Bitcoin übertrifft Gold und zielt auf 100.000 Dollar
Bitcoin hält sich besser als Gold, während Zinsen und Dollar steigen. Auf Deribit und über US-Spot-ETFs bleibt 100.000 Dollar als Kursziel klar im Blick.

Wichtigste Erkenntnisse
- Bitcoin entwickelt sich besser als Gold und legte in diesem Quartal mehr als 40 % zu, während Gold am Montag wegen höherer Zinsen und eines stärkeren Dollars fast 4 % fiel.
- Der Kurs erholte sich nach einem Rücksetzer auf fast 82.500 Dollar auf etwa 84.000 Dollar, und Marktbeobachter sehen technisch Spielraum für einen Anstieg in Richtung 100.000 Dollar.
- Auf Deribit und in US-Spot-Bitcoin-ETFs ist eine starke Nachfrage sichtbar, mit hohem Open Interest und 2,31 Milliarden Dollar an Zuflüssen in vier Sitzungen.
Bitcoin macht derzeit etwas, das zu Beginn dieses Quartals noch unwahrscheinlich wirkte: Die Kryptowährung entwickelt sich besser als Gold und hält einen möglichen Anstieg auf 100.000 Dollar (87.900 Euro) im Blick. Während der Goldpreis am Montag wegen höherer Zinsen und eines stärkeren Dollars fast 4 % fiel, gab Bitcoin nur 1 % nach und erholte sich anschließend auf etwa 84.000 Dollar (73.800 Euro).
Bitcoin hält sich besser
Die Bewegung vom Montag zeigt, dass Bitcoin vorerst weniger unter den steigenden Zinsen leidet als Gold. Der Kurs fiel kurzzeitig auf fast 82.500 Dollar (72.500 Euro), drehte dann aber schnell wieder nach oben und blieb damit deutlich über den Niveaus vom Mai. Im bisherigen Quartalsverlauf hat BTC inzwischen mehr als 40 % zugelegt und lässt damit andere große Märkte, darunter Gold und den S&P 500, klar hinter sich.
Diese Widerstandskraft fällt mit einem breiteren makroökonomischen Druck auf Gold zusammen. Die langfristigen Renditen stiegen auf den höchsten Stand seit 2007, und der Dollarindex legte seit dem 9. September von 98,78 auf fast 101,50 zu. Für Kryptobeobachter ist das relevant, weil Bitcoin sich weniger stark mit den Zinsen bewegt als Gold in früheren Phasen bereits eine ähnliche Entkopplung gezeigt hat.
Technisches Bild zeigt nach oben
Auf dem Chart sieht Bitcoin laut Marktbeobachtern weiterhin stark aus. Jurrien Timmer, Global-Macro-Direktor bei Fidelity Investments, verweist auf einen Double-Bottom-Breakout um 80.000 Dollar (70.300 Euro). Dieses Muster gilt oft als Signal dafür, dass ein Abwärtstrend an Kraft verliert und eine neue Aufwärtsphase beginnen könnte.
Timmer schrieb auf X, dass ein Ausbruch über 80.000 Dollar (70.300 Euro) den Weg zu 100.000 Dollar (87.900 Euro) öffnen könnte. Seine Grafik zeigt in diesem Jahr zwei Tiefpunkte bei 60.033 Dollar (52.800 Euro) und 57.742 Dollar (50.700 Euro) sowie einen Zwischenhochpunkt bei rund 82.800 Dollar (72.800 Euro). Gleichzeitig bleibt Unsicherheit: Solche Muster bieten keine Garantie und können auch scheitern.
Optionen und ETF-Zuflüsse
Die Stimmung unter professionellen Händlern passt zu diesem Bild. Auf der Krypto-Exchange Deribit ist die 90.000-Dollar-Call-Option (79.100 Euro) die beliebteste Bitcoin-Option, mit 2,45 Milliarden Dollar (2,2 Milliarden Euro) an Open Interest. Die 95.000-Dollar-Call-Option (83.500 Euro) folgt mit 2,33 Milliarden Dollar (2 Milliarden Euro), und die 100.000-Dollar-Call-Option (87.900 Euro) mit 1,79 Milliarden Dollar (1,6 Milliarden Euro). Das deutet auf ein starkes Interesse an weiteren Kursanstiegen hin, auch wenn solche Positionen sich schnell drehen können, falls sich die Stimmung ändert.
Auch die Zuflüsse in US-amerikanische Spot-Bitcoin-ETFs liefern zusätzlichen Kontext. Diese Produkte zogen in den vier Sitzungen bis einschließlich 22. September zusammen 2,31 Milliarden Dollar (2 Milliarden Euro) an. Für europäische Leser ist das relevant, weil solche Ströme zeigen, dass die institutionelle Nachfrage nach Bitcoin neben den täglichen Kursbewegungen weiterhin eine wichtige Rolle am Markt spielt.