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Bitcoin-Futures-Carry fällt unter US-Staatsanleihen

Die Basis bei Bitcoin-Futures bringt inzwischen weniger ein als zweijährige US-Staatsanleihen. Laut Glassnode und Coinglass spricht das für einen abkühlenden Derivatemarkt und eine straffere Marktstruktur.

Bitcoin-Futures-Carry fällt unter US-Staatsanleihen

Wichtigste Erkenntnisse

  • Die Carry auf Bitcoin-Futures liegt seit Februar unter der Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen.
  • Aktuell liegt die Rendite bei rund 3 %, während zweijährige Treasuries im Schnitt 3,8 % abwerfen.
  • Das Futures-Volumen ist im Juli deutlich zurückgegangen, was auf einen kühleren, aber effizienteren Kryptomarkt hindeutet.

Die Carry auf Bitcoin-Futures liegt seit Februar unter der Rendite von US-amerikanischen Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zwei Jahren. Was im letzten Bullenmarkt noch als attraktive Ertragsquelle galt, bringt inzwischen weniger ein als ein Engagement in Treasuries.

Carry verliert an Attraktivität

Im Bullenmarkt 2021 konnten Carry Trades auf regulierten und unregulierten Krypto-Exchanges laut Marktbeobachtern häufig Renditen von 20 % oder mehr erzielen. Das Grundprinzip war simpel: Bitcoin-Futures leerverkaufen und parallel einen Spot-ETF kaufen. Heute stellt sich die Lage deutlich anders dar. Die aktuelle Rendite liegt bei rund 3 %, während zweijährige Treasuries im Schnitt 3,8 % abwerfen.

Für Marktteilnehmer, die Kapital über die sogenannte Basis einsetzen, also über die Differenz zwischen Futures und Spot, ist das ein wichtiger Unterschied. Nach Angaben von Glassnode liegt diese Basis annualisiert seit mehr als fünf Monaten unter der zweijährigen Treasury Note. Das Unternehmen schrieb auf Telegram, dass die Dreimonats-Basis seit Februar weniger abwirft als eine zweijährige Treasury. Eine ähnlich lange Phase habe es den Daten zufolge zuletzt von August 2022 bis Januar 2023 gegeben.

Weniger Volumen, strafferer Markt

Der Rückgang der Carry hängt mit einer spürbaren Abkühlung am Bitcoin-Futures-Markt zusammen. Wie Coinglass berichtet, lag das Volumen im Juli bei etwas über 880 $ Millionen (766 € Millionen), nachdem im Februar ein Höchststand von 1,47 $ Billionen (1,3 € Billionen) erreicht worden war. Auch der breitere Krypto-Bärenmarkt dürfte dabei eine Rolle spielen.

Gleichzeitig spricht die sinkende Basis nicht nur für geringere Erträge, sondern auch für eine reifere Marktstruktur. Wenn sich die Preisabstände zwischen Futures und Spot verringern, können Bid-Ask-Spreads enger werden und das Hedging einfacher werden. Für Trader bedeutet das zwar weniger ausgeprägte Arbitragemöglichkeiten, zugleich aber auch einen Markt, der Preise effizienter verarbeitet.

Warum das relevant ist

Für europäische Krypto-Anleger zeigt sich daran, wie schnell sich die Ertragslage beliebter Derivate-Strategien verschieben kann, wenn der Kryptomarkt reifer wird. Der Vergleich mit Treasuries macht außerdem deutlich, dass Bitcoin-Futures zunehmend mit klassischen Zinsprodukten um Kapital konkurrieren müssen. Das dürfte vor allem für Marktteilnehmer relevant sein, die Krypto nicht nur als Richtungs-Trade betrachten, sondern auch als Markt für Basis, Liquidität und Ausführung.

Die Abkühlung passt zudem zu breiteren Signalen einer schwächeren Nachfrage am Markt, darunter die bereits zuvor sichtbare rückläufige Spot- und ETF-Aktivität. Weniger Volumen und geringere Zuflüsse machen es für Carry-Strategien schwieriger, dieselbe Prämie dauerhaft zu vereinnahmen.


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