Vermögende Anleger wollen Kryptoberatung, doch Berater bleiben zurückhaltend
Vermögende Kunden suchen bei Wealth Managern nach Krypto-Beratung, doch vielen Häusern fehlen noch Richtlinien oder Fachwissen. CoinShares sieht deshalb eine Lücke zwischen der Nachfrage nach digitalen Assets und der Vorsicht in der Branche.

Wichtigste Erkenntnisse
- Vermögende Anleger in sieben Märkten sehen Wealth Manager als ihre wichtigste Quelle für Krypto-Informationen, doch etwa 40% finden ihren Berater zu zurückhaltend.
- In einer CoinShares-Umfrage sagen 61% der Wealth Professionals, dass sie bei Unternehmen arbeiten, die digitale Assets einschränken oder keine klaren Richtlinien haben.
- Zwischen 54% und 70% der Anleger halten bereits digitale Assets, während 69% einen Krypto-versierten Wealth Manager in Betracht ziehen würden.
Vermögende Anleger in sieben großen Märkten vertrauen Wealth Managern am meisten, wenn es um Informationen zu Krypto geht, doch viele ihrer Berater bleiben laut neuer Forschung auffallend vorsichtig. In einer Umfrage von CoinShares sagt etwa 4 von 10 Anlegern mit einem Berater, dass dieser bei Krypto zu zurückhaltend ist.
Berater bleiben auf Distanz
Die Umfrage wurde am 5. Oktober veröffentlicht und umfasste 2.230 Anleger in den USA, dem Vereinigten Königreich, Frankreich, Deutschland, Italien, Schweden und der Schweiz. Alle Befragten verfügten über mindestens 500.000 Dollar (445.400 Euro) an investierbarem Vermögen außerhalb von Immobilien.
Das Ergebnis knüpft an eine frühere CoinShares-Umfrage unter 261 Wealth Professionals in Frankreich, Deutschland, Italien, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich an. Daraus ging bereits hervor, dass 61% bei Unternehmen arbeiten, die digitale Assets einschränken oder keine klaren internen Richtlinien haben. In solchen Unternehmen geben nur 1% der Berater aktiv Kryptoberatung, gegenüber 48% bei Unternehmen, die digitale Assets unterstützen.
CoinShares sagte im Juni außerdem, dass 25% der Berater angeben, dass mehr als die Hälfte der Krypto-Bestände ihrer Kunden außerhalb ihres Blickfelds liegt. Im Vereinigten Königreich lag dieser Wert bei 52%.
Anleger wollen mehr Unterstützung
Auf der Anlegerseite ist die Haltung weniger abwartend. Je nach Markt halten bereits 54% bis 70% der Befragten digitale Assets. Zwischen 71% und 91% dieser aktuellen Halter wollen in diesem Jahr mehr Exposure hinzufügen.
Gleichzeitig sagen 88%, dass ihnen das Wissen fehlt, um mit vollem Vertrauen zu investieren. 69% würden deshalb einen Krypto-versierten Wealth Manager in Betracht ziehen, und unter den aktuellen Haltern, die offen für Beratung sind, wären 98% bereit, dafür zu bezahlen. In den USA und im Vereinigten Königreich liegen Wealth Manager beim Vertrauen zudem 25 bis 30 Punkte über den meisten anderen Informationsquellen.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Beobachter zeigt das, dass die Nachfrage nach professioneller Beratung schneller wächst als die Bereitschaft vieler Beratungshäuser, Krypto vollständig anzunehmen. Das passt zur breiteren Unsicherheit rund um Regulierung in den USA und Europa, wo klare Rahmenbedingungen für viele Marktteilnehmer weiterhin eine Hürde darstellen. Für Wealth Manager könnte das bedeuten, dass Kunden zwar bereits Exposure suchen, aber nicht immer über die Kanäle, die sie selbst bevorzugen. Auch die jüngsten Vorschläge zur Krypto-Verwahrung zeigen, dass Berater und Vermögensverwalter noch auf klarere Spielregeln warten, bevor sie Krypto breiter in ihre Dienstleistungen aufnehmen.