Bitcoin-Rally von 47 % stößt auf schwache historische Signale
Binance Research sieht, dass vergleichbare Bitcoin-Erholungsrallys nach weniger tiefen Rückgängen oft wieder nachgaben, während Spot-Bitcoin-ETF-Ströme den Markt derzeit stärker prägen.

Wichtigste Erkenntnisse
- Bitcoin hat sich seit dem Juli-Tief um fast 47 % erholt, doch Binance Research warnt, dass vergleichbare Erholungen in der Vergangenheit oft nicht sofort Bestand hatten.
- In vier von fünf früheren Fällen mit einem ähnlichen Signal testete Bitcoin später erneut das Tief, vor allem nach weniger tiefen Rückgängen.
- Das aktuelle Signal bleibt laut Binance Research anfällig, es sei denn, Bitcoin steigt zunächst über 126.200 $ , bevor der Kurs unter 57.800 $ fällt.
Bitcoin hat sich seit dem Juli-Tief um fast 47 % erholt, doch Binance Research warnt, dass vergleichbare Erholungen in der Vergangenheit oft nicht sofort Bestand hatten. In 4 von 5 früheren Fällen, in denen ein ähnliches Signal ausgelöst wurde, testete Bitcoin später erneut das Tief. Die aktuelle Bewegung folgt zudem auf einen Rückgang von 35,6 % vom Hoch, genau in der Gruppe, in der solche Rebounds historisch häufiger scheiterten.
Was Binance Research gesehen hat
Die Analyse von Binance Research betrachtet eine Kombination aus zwei Bedingungen. Bitcoin muss vom Zyklustief aus mindestens 40 % steigen und gleichzeitig noch 25 % oder mehr unter dem Allzeithoch notieren. Zwischen 2011 und 2023 fand die Untersuchung sieben solcher Signale.
In zwei Fällen, als Bitcoin 75,5 % und 67,1 % unter dem Hoch lag, hielt die Erholung bis zu neuen Höchstständen stand. Die anderen fünf Signale kamen aus deutlich weniger tiefen Rückgängen zwischen 30 % und 38 %, und von diesen testeten vier innerhalb von 43 Tagen erneut das Tief. Nur das Signal vom Juli 2021 hielt stand.
Laut dem Team gibt es dafür eine logische Erklärung. Nach einem starken Rückgang ist erzwungener Verkauf oft weitgehend bereits abgearbeitet, wodurch ein Anstieg von 40 % eher auf echte Nachfrage hindeuten kann. Bei einem flacheren Rückgang wurden weniger Halter aus dem Markt gedrängt, wodurch ein Rebound weniger über die zugrunde liegende Nachfrage aussagt.
Aktuelles Signal bleibt anfällig
Das aktuelle Signal wurde am 3. September aktiviert, als Bitcoin 35,6 % unter seinem Hoch lag. Binance Research setzte den Schlusskurs vom 1. Oktober auf 84.880 $ (75.800 €), fast 46,9 % über dem Tief von 57.800 $ (51.600 €). Damit fällt die aktuelle Bewegung in die Gruppe, die historisch häufiger wieder zurücklief.
Die Forscher betonen allerdings, dass es sich dabei um eine Basisrate und nicht um eine Prognose handelt. Nach ihrem Framework hält das Signal nur dann stand, wenn Bitcoin zunächst ein neues Hoch über 126.200 $ (112.600 €) erreicht, bevor der Kurs unter 57.800 $ (51.600 €) fällt.
Warum das für europäische Leser wichtig ist
Für europäische Krypto-Anleger ist vor allem relevant, dass der Markt inzwischen stärker von institutionellen Strömen beeinflusst wird als in früheren Zyklen. Die Einführung von Bitcoin-ETFs hat die Handelsdynamik verändert, während der klassische Vierjahreszyklus rund um Halvings laut Analysten weniger strikt zu funktionieren scheint als früher. Das macht historische Muster als Referenz nützlich, aber weniger als harte Richtschnur.
Hinzu kommt, dass die jüngsten Zuflüsse in Spot-Bitcoin-ETFs schnell umschlagen können. Binance Research verknüpft die aktuelle Erholung deshalb nicht mit einem festen Szenario, sondern mit der Frage, ob die Nachfrage breit genug bleibt, um die Rally zu tragen. Das passt zur breiteren Debatte darüber, wie stark der Markt noch von institutioneller Nachfrage abhängt, wie in dem jüngsten Rückgang vom Rekord bei 126.000 $ sichtbar wurde.