Bitcoin fällt unter 83.000 Dollar, während Cowen ein Silber-Szenario befürchtet
Bitcoin bleibt unter der Bull Market Support Band, während Cowen einen längeren schwachen Verlauf mit einem silberähnlichen Szenario skizziert. Auch Ethereum und der Nasdaq zeigen bereits Schwäche.

Wichtigste Erkenntnisse
- Bitcoin schloss zum zweiten Mal in Folge unter 83.000 Dollar und liegt bei rund 81.262 Dollar, was nach Einschätzung von Benjamin Cowen die bearishe These stärkt.
- Cowen sieht die Bull Market Support Band bei rund 72.000 bis 76.000 Dollar als nächste wichtige Marke und vergleicht Bitcoin mit dem lang anhaltenden Rückgang von Silber nach 2011.
- Charles Edwards meldet für Bitcoin eine Put/Call-Ratio von 1,46, was auf eine höhere Nachfrage nach Absicherung gegen Kursverluste hindeutet.
Bitcoin schloss zum zweiten Mal in Folge unter 83.000 Dollar (74.600 Euro) und bleibt damit unter einem Niveau, das laut Analyst Benjamin Cowen nötig war, um einen bullischen Trend zu bestätigen. Der BTC-Kurs liegt bei rund 81.262 Dollar (73.000 Euro), was seine Einschätzung stützt, dass die jüngste Erholung ein Fake-out war. Gleichzeitig verweist er auf einen möglichen längeren schwachen Verlauf, vergleichbar mit dem jahrelangen Rückgang von Silber nach 2011.
Cowen sieht einen Fake-out
Cowen sagte in seinem neuesten Video, dass schon ein wöchentlicher Schlusskurs unter 83.000 Dollar (74.600 Euro) zugunsten der Bären wirken würde und ein zweiter Schluss dieses Bild bestätige. Bitcoin schloss zuvor bei 82.042 Dollar (73.700 Euro) und danach am 25. Oktober bei 80.154 Dollar (72.000 Euro). In dieser Woche gelingt es der Kryptowährung erneut nicht, wieder über diese Marke zu steigen.
Sein nächster Fokus ist die Bull Market Support Band, eine Zone mit dem 20-Wochen- und 21-Wochen-Durchschnitt bei rund 72.000 Dollar (64.700 Euro) bis 76.000 Dollar (68.300 Euro). Sollte Bitcoin dorthin fallen, wertet er das als Warnsignal, dass sich der Rückgang weiter ausdehnen könnte. Ethereum hat inzwischen bereits seinen 50-Tage-Durchschnitt verloren und sich in Richtung derselben Band bewegt, ebenso wie der S&P 500 und der Nasdaq.
Warum Silber ihn beschäftigt
Der Vergleich mit Silber ist für Cowen am beunruhigendsten. Nach dem Hoch bei rund 49 Dollar (44 Euro) im Jahr 2011 hielt sich Silber zunächst noch zweimal, doch die Rallys liefen letztlich aus und der Preis fiel 2015 auf etwa 14 Dollar (13 Euro). Silber liegt inzwischen selbst wieder bei rund 49,06 Dollar (44 Euro), nach einem deutlichen Rückgang von den Rekordständen früher in diesem Jahr.
Für Bitcoin könnte ein ähnliches Muster bedeuten, dass frühere Erholungen vor allem nur vorübergehende Gegenbewegungen sind. Cowen nennt ein Szenario, in dem ein Rückgang auf 60.000 Dollar (53.900 Euro) und eine anschließende Erholung gerade neue Verkäufer anziehen könnte. Ein neues Tief unter dem realisierten Preis, also den durchschnittlichen Anschaffungskosten aller Coins, würde seiner Ansicht nach erst wirklich auf eine Kapitulation hindeuten.
Warum das für Anleger relevant ist
Die Debatte betrifft nicht nur den kurzfristigen Verlauf. Bitcoin liegt weiterhin nahe an einer wichtigen technischen Marke, während auch breitere Märkte wie Ethereum bereits schwächer handeln. Für europäische Krypto-Anleger ist vor allem relevant, dass solche Signale oft erst dann klar werden, wenn der Kurs bereits seit mehreren Wochen unter Druck steht.
Bereits Anfang dieses Monats zeigte der Markt, wie schnell ein gescheiterter Ausbruch in massive Liquidationen umschlagen kann, was dem aktuellen Rücksetzer zusätzliches Gewicht verleiht.
Charles Edwards, Gründer von Capriole Investments, sieht derweil ein anderes kurzfristiges Bild. Seine Put/Call-Ratio für Bitcoin liegt bei 1,46, was auf eine höhere Nachfrage nach Absicherung gegen Kursverluste hindeutet. Laut seinem Chart traten ähnliche Spitzen zuvor auch rund um die Februar- und Juni-Tiefs von 2026 auf, auch wenn 2022 zeigt, dass ein solches Signal nicht immer das Ende des Rückgangs markiert.