt. Kuptsikevich betont, dass Risikomanagement jetzt wichtiger ist als dem Kurs hinterherzulaufen.

Der Markt schaut außerdem auf die in Kürze veröffentlichten US-Inflationsdaten. Eine hohe Inflation könnte den restriktiven Kurs der Federal Reserve und den starken Dollar weiter stützen, was für Krypto negativ sein dürfte. Eine niedrigere Inflation könnte dagegen für Entlastung sorgen. Bislang reagiert der Kryptomarkt weniger auf Öl- und kriegsbezogene Nachrichten und stärker auf ETF-Abflüsse und fehlende Nachfrage, trotz der Erholung an den Aktienmärkten.

Relevanz für europäische Kryptoanleger

Für europäische Kryptoanleger kann die Kombination aus einem starken Dollar und den Entwicklungen rund um US-Spot-Bitcoin-ETFs relevant sein. Diese Faktoren beeinflussen die weltweite Nachfrage und den Preisdruck bei Bitcoin und anderen großen Kryptowährungen, was sich auch auf europäische Handelsplattformen und Anlageentscheidungen auswirken kann. Außerdem zeigt die Lage, wie wichtig vorsichtiges Risikomanagement in einer möglicherweise längeren Phase von Preisvolatilität ist.


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