Coldcard veröffentlicht Firmware nach Bitcoin-Diebstahl über 114 Millionen Dollar
Das Update soll eine bekannte Schwachstelle schließen und zusätzliche Prüfungen beim Signieren von Transaktionen hinzufügen. Coinkite empfiehlt Nutzern von Mk4-, Mk5- und Q-Geräten, die neueste Firmware zu installieren.

Wichtigste Erkenntnisse
- Coldcard hat neue Firmware veröffentlicht, nachdem ein Fehler in der Hardware-Wallet zu einem Bitcoin-Diebstahl über 114 Millionen Dollar beigetragen hatte.
- Das Update ersetzt den Random Number Generator, fügt zusätzliche Transaktionsprüfungen hinzu und blockiert standardmäßig bestimmte Signaturmodi.
- Coinkite bittet Nutzer der Modelle Mk4, Mk5 und Q, die neuesten Versionen über offizielle Kanäle zu installieren.
Coldcard hat neue Firmware veröffentlicht, nachdem ein Fehler in der Hardware-Wallet zu einem Bitcoin-Diebstahl über 114 Millionen Dollar (97,6 Millionen Euro) beigetragen hatte. Coinkite sagt, dass das Update nicht nur die bekannte Schwachstelle behebt, sondern auch zusätzliche Prüfungen hinzufügt, um Fehler beim Signieren von Transaktionen zu begrenzen.
Was geändert wurde
Die wichtigste Änderung betrifft die Art und Weise, wie Coldcard Zufallsdaten für eine Seed erzeugt. Während das Gerät zuvor einen Backup-Random-Number-Generator auf Basis von Yasmarang verwendet hat, kommt nun eine Variante zum Einsatz, die auf SHA-256 läuft, derselben Hashfunktion, die auch in Bitcoin verwendet wird. Laut Coinkite prüft das Gerät eine Transaktion jetzt direkt vor dem Signieren erneut, damit ein kompromittierter Computer am USB-Port eine Zahlung nicht doch noch ändern kann, nachdem der Besitzer sie bereits auf dem Bildschirm bestätigt hat.
Auch Signaturmodi, die nach dem Signieren noch Teile einer Transaktion offenlassen, sind künftig standardmäßig blockiert. Coinkite bittet Besitzer der Modelle Mk4 und Mk5, Version 5.6.1 zu installieren, und Nutzer des neueren Q-Modells, 1.5.1Q über die offiziellen Kanäle herunterzuladen. Das Unternehmen hat außerdem eine öffentliche Statusseite mit Informationen dazu veröffentlicht, welche Releases behoben wurden und welche Migrationsschritte nötig sind.
KI spielt eine größere Rolle
Coldcard ist inzwischen das fünfte Bitcoin- oder Kryptounternehmen innerhalb von drei Wochen, das sagt, dass KI eine größere Rolle bei Sicherheitsarbeiten spielt. Das passt zu einem breiteren Wandel in der Branche, in dem immer mehr Anbieter KI einsetzen, um Fehler in Code und Firmware schneller zu finden.
Diese Entwicklung ist für Hardware Wallets besonders relevant, weil Self-Custody nur sicher bleibt, wenn die Software und der Random Number Generator wirklich zuverlässig sind. Der Coldcard-Fall zeigt, dass ein Fehler in einer relativ kleinen Komponente große Folgen für Nutzer haben kann, die ihre Krypto gerade außerhalb einer zentralen Partei aufbewahren wollen. Auch andere Sicherheitsvorfälle rund um Wallets zeigen, wie breit dieses Risiko ist; bei einem früheren Random-Number-Fehler in mehreren Wallets wurden schwache Seed Phrases direkt ausgenutzt.
Warum das für Nutzer zählt
Für europäische Kryptonutzer ist das vor allem relevant, weil Hardware Wallets oft als Standard für die Selbstverwahrung gelten. Der Fall zeigt, dass auch ein bekanntes Kryptounternehmen mit starkem Ruf nicht immun gegen Fehler in der Firmware ist. Coinkite sagt, dass die Strafverfolgungsbehörden die Diebstahlsermittlungen weiterhin führen und dass das Unternehmen weiter zur Zusammenarbeit bereit bleibt.