Bitcoin-Miner fallen um 20 % wegen abkühlender KI-Rally
Laut 10x Research bewegen sich Miner immer stärker im Gleichschritt mit Halbleitern und KI-Infrastruktur. Bitcoin selbst blieb weitgehend stabil bei etwa 63.000 US-Dollar.

Wichtigste Erkenntnisse
- Bitcoin-Mining-Aktien gaben um rund 20 % nach, weil die Euphorie rund um KI und Chips spürbar nachließ.
- Laut 10x Research orientieren sich Miner zunehmend nicht nur an Bitcoin, sondern auch an Halbleitern und KI-Infrastruktur.
- Bitcoin hielt sich weitgehend bei 63.042 $ und verteidigte die Unterstützung bei 58.115 $, während Mining-Aktien deutlich stärker unter Druck gerieten.
Bitcoin-Mining-Aktien sind innerhalb kurzer Zeit um etwa 20 % gefallen. Auslöser ist laut Marktbeobachtern die abkühlende Euphorie rund um KI und Chips, während Bitcoin selbst den Rückgang weitgehend abgefedert hat. In einem Bericht von 10x Research vom 7. Juli heißt es, dass sich Miner immer weniger wie reine Bitcoin-Proxys verhalten und stattdessen stärker wie Titel, die an KI-Infrastruktur und die Halbleiterkette gekoppelt sind.
Miner bewegen sich mit Chips mit
Nach Einschätzung der Research-Firma hat die Branche nach einer kräftigen Rally nun ebenso deutlich korrigiert. Riot Platforms entwickelt sich seit April 2026 auffällig im Gleichschritt mit dem SOX ETF, dem wichtigen Referenzwert für Halbleiter, und beide sind zuletzt gemeinsam von ihren Hochs zurückgekommen. Damit reagieren Mining-Aktien laut 10x Research nicht mehr in erster Linie auf Krypto-Nachrichten, sondern zunehmend auf das Angebot bei Chips, verfügbare Rechenleistung und die breitere KI-Erzählung.
Das fügt sich in einen größeren Trend ein: Bitcoin-Miner nutzen ihre bestehende Infrastruktur, etwa Stromverträge und Rechenzentren, immer häufiger auch für KI- und High-Performance-Computing-Workloads. Öffentliche Miner haben zusammen bereits mehr als 70 $ Milliarden (61,2 € Milliarden) an KI- und HPC-Verträgen angekündigt. Dadurch hängt die Bewertung der Branche immer stärker auch an dieser zusätzlichen Einnahmequelle. Bei einzelnen Unternehmen zeigt sich dieser Wandel besonders deutlich, etwa bei IREN, das sowohl als Bitcoin-Miner als auch als KI-Computing-Unternehmen eingeordnet wird.
Bitcoin bleibt vorerst stabil
Für Bitcoin-Anleger ist vor allem relevant, dass sich die Kurskopplung zu den Minern zuletzt abgeschwächt hat. 10x Research warnt allerdings, dass die neue Sensitivität gegenüber KI und Halbleitern in beide Richtungen wirken kann: Dreht die Stimmung bei Chips, können Mining-Aktien stark schwanken, ohne dass der Bitcoin-Markt im gleichen Ausmaß betroffen sein muss.
Genau dieser Unterschied war in dieser Woche erneut zu beobachten. Samsung verlor am Dienstag 6 %, obwohl ein Gewinnsprung um das 19-Fache erwartet wurde. Das zeigt, wie schnell sich die Stimmung rund um Chips drehen kann. Bitcoin notierte derweil bei etwa 63.042 $ (55.100 €) und blieb nach einem Rücksetzer Anfang Juli über der Unterstützung bei 58.115 $ (50.800 €).
Bedeutung für Europa
Auch für europäische Krypto-Anleger ist diese Verschiebung relevant, weil Mining-Unternehmen nicht mehr nur über Bitcoin bewertet werden, sondern zunehmend über ihre Rolle in der KI-Infrastruktur. Das kann die Branche für Anleger weniger berechenbar machen, die Miner weiterhin als direkten Ableger von BTC sehen. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie sich der Trend auf die Sicherheit des Bitcoin-Netzwerks auswirkt, wenn weniger Rechenleistung im Mining bleibt und mehr Kapazität in andere Workloads fließt.