Finst

Bitcoin legt im Juli 9 % zu, doch das Volumen bricht ein

Bitcoin notiert im Juli zwar im Plus, doch Spotvolumen, CME Open Interest und Zuflüsse in US-Spot-ETFs gehen zurück. Das spricht für eine Rally mit wenig breiter Marktunterstützung.

Bitcoin legt im Juli 9 % zu, doch das Volumen bricht ein

Wichtigste Erkenntnisse

  • Bitcoin liegt im Juli 9,3 % höher und notiert bei rund 64.058 $, doch die Erholung fällt mit einer schwachen Marktaktivität zusammen.
  • Spotvolumen, Derivatehandel und On-Chain-Volumina sinken auf mehrjährige Tiefststände oder nähern sich diesen an, was auf wenig Überzeugung hindeutet.
  • Die Zuflüsse in US-Spot-Bitcoin-ETFs lassen nach und drehten Ende Juli in Abflüsse, während der August historisch zu den schwächeren Monaten für Bitcoin zählt.

Bitcoin steuert im Juli auf den ersten Monatsgewinn seit April zu. Gleichzeitig bleibt die Marktaktivität aber auffallend verhalten. Der Kurs liegt in diesem Monat 9,3 % im Plus, während das Spotvolumen in Richtung mehrjähriger Tiefststände rutscht und die institutionelle Nachfrage nachlässt. Das spricht eher für eine Rally mit begrenzter Marktbreite als für einen breit getragenen Aufwärtstrend.

Volume bleibt zurück

Laut Coinglass hatte Bitcoin im Juni noch 20,4 % verloren, was den schwächsten Monat seit Juni 2022 markierte. Im Mai stand ein Minus von 3,5 % zu Buche, also ebenfalls ein leichter Rückgang. Mit dem Juli endete diese Serie, nachdem Bitcoin am 1. Juli bei rund 58.000 $ (51.000 €) gestartet war und seither überwiegend höher gehandelt wurde.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag Bitcoin bei rund 64.058 $ (56.300 €), was einem Plus von 0,58 % in den vergangenen 24 Stunden entspricht. Die Handelsaktivität zog mit der Kursentwicklung jedoch nicht im gleichen Maß an. K33 Research schätzt das durchschnittliche tägliche Bitcoin-Spotvolumen im Juli auf etwa 2,2 $ Milliarden (1,9 € Milliarden). Damit dürfte der Monat auf den niedrigsten Durchschnitt seit November 2023 hinauslaufen.

Auch am Derivatemarkt hat sich die Aktivität spürbar abgeschwächt. Das CME Open Interest liegt weiterhin nahe mehrjähriger Tiefststände, während das Open Interest bei Perpetual Futures bei rund 300.000 BTC verharrt. Auf einzelnen Handelsplattformen fällt der Rückgang noch deutlicher aus: Binance setzte im Juli etwas mehr als 35 $ Milliarden (30,8 € Milliarden) um, verglichen mit 246 $ Milliarden (216 € Milliarden) im November 2024.

On-Chain zeigt wenig Überzeugung

Die Abkühlung zeigt sich nicht nur bei den Handelsvolumina, sondern auch bei den Geldflüssen auf der Blockchain. Glassnode berichtet, dass das in Coins gemessene Spotvolumen, also ohne Preiseffekt, auf dem niedrigsten Stand seit 2019 liegt. Nach Einschätzung der Analysten zieht sich der Rückgang im Krypto-Spotvolumen bereits seit Monaten hin und ist am Markt breit zu beobachten.

Auch bei den Exchanges ergibt sich kein klares Bild. Die Bitcoin-Zuflüsse liegen im 30-Tage-Durchschnitt bei rund 60.000 BTC und damit unter dem Vorjahresniveau sowie deutlich unter den Werten von Ende 2024. Gleichzeitig halten sich Ein- und Auszahlungen nahezu die Waage. Das spricht weder für ausgeprägten Verkaufsdruck noch für größere Abflüsse, die das verfügbare Angebot spürbar verknappen würden.

Glassnode wertete diese Lage eher als Zeichen von Desinteresse denn als Hinweis auf Distribution oder Akkumulation. Für europäische Krypto-Beobachter ist das relevant, weil solche ruhigen On-Chain-Bedingungen oft darauf hindeuten, dass eine Kursbewegung noch nicht von breiter Marktteilnahme getragen wird.

ETF-Nachfrage kühlt ab

Auch auf institutioneller Seite zeigt sich ein ähnliches Muster. Die wöchentlichen Zuflüsse in US-amerikanische Spot-Bitcoin-ETFs waren Anfang Juli zunächst noch positiv, gingen danach aber Woche für Woche zurück und drehten schließlich in Abflüsse. In der Woche bis zum 10. Juli flossen 197,4 $ Millionen (173 € Millionen) zu, gefolgt von 75,7 $ Millionen (66,5 € Millionen) und 33,8 $ Millionen (29,7 € Millionen). In der Woche bis zum 29. Juli stand dann ein Nettoabfluss von 29,3 $ Millionen (25,7 € Millionen) zu Buche.

Die Beträge sind im Vergleich zu früheren Ausschlägen zwar überschaubar, passen aber zu einer breiteren Abkühlung der institutionellen Nachfrage. Die Genehmigung von US-Spot-Bitcoin-ETFs im Januar 2024 eröffnete professionellen Anlegern eine regulierte Möglichkeit, sich Bitcoin auszusetzen, ohne die Coins direkt halten zu müssen. Seitdem spielt dieser Markt eine wichtige Rolle bei der Preisfindung. Wenn diese Zuflüsse nachlassen, wird es für den Kurs schwieriger, aus eigener Kraft weiter zuzulegen.

Hinzu kommt ein saisonaler Gegenwind. Bitcoin schloss die vergangenen vier Augustmonate jeweils im Minus, mit einer medianen Rendite von -7,49 %. Ob die Juli-Erholung Bestand hat, dürfte daher vor allem davon abhängen, ob ein neuer Impuls hinzukommt und die Spot- sowie institutionelle Nachfrage wieder anzieht.


Haftungsausschluss: Dieser Inhalt dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine finanzielle, anlagebezogene, rechtliche oder steuerliche Beratung dar. Die bereitgestellten Informationen können unvollständig, ungenau oder veraltet sein und sollten nicht als solche herangezogen werden. Nichts auf dieser Website sollte als Empfehlung zum Kauf, Verkauf oder Halten von Kryptowährungen angesehen werden. Investitionen in Krypto-Assets sind mit Verlustrisiken verbunden.