Bitcoin: Regulierung rund um Zentralbanken positiv für den BTC-Kurs
Der Bitcoin-Kurs steigt weiter, während Zentralbanken und Regierungen alles tun, um die gegenwärtige Wirtschaft zu stabilisieren.

Der Bitcoin-Kurs steigt weiter, während Zentralbanken und Regierungen alles daransetzen, die aktuelle Wirtschaft zu stabilisieren. Was können wir in der kommenden Zeit erwarten und wie wird Bitcoin darauf reagieren?
Die wichtigsten Zentralbanken haben Sonntagmittag eine Einigung über ein Stabilisierungspaket erzielt, das sicherstellen soll, dass das Finanzsystem nicht an Liquidität mangelt. Die US-Notenbank Federal Reserve bietet den Zentralbanken von Kanada, Großbritannien, Japan, der Schweiz und der Eurozone täglich Dollar-Liquidität an. Bisher erfolgte diese Zuführung von US-Dollars auf wöchentlicher Basis. Über diese Konstruktion können Zentralbanken ihre heimische Währung gegen US-Dollar eintauschen. Das sorgt dafür, dass Finanzinstitute schnell neue Liquidität erhalten, um ihren finanziellen Verpflichtungen nachkommen zu können.
Bankenkrise: Das ist erst der Anfang
Im aktuellen Szenario wollen Banken verhindern, dass Stakeholder sich Sorgen über Liquiditätsengpässe machen. Die Unsicherheit in der Bankenwelt ist so groß, dass man Angst vor Dominoeffekten hat, zumal die Probleme rund um Credit Suisse noch nicht vorbei sind.
Dass Anleihegläubiger von Credit Suisse (trotz der Übernahme durch UBS) nicht entschädigt werden, hat das Vertrauen in Bankanleihen weltweit einstürzen lassen. Die Reaktion auf diese Entscheidung war gestern direkt beim Handelsstart in Asien zu sehen. Die Kurse vieler Bankanleihen sind gestern kräftig gefallen. Eine Anleihe ist ein Kredit, der von einem Unternehmen oder Staat ausgegeben wird, hier an Banken.
Das Abstoßen von Bankaktien und Bankanleihen wird also vermutlich diese Woche fortgesetzt. Mit anderen Worten: Marktteilnehmer verlieren das Vertrauen in Banken. Weitere Bank Run sind in den kommenden Tagen nicht unwahrscheinlich.
Fed, EZB und Co. blasen Finanzkrise ab
Ob es um das gerade eingeführte Bank Term Funding Program oder die gemeinsame Aktion am Sonntagnachmittag geht, alles wird eingesetzt, um eine finanzielle Katastrophe zu verhindern. Die Zentralbanken signalisieren damit denselben Satz, den auch der ehemalige EZB-Chef Mario Draghi 2012 zur Eurokrise sagte: "Whatever it takes". Länder mit den größten Problemen werden gemeinsam mit ihren Zentralbanken so viel Liquidität (also Kredite) bereitstellen, wie nötig.
Einerseits sollte dies die Märkte beruhigen, andererseits zeigt es, wie ernst die Lage ist. Dass die US-Notenbank Federal Reserve lautstark Gegenwind von der Märkte ruft: "Kein Grund zur Panik" ist nicht gerade ein positives Signal.
Die Geldmenge steigt wieder...
Die Wirkung der Rettungsversuche ist bereits in der Bilanz der US-Notenbank Fed sichtbar. Während diese Bilanz im Zuge der restriktiven Geldpolitik der vergangenen Monate gesunken war, das bedeutet, Liquidität aus dem Markt entzogen wurde, lässt sich jetzt Gegenteiliges beobachten.
Der Leitzins mag zwar hoch bleiben, die Geldmenge im System wird mit anderen Mitteln erhöht. Die aktuellen Rettungsaktionen haben also bereits zu einer Ausweitung der Liquidität geführt. Schließlich werden Kredite oder Refinanzierungsmöglichkeiten gewährt, die bei dem Zusammenbruch der Silicon Valley Bank unvorstellbar gewesen wären.
...und also auch Bitcoin
Die Reaktion von Bitcoin auf die derzeitige Geldpolitik ist gut am Bitcoin-Kurs abzulesen. Mit jeder neuen Rettungsaktion der Zentralbanken steigt der Bitcoin-Kurs weiter. Die Kombination aus Inflation und expansiver Geldpolitik ist ideal für Bitcoin, das als ‘Store of Value’ also Wertaufbewahrung konzipiert ist. Das Ergebnis? Der Bitcoin-Kurs zog zu Beginn dieser Woche über die Marke von €26.619 und ist innerhalb einer Woche um mehr als 12% gestiegen.
Bitcoin mit einem Vertrauensdividenden
Auch wenn der Anstieg von Bitcoin, wie der von Tech-Aktien, vor allem auf die Aussicht einer expansiven Geldpolitik zurückgeht, darf der Vertrauensfaktor nicht ignoriert werden. Zentralbanken befinden sich derzeit in einem permanenten Rettungsmodus und versuchen, die Auswirkungen von Zinserhöhungen mit Maßnahmen und Konstruktionen zu kompensieren. Das Ergebnis? Ein weniger freier Markt.
Die meisten Länder können dieses hohe Zinsniveau langfristig nicht verkraften. Also selbst abgesehen von der aktuellen Bankenkrise ist die derzeitige Politik langfristig nicht tragbar. Das wird vor allem deutlich, wenn die aktuelle negative Realrendite gelöst wird. Das wird dazu führen, dass in vielen Ländern Schuldenabbau stattfindet, da die Inflation höher ist als der Leitzins. Wenn die Inflation bald unter das Niveau des Leitzins fällt, wird es schwieriger, die Staatsschuld langfristig zu finanzieren. Bei der aktuellen Entwicklung von Inflation und Leitzins könnte dies schon im Sommer und Herbst der Fall sein.
Immer mehr Parteien hegen daher Fantasien von (digitalen) Währungen wie Bitcoin, die einen Hedge gegen den kommenden Druck bieten. Banken können pleitegehen und das Geld auf dem Konto kann verschwinden oder abwerten. Bitcoin hingegen kann nicht einfach verschwinden. Wir beobachten die zukünftige Situation und Entwicklungen jedenfalls weiter genau.