Bitcoin-Ziele von 1 Million Dollar stoßen auf hohe Treasury-Renditen
Bitwise sieht BTC weiterhin in Richtung 1,3 Millionen Dollar laufen, doch hohe 30-year Treasury-Renditen machen den Vergleich mit Anleihen weniger günstig.

Wichtigste Erkenntnisse
- Bitwise setzt Bitcoin innerhalb von zehn Jahren bei 1,3 Millionen Dollar an, doch hohe US-Treasury-Renditen erhöhen die Opportunity Cost.
- Die 30-year Treasury yield ist in diesem Jahr über 5% gestiegen und liegt auf dem höchsten Stand seit 2007.
- Das BTC-zu-30-year-yield-Ratio hat einen Head-and-Shoulders-Breakdown vollendet und blieb 2025 unter dem Hoch von 2021.
Asset Manager Bitwise ist die neueste Partei, die Bitcoin innerhalb von zehn Jahren bei 1,3 Millionen Dollar ansetzt. Das ist nicht das erste Mal, dass ein großer Name ein solches Szenario skizziert, doch die zugrunde liegende Rechnung bekommt nun mehr Gegenwind durch die Rendite auf US-amerikanischen Staatsanleihen.
Der Kern der Debatte ist die Opportunity Cost. Jeder Dollar in Bitcoin ist ein Dollar, der nicht in U.S. Treasuries Rendite abwirft, und genau diese risikofreie Verzinsung ist in den vergangenen Monaten wieder attraktiver geworden. Die 30-year Treasury yield ist in diesem Jahr über 5% gestiegen und liegt auf dem höchsten Stand seit 2007, wodurch die Hürde für Kapital steigt, in ein nicht verzinsliches Asset wie Bitcoin zu gehen.
Warum diese Rendite zählt
Die meisten siebenstelligen Bitcoin-Prognosen stützen sich auf ein bekanntes Szenario: BTC erobert einen kleinen Teil des Goldmarkts oder zieht Geld aus großen Pools wie globalen Pensionsfonds an. Das kann theoretisch einen deutlichen Preisanstieg auslösen, sagt aber weniger darüber aus, was Anleger verpassen, wenn sie sich nicht für Anleihen entscheiden.
Diese Abwägung ist für institutionelle Marktteilnehmer besonders relevant. Wenn die Rendite auf langlaufende Treasuries hoch bleibt, könnte das die Allokation in Bitcoin bremsen, gerade weil BTC keinen Coupon und keine Zinsen zahlt. Die oft gehörte These vom „digitalen Gold“ bekommt in so einem Umfeld weniger selbstverständlich Rückenwind.
Signal aus dem Ratio
Laut der Analyse des BTC-Preises im Verhältnis zur 30-year yield stieg Bitcoin 2025 zwar bis auf 126.000 Dollar (109.200 Euro), blieb auf dieser angepassten Kennzahl aber unter dem Hoch von 2021. Das ist bemerkenswert, weil Bitcoin in früheren Zyklen gerade dann jeweils ein neues Hoch markierte, wenn der Preis an der langen Rendite gemessen wurde.
Hinzu kommt, dass das Verhältnis zwischen BTC und der 30-year yield inzwischen einen Head-and-Shoulders-Breakdown vollendet hat, ein klassisches bärisches Muster der technischen Analyse. In traditionellen Märkten wird so ein Durchbruch oft als Signal gesehen, dass sich das Verhältnis weiter abschwächen könnte, auch wenn das nicht automatisch etwas über den Dollarpreis von Bitcoin selbst aussagt.
Was das für Anleger bedeutet
Für europäische Kryptonutzer ist vor allem relevant, dass Bitcoin immer häufiger nicht nur als einzelnes risikoreiches Asset betrachtet wird, sondern auch als Teil des breiteren Kapitalmarkts. Wenn die Renditen hoch bleiben, könnte das den Vergleich mit Anleihen schärfer machen und den Spielraum für extrem optimistische Kursziele verkleinern. Damit wird das makroökonomische Umfeld mindestens so wichtig wie die Frage, wie viel Kapital letztlich in Richtung BTC fließt.
Die institutionelle Nachfrage bleibt dabei aber eine wichtige Gegenkraft. Bitwise rechnet in einem separaten Szenario gerade mit einer schrittweisen Allokation von Beratern, Family Offices, Pensionsfonds und Staatsfonds, wie auch in dieser Analyse zu institutionellen Zuflüssen ausgeführt wird.