Bitwise sieht Bitcoin durch institutionelle Zuflüsse bei 1,3 Millionen Dollar
Bitwise verweist auf die wachsende Nachfrage über Spot-Bitcoin-ETFs und große Vermögensverwalter wie Morgan Stanley. Laut CIO Matt Hougan könnte dieser institutionelle Zufluss BTC langfristig in Richtung 1,3 Millionen Dollar drücken.

Wichtigste Erkenntnisse
- Bitwise geht davon aus, dass Bitcoin in den nächsten zehn Jahren deutlich stärker von institutionellen Anlegern nachgefragt wird. Dazu zählen zunächst Vermögensverwalter und Family Offices, später auch Pensionsfonds und Staatsfonds.
- Matt Hougan verbindet sein Kursziel von 1,3 Millionen Dollar pro BTC im Jahr 2035 mit dem Wachstum des Store-of-Value-Marktes und einer möglichen Bitcoin-Allokation innerhalb dieses Segments.
- Spot-Bitcoin-ETFs haben den Zugang für professionelle Anleger spürbar erleichtert und könnten die frei verfügbare Bitcoin-Menge durch die steigende institutionelle Nachfrage weiter verknappen.
Bitcoin dürfte in den kommenden zehn Jahren nach Einschätzung von Bitwise zu einer deutlich größeren institutionellen Anlage werden. Vermögensverwalter, Family Offices und später auch Pensionsfonds und Staatsfonds betrachten BTC demnach immer häufiger als Mainstream-Asset. Chief Investment Officer Matt Hougan sagte gegenüber CoinDesk, dass sich dieser Trend bereits in 13F-Filings rund um Spot-Bitcoin-ETFs sowie in den Schritten großer Häuser wie Morgan Stanley und Wells Fargo zeige, die Bitcoin für Kunden leichter zugänglich machen.
Institutionen übernehmen die Führung
Hougan rechnet damit, dass die ersten größeren Allokationen vor allem von Financial Advisers und Family Offices kommen. Im nächsten Schritt dürften dann noch größere Kapitalquellen folgen, darunter Foundations, Endowments, Versicherer, Sovereign Wealth Funds und letztlich sogar Zentralbanken. Nach seiner Einschätzung handelt es sich um einen Prozess, der mehr als zehn Jahre dauern kann. Gerade wegen der Größe dieser Kapitalpools hält er ihn für die langfristige Entwicklung von Bitcoin für besonders relevant.
Seiner Schätzung nach verwalten Institutionen weltweit zwischen 100 Billionen Dollar (86,7 € Billionen) und 200 Billionen Dollar (173 € Billionen) an Vermögen. Schon eine Allokation von 1 Prozent in Bitcoin würde aus seiner Sicht ausreichen, um das Langfristszenario zu untermauern. Damit ordnet Hougan Bitcoin in dieselbe Liga wie andere große Anlageklassen ein, die sich schrittweise einen festen Platz in Portfolios sichern.
Warum 1,3 Millionen Dollar (1,1 € Millionen) möglich sind
Das Kursziel von 1,3 Millionen Dollar (1,1 € Millionen) pro BTC im Jahr 2035 leitet der Bitwise-Manager aus einem wachsenden Store-of-Value-Markt ab. Als Vergleich verweist er auf Gold, dessen Marktwert nach seiner Darstellung von rund 2 Billionen Dollar (1,7 € Billionen) beim Start der Gold-ETFs im Jahr 2004 auf heute etwa 30 Billionen Dollar (26 € Billionen) gestiegen ist. Sollte dieser Markt weitere zehn Jahre lang um 13 Prozent pro Jahr wachsen und Bitcoin am Ende ein Viertel davon auf sich vereinen, käme Hougan zufolge ein Wert von 1,3 Millionen Dollar (1,1 € Millionen) pro Coin heraus.
Zugleich betont Hougan, dass der Retail-Bereich den Kryptomarkt zwar lange geprägt habe, die nächste Wachstumsphase aber von institutionellem Kapital getragen werden müsse. Institutionen verfügten über das meiste Geld der Welt, während Krypto aus dem Retail-Segment heraus von 0 auf 2 Billionen Dollar (1,7 € Billionen) gewachsen sei. Für den nächsten Schritt in Richtung 20 Billionen Dollar (17,3 € Billionen) werde institutionelle Nachfrage seiner Ansicht nach entscheidend sein.
Was das für den Markt bedeutet
Für europäische Krypto-Anleger ist vor allem relevant, dass Bitcoin immer enger mit den traditionellen Finanzmärkten verflochten wird. Seit der Genehmigung von Spot-Bitcoin-ETFs im Januar 2024 hat sich der Zugang für professionelle Anleger deutlich verbessert. Mitte 2026 verwalteten diese Produkte bereits mehr als 100 Milliarden Dollar (86,7 € Milliarden) an Vermögen. Das spricht dafür, dass Bitcoin nicht mehr nur als spekulatives Handelsinstrument gesehen wird, sondern zunehmend auch als Baustein breiterer Portfolios.
Die institutionelle Nachfrage könnte außerdem das verfügbare Angebot weiter verknappen. Nach aktuellen Marktschätzungen halten professionelle Anleger inzwischen Millionen BTC, was die frei verfügbare Menge am Markt zusätzlich einschränken dürfte. Gleichzeitig verweist Hougan darauf, dass Strategy, über Jahre einer der größten Bitcoin-Käufer, nicht mehr dieselbe dominante Rolle spielt. Spot-ETFs bieten inzwischen eine direkte Alternative, während der Finanzierungsspielraum des Unternehmens weniger flexibel geworden ist. Das passt zu der Verschiebung, die in Hougan: Ende von MicroStrategy als größtem Bitcoin-Käufer bereits beschrieben wurde.