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IREN gerät nach 700-Millionen-Dollar-Paket für die Co-CEOs unter Druck

Die Vergütung für Daniel und William Roberts fällt in eine Phase, in der Verwässerung und die Dual-Class-Struktur stärker in den Fokus rücken. IREN baut Bitcoin-Mining und KI-Cloud weiter aus, doch die Governance bleibt ein sensibles Thema.

IREN gerät nach 700-Millionen-Dollar-Paket für die Co-CEOs unter Druck

Wichtigste Erkenntnisse

  • IREN hat den Co-CEOs Daniel und William Roberts eine Restricted-Stock-Award im Wert von rund 700 Millionen Dollar zugesprochen, was etwa 5 Prozent des Unternehmens entspricht.
  • Die Aktien vesten bis Fiskaljahr 2033, während die Brüder über die Dual-Class-Struktur deutlich mehr Stimmrechte als wirtschaftliches Interesse haben.
  • Anleger reagierten negativ: Die Aktie fiel am 2. Juli um etwa 10 Prozent auf 38,82 Dollar.

IREN stand an der Börse unter Verkaufsdruck, nachdem das Bitcoin-Mining- und KI-Unternehmen seinen beiden Co-CEOs eine Restricted-Stock-Award im Wert von rund 700 Millionen Dollar (611 Millionen Euro) zugesprochen hatte. Das Paket umfasst 18,2 Millionen Aktienunits, entspricht damit rund 5 Prozent des Unternehmens und bleibt bis zum Fiskaljahr 2033 gesperrt.

Großes Paket bis 2033

Die Vergütung ging an Daniel und William Roberts, die Brüder, die IREN 2018 gegründet haben. Laut der Einreichung erhielten beide am 30. Juni jeweils 9.099.328 Units. Diese vesten über vier Jahre, anschließend gilt für jede Tranche noch eine zweijährige Verkaufssperre.

Damit werden die letzten Aktien erst im Fiskaljahr 2033 frei. Bis zum Fiskaljahr 2031 dürfen die beiden zudem keine neue Equity Grant erhalten. IREN erklärte, die Vergütung solle die Co-CEOs langfristig an das Unternehmen binden und sie bei der Umsetzung der Strategie unterstützen.

Macht der Gründer

Der Zeitpunkt ist sensibel, weil IREN seit dem Nasdaq-Listing 2021 mit einer Dual-Class-Struktur arbeitet. Die Brüder halten jeweils eine B-Class-Aktie mit 15 Stimmen pro Stammaktie, wodurch ihr Stimmgewicht deutlich höher ist als ihr wirtschaftlicher Anteil.

Im August kamen sie zusammen auf 2,3 Prozent des Aktienkapitals, kontrollierten aber 21,8 Prozent der Stimmen. Gemeinsam hielten sie damit fast 44 Prozent der Stimmrechte. Diese Rechte laufen im November 2033 aus, also zu einem Zeitpunkt, an dem der Council of Institutional Investors bei solchen Strukturen eine Sunset-Klausel von sieben Jahren oder weniger fordert.

Auch das Thema Verwässerung spielt eine Rolle. Die Zahl der Aktien stieg von rund 272 Millionen im August vergangenen Jahres auf 341 Millionen im März, unter anderem wegen der Verlagerung hin zu KI-Compute. IREN hat seinen Sitz in Sydney und startete als Bitcoin Miner, hat das Geschäft inzwischen aber auf KI-Cloud-Infrastruktur und High-Performance Computing ausgeweitet.

Warum Anleger darauf achten

Für europäische Krypto-Anleger ist das relevant, weil immer mehr Bitcoin Miner ihr bisheriges Geschäftsmodell mit KI-Diensten ergänzen. Dadurch hängen solche Unternehmen weniger stark nur vom Bitcoin-Mining ab, lassen sich aber auch schwieriger bewerten. Bei IREN kommt hinzu, dass die Vergütung der Führung und der schrittweise Abbau der Gründerkontrolle gleichzeitig in den Fokus rücken. Das sagt einiges über Governance in einer Branche aus, die sich schnell verändert.

Der Markt reagierte prompt. Die IREN-Aktie fiel am 2. Juli um etwa 10 Prozent auf 38,82 Dollar (34 Euro), wie TradingView-Daten zeigen. Die US-Kryptoindustrie drängt auf Klarheit bei der Besteuerung von Mining und Staking zeigt, dass Miner und andere Krypto-Unternehmen auch abseits der Börse mit einem immer komplexeren regulatorischen Umfeld umgehen müssen. Shortseller Jim Chanos verwies auf die Größe der Award und sagte, sie entspreche fast 17 Prozent von IRENs erwartetem kumulierten adjusted net income für das Fiskaljahr 2027 bis 2030. Die Aktien vesten nach Zeit, nicht nach Leistung.


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