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Bitcoin-Miner profitieren von Stromknappheit durch KI in den USA

Durch Genehmigungen und Netzanbindungen in den USA wird bestehende Stromkapazität knapp. Das verschafft Bitcoin-Minern mit operativen Standorten einen Vorsprung gegenüber KI-Datacentern.

Bitcoin-Miner profitieren von Stromknappheit durch KI in den USA

Wichtigste Erkenntnisse

  • Bitcoin-Miner in den USA haben immer häufiger bereits angeschlossene Stromkapazität, während KI-Unternehmen lange auf neue Netzanbindungen warten müssen.
  • CoinShares meldet mindestens 225 Moratorien oder Einschränkungen für Datacenter in 30 Bundesstaaten, mit strengeren Regeln unter anderem in New York, Ohio, Michigan, Georgia und Indiana.
  • Wegen der Knappheit bei Strom und Genehmigungen sehen einige Miner ihre bestehende Infrastruktur auch als Grundlage für KI-Datacenter.

Bitcoin-Miner verfügen in den Vereinigten Staaten immer häufiger über etwas, das KI-Unternehmen nicht schnell aufbauen können: bereits angeschlossene Stromkapazität. Durch Dutzende lokale und bundesstaatliche Einschränkungen für neue Datacenter ist diese Kapazität knapp geworden, während KI-Entwickler oft jahrelang auf einen neuen Anschluss warten müssen.

Genehmigungen werden knapp

CoinShares meldete in seinem Miningbericht für das zweite Quartal, dass mindestens 225 Moratorien oder Einschränkungen für Datacenter aktiv sind. Laut dem von CoinShares zitierten Tracking von ElectricChoice geht es um Regeln in 30 Bundesstaaten. Maine hat im April sogar den Bau neuer Datacenter vollständig verboten.

New York ist laut CoinShares der wichtigste jüngste Schritt. Der Bundesstaat setzte am 14. Juli Umweltgenehmigungen für Anlagen mit 50 Megawatt oder mehr vorübergehend aus, und zwar für einen Zeitraum von einem Jahr. Auch auf County-Ebene wurden die Regeln unter anderem in Ohio, Michigan, Georgia und Indiana verschärft. In Pennsylvania sind die Prüfregeln für große Projekte strenger geworden, während Texas neue Grid-Anschlüsse im Vorfeld eines Audits pausiert hat.

Warum bestehende Standorte zählen

Der eigentliche Engpass liegt in der Warteschlange für Netzanbindungen. Diese US-amerikanische Interconnection Queue umfasst laut dem Artikel rund 2.600 Gigawatt, also etwa doppelt so viel wie die bestehende Kapazität des Landes. Eine Untersuchung des Lawrence Berkeley National Laboratory zeigte, dass die mediane Wartezeit für Projekte, die 2025 fertig wurden, über fünf Jahren lag.

Das macht einen bereits operativen Standort besonders wertvoll. CoinShares sagte, dass sich ein elektrifizierter Standort nicht innerhalb eines kommerziell relevanten Zeitraums neu errichten lässt, unabhängig davon, wie viel Kapital verfügbar ist. Im selben Markt sah CBRE die Leerstandsquote im primären Datacenter-Markt Ende 2025 auf ein Rekordtief von 1,4 Prozent sinken, während sie in Nord-Virginia im ersten Quartal 2026 sogar auf 0,3 Prozent fiel.

Bitcoin-Miner suchen eine neue Rolle

Diese Knappheit erklärt, warum einige Miner ihre bestehende Infrastruktur inzwischen auch als Grundlage für KI-Datacenter sehen. Der Umbau von Mining-Standorten zu KI-tauglichen Anlagen kostet laut dem Bericht schätzungsweise $8 Millionen (€6,9 Millionen) bis $15 Millionen (€13 Millionen) pro Megawatt, deutlich mehr als die $700.000 (€606.600) bis $1 Million (€0,9 Millionen), die nötig sind, um einen Standort für Mining aufzubauen.

Für europäische Krypto-Leser ist das relevant, weil es zeigt, wie Bitcoin-Miner weniger abhängig von reinen Block Rewards werden und stärker Wert aus der Infrastruktur selbst ziehen. Die Diskussion dreht sich damit nicht nur um Bitcoin, sondern auch um Strom, Genehmigungen und die Frage, wer in einem knappen Energiemarkt überhaupt noch expandieren kann. Auch Miner, die bereits auf KI setzen, profitieren von dieser Verschiebung, weil der Markt ihre Infrastruktur zunehmend als eigenständiges Geschäftsmodell bewertet.


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